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VINE-PRODUKTTESTERam 15. April 2007
Der hier vorgelegte "Kommentar" macht es seinem Leser nicht einfach. Vielfach werden Bezügen zu anderen Texten der klassischen Moderne (Benjamin, Kafka)hergestellt. Der Hintersinn der parallelen Lektüre erschließt sich oft erst in intensivem Nachspüren und "Nach-Denken" der von Agamben gelegten Spuren. Der Seitenblick auf diese Texte erschließt den Text von Agamben vorzüglich und ist nicht nur zum Beweis der Gelehrsamkeit gedacht, sondern eben halt zur Anregung des eigenen Geistes und der Entdeckungsfähigkeit der Texte und ihres Lesers. Agamben leitet zur Wieder-Entdeckung ein und deckt vieles im Text verschüttete Punkte auf und bietet sie dem Leser an. Was Agamben mit diesem "Kommentar" versucht ist nicht mehr und auch nicht weniger als den alten Traditionsbestand des Judentums und Christentums wieder lesbar machen zu wollen. Er nimmt seinen Leser mit auf die Entdeckungstour und regt zum eigenen "ent-decken" an.

Dieses Unternehmen erfordert wie nicht anders zu erwarten viel Geduld mit dem Text von Agamben und mit sich selbst.

Mein Fazit ist: Die Zeit, die ich investiert habe, hat sich im vollen Umfang gelohnt. Es hat mich wiederum angeregt, sich wieder auf "Ent-deckungstouren" zu machen. Was sollte ein wirklich guter Kommentar den sonst leisten als zu gemachten Beobachtungen den Leser anregen selbst mal wieder in den Text zu gucken! So steht der "Kommentar" in der langen Reihe der mittelalterlichen Tradition, die Agamben virtuos in die "postmoderne" Lesart überführt.
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In einer Zeit, in der Paulus auch für die Philosophie wieder interessant geworden ist, liegt nun endlich das im Jahre 2000 in Italien erschienene Buch „Die Zeit, die bleibt" als deutsche Übersetzung vor. Das Buch geht auf eine Reihe von Seminaren zurück die Agamben im Oktober 1999 am Pariser Collège international de la Philosophie gehalten hat. Er unternimmt hier den ambitionierten und anspruchsvollen Versuch eine eigene Deutung im umkämpften Gebiet der Theorie des Messianismus und der Paulus-Deutung vorzulegen. Das Buch ist also einerseits interessant für Leser, die die philosophischen Debatten um den Messianismus verfolgt haben. Agamben setzt sich hier nämlich mit Derridas Dekonstruktion, die ja spätestens ab „Gesetzeskraft", „Marx Gespenster" und „Glauben und Wissen" mit dem Begriff des „Messianismus ohne Messias" operiert hat , auseinander. Auch Alain Badious Deutung des paulinischen Universalismus wird stark kritisiert, um den paulinische Text um so stärker, in eine Konstellation mit Walter Benjamins Thesen zur Geschichte treten zu lassen. Im Hintergrund steht Jacob Taubes Paulus Buch. Anderseits ist dieses Buch auch für Theologen interessant, die schon ihre Erfahrungen mit den überaus vertrackten Texten des Apostels Paulus gemacht haben. Es stellt definitiv eine Herausforderung dar, sich dieser schwierigen und konsistenten Deutung Agambens zu stellen. Das Buch gliedert sich in 6 Abschnitte, die in einer close lecture Hauptbegriffe des paulinischen Denkens analysieren (Doulos, Kletos, Aphorismenos, Apostolos, Eis euangelion theou). Besonders interessant ist Agambens Definition der messianischen Zeit, die anhand von Grafiken sehr schön erläutert wird. Agamben schreibt: Wir können nun eine erste Definition der messianischen Zeit vorschlagen: Sie ist die Zeit, die die Zeit benötigt um zu Ende zu gehen- oder genauer, die zeit, die wir benötigen, um unsere Zeitdarstellung zu beenden, zu vollenden" 81 p.). Für Leser, die sich für Derrida interessieren, ist vor allem interessant zu beobachten, wie Agamben die Dekonstruktion und Benjamins Theorie des dialektischen Bildes hier gegeneinanderstellt. Er schreibt „Die Dekonstruktion ist ein blockierter Messianismus, eine Suspendierung des messianischen Themas" (p 177). Ansonsten enthält der Band auch eine wunderbare Explikation der messianischen Zeit anhand der Form des Gedichts und wunderbare Reflexionen über Liebe, Gnade und Politik. Das Buch ist also für jeden interessant, der entweder das Werk Agambens schon länger verfolgt oder aber über theologische bzw. philosophische Kenntnisse über Messianismus verfügt. Wer sich dieses Buch als erstes von Agamben kaufen will, sollte vielleicht zuerst auf „Die Idee der Prosa" oder "Profanierungen" zurückgreifen. Da der Paulusband eher eine Art Knotenpunkt im Werk von Agamben bildet (es tauchen u.a. Querverbindungen zu seinem Homo Sacer Projekt auf) und für Anfänger in Sachen Agamben etwas schwer zugänglich ist, möchte ich diesen über jeden Zweifel erhabenen Band und Meilenstein der philosophischen Paulus Deutung nur 4 Sterne geben.
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am 8. Juni 2006
"Warum erwarten Menschen ein Ende der Welt? [...] weil die Vernunft ihnen sagt, dass die Dauer der Welt nur insofern einen Wert hat, als die vernünftigen Wesen in ihr dem Endzweck ihres Daseins gemäß sind, [...]", soweit KANT zum "Ende aller Dinge". Agamben gelingt es, den Römerbrief aus der philosophischen Sicht bestens zu durchleuchten, die Stellen herauszuarbeiten, in der die Zeit des Messias der Beginn einer Zeit ist, der die Restzeit, die Zeit des Endes folgt. Dieses Ende ist die Verwandlung der Zeit in die Ewigkeit, die dann, ebenso nach Kant das jüngste, weil letzte Gericht für den Menschen darstellt.
Agambem teilt sein Seminar wie die Genesis auf, die Tage eins bis sechs werden dekliniert und es folgt die Schwelle, die eigentlich zur Ruhe führen sollte. Seine Begleiter auf dem philosophischen Diskurs sind die Herren Aristoteles, Heidegger, Hegel, Weber, Augustinus et al und vor allem Benjamin. Für die Literatur ist insbesondere Kafka von Interesse. Die Stellen des Römerbriefes sind im Anhang in der griechisch-deutschen Fassung, ein interessiertes Nachschlagen jederzeit möglich. Dennoch sollte die Bibel als Begleitbuch nicht fehlen.

