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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Am Ende des Lebens,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die bleibt (DVD)
"Die Zeit, die bleibt" habe ich zum ersten Mal 2006 in einem kleinen Grazer Kino gesehen, das mittlerweile - so glaube ich - leider dicht machen musste, und zwar zu einer Zeit als es mir seelisch äußerst schlecht ging. Mag sein: der denkbarst schlechte Zeitpunkt für einen solchen Film, zumal es darin aus meiner Sicht um nichts anderes als bewusstes sterben geht, glaube aber sogar doch wesentlich gestärkt das Kino nach den 80 Minuten wieder verlassen zu haben.Der immer noch junge, aber krebskranke Protagonist des Films will darin wenige Monate vor seinem gewissen Tod manche Dinge noch ändern, wahrscheinlich aber am ehesten noch etwas wertvolles hinterlassen: hat er bislang doch scheinbar sein Leben in vergänglicher Oberfläche verbracht. Die sexuell gleichgeschlechtliche Orientierung des Mode-Fotografen spielt dabei zunächst selbstverständlich überhaupt keine Rolle und kommt erst zum tragen, dann auch nur kurz als "Schwierigkeit", wenn sich ihm die Gelegenheit bietet sich biologisch zu reproduzieren: was eine erfrischende Fortschrittlichkeit des europäischen Films deutlich macht, denkt man daran welches irrsinnige aufhebens um den ebenfalls Mitte des Jahrzehnts entstandenen Cowboy-Films Ang Lees (in den USA) gemacht wurde... Wie dem auch sei: es sind letzten Endes schon sehr einfache Denkmuster, welche den Protagonisten bis zu dessen gesicherten Ableben leiten, und wahrscheinlich kann man dem Film auch deshalb Einfallslosigkeit vorwerfen. "Die Zeit, die bleibt" ist (auch in anderer Hinsicht) unterschiedlich zu den vorangegangen, Aufsehen erregenden Filmen Ozons, der auch schon als "Bilderstürmer" tituliert wurde: davon kann hier wahrlich nicht die Rede sein, nichts ist bis zu den abschließenden Einstellungen einer Sonne besonders bemerkenswert oder ungewöhnlich. Gerade das wird dem eigentlichen Thema des Films für mich jedoch so gerecht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Potential nicht ausgeschöpft...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die bleibt (DVD)
Die Ausgangslage des Films ist brutal und einfach zugleich: Der 30jährige erfolgreiche Modefotograf Romain bricht während eines Fotoshootings zusammen. Sein Arzt eröffnet ihm, dass er einen bösartigen Tumor habe, der nicht operativ entfernt werden könne. Es schätzt, dass Romain noch etwa 3 Monate Restlebenszeit bleiben. Ausgehend von dieser Prognose, hat Romain nur wenig Zeit sein bisheriges Leben zu überdenken und noch offenstehende Dispute zu bereinigen.Der Film hat teilweise gute Ansätze und beeindruckende Bilder zu bieten - allerdings fehlt es insgesamt an Tiefe. Ferner werden die unangenehmen Begleiterscheinungen der Krankheit, mit denen sich Romain sicher auseinandersetzen mußt, nahezu völlig ausgeblendet. Verwirrend sind auch die Szenen, in welchem er als Erzeuger eines Kindes bei einem Ehepaar, was ansonsten keine Kinder bekommen könnte, auftritt. Soll die Lehre etwa sein, noch schnell ein Kind zu zeugen, um etwas auf der Erde zu hinterlassen? Ich finde dies jedoch moralisch bedenklich. Aufgrund der oben angeführten Schwächen, kann ich den Film nur 3 von 5 Sternen zubewilligen. Ozon hat es leider versäumt mehr aus einem starken Thema zu machen. Kurz: "Potential nicht ausgeschöpft!" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
cape diem,
Von nageil "gluecksmomente" (Göttingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die bleibt (DVD)
Altbekannt Senecas Spruch, neuartig die Umsetzung.Romain, ein junger, erfolgreicher Modephotograph führt ein mondänes, bewegtes Leben - bis zu dem Moment, als er auf der Arbeit zusammenbricht. Mit diesem Zusammenbruch fällt auch sein bisheriges Leben abrupt wie ein Kartenhaus in sich zusammen, Grund: Hirntumor. Romain, der sich der aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso aussichtslosen Therapie verweigert, hat nur noch 3 Monate zu leben. Ab diesem Moment unterscheidet sich der Fim scharf von den Vorgängern seines Genres: Anstelle nocheinmal richtig auf den Putz zu hauen, oder sich mitleiderheischend von Familie pflegen zu lassen, beschreitet Romain einen völlig neuen Weg. Ohne sich jemandem anzuvertrauen lässt Romainganz langsam immer mehr vom Leben los und ordnet stillschweigend und von allen unerkannt die letzten Dinge vor seinem Tode: So verlieren nach und nach in beinahe zärtlicher Melancholie allmählich all die Dinge, die sein Leben bestimmt und lebenswert gemacht haben für Romain ihre Bedeutung und er verabschiedet sich bewusst, liebevoll und stillschweigend von ihnen. Die einzige, die um seinen Zustand weiss, ist seine Großmutter, die mit ihm die Todesnähe teilt. Romain ordnet, soweit es ihm möglich ist ,ohne sein kleines Geheimnis zu verraten, die Dinge, die ihm nun wirklich wichtig erscheinen und die er während seines "Lebens" vernachlässigt hat. Je mehr er vom Leben loslässt, desto näher kommt er seiner Kindheit und dem dort verlorenen Glück. Im Moment der vollkommenen Retardation, dem Nacherleben des glücklichsten Augenblicