In der vordergründigen Story ist weit mehr verpackt, als ich erwartet hatte! Luca, ein talentierter Pianist in der Blüte seines Lebens, verliert durch einen Unfall scheinbar alles, was ihn ausmacht. Noch schlimmer als die Querschnittslähmung scheint sich seine seelische Lähmung auszuwirken: er blockt völlig ab und lässt nichts und niemanden an sich heran.
Aber dann hat die Leiterin der Reha-Klinik (meine eigentliche Heldin in diesem Film!;) eine weise Idee: sie verlegt Luca kurzerhand auf ein Zimmer mit dem etwas flippigen und trotzig-lebensfrohen Roderick.
Bis dahin mag der Film eine eher oberflächliche Erzählung sein, die sich viel zu schnell abspielt und die Ereignisse leider nicht vertiefend würdigt. Aber nun beginnen im Zusammenspiel mit Roderick Entwicklungen, die weit über das Ausgangsthema (Karriere, Unfall, Behinderung) hinausgehen. Es geht um zweifelnde Versuche, sich auf etwas einzulassen, es geht um den Glauben an andere Menschen, um den Glauben an das Leben und an sich selbst. Es geht um Werte und um Freundschaft - und das Konzert am Schluß wird zu einer Frage der Ehre. Die Behinderung "Mutlosigkeit" ist überwunden.
Es schwingt einiges mit in diesem facettenreichen Film, und das macht ihn so sehenswert. Die Besetzung mit Kostja Ullmann und Hinnerk Schönemann ist zudem perfekt!