G.A. bringt mit der Betrachtung der messianischen Zeit die Geschichte und die Idee Paulus zurück. Die Apostelgeschichte beschreibt eine der besten Reden vor dem griechischen Areopag. Diese messianische Zeit ist die Jetztzeit, die Zeit nach der Auferstehung und dem Ende gem. der Johannes Offenbarung (Apokalypse). Sie ist eine Zeit der Rekapitulation, in der die Vergangenheit mit der Gegenwart gepaart ist. So wie der Titel, wird die Zeit in all den Schattierungen der Schrift wie des Bildes beschrieben und dargestellt, als eine Zeit, die komprimiert ist, oder eben eine, die bleibt, weil sie den Weg zur Apokalypse begleitet. Die Verkündung gem. Abraham wird nicht verändert durch das Gesetzbuch Moses. Paulus empfindet sich als Verkünder, nicht als Prophet. Propheten sind die, die die Ankunft des Herrn als Zukunftsperspektive zeigen (z.B. Jeremias). Ein Apostel, ein Verkünder ist in der Zeit (Jetztzeit) des Messias.
Agamben erinnert sich an manche Passagen des Homo sacer, die auch hier Verwendung finden. Insgesamt ist es ein sehr anregendes Buch. Agamben bereichert die Philosophie um diese Paulus-Deutung.
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am 16. Dezember 2015
Agambens Werk stellt gewöhnliche große Anforderungen auch an den vorgebildeten oder gar professionellen Leser, in Sprache, Gedankenführung, Kühnheit der Kontextualisierungen, manchen Manieriertheiten und dem Voraussetzungsreichtum der Argumentationen. Sein Kommentar zum Römerbrief macht da zwar keine Ausnahme, aber beschenkt den Leser zugleich mit einer solchen erhellenden Fülle an Textbeobachtungen, historischen Exkursen und Erschließungserlebnissen, dass sich die Mühe wohl auch für den Nicht-Fachphilosophen mit Interesse an der messianischen Tradition des Abendlandes lohnen dürfte. Für Fachphilosophen mit Interesse an den theologischen Voraussetzungen der Kritischen Theorie bzw. bestimmter philosophischer Erscheinungen des 20. Jh. sowieso ein Muss - auch wenn man nicht alle steilen Thesen teilt, so kann doch die Dichte und Originalität der Argumentationen nicht anders als beeindrucken.
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am 28. Juni 2010
Ein sehr wichtiger Kommentar zum Römerbrief, der die kontroverstheologischen Ansätze hinter sich lässt und mit philologischem Instrumentarium den Text neu erschließt. Nach Barth endlich wieder eine neue Freilegung der philosophischen Tiefe des Römerbriefs!
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am 6. Mai 2006
Agamben schafft es immer wieder, sehr gelehrt über viele Dinge zu schreiben, ohne einen einzigen eigenständigen, originellen Gedanken zu haben. So auch hier. Immerhin, seine Gelehrsamkeit ist unterhaltsam. Paulus ist allerdings spannender. Das Beste an dem Buch ist die Streichung des Kommas im ersten Vers des Römerbriefes. Das wurde Zeit. Lediglich die moderne Vulgata hat diesen Schritt bisher getan. Problematisch ist Agambens Charakterisiertung des neutestamentlichen Griechisch als Jiddisch oder Judengriechisch. Das ist eine These, die nie verifiziert wurde, aber immer wieder durch die Literatur geistert (s. M. Reiser, Sprache und literarische Formen des Neuen Testaments, Paderborn 2001, 35). Insgesamt wirkt Agambens philosophisches Buch fleischlos im Vergleich mit dem Römerbrief.
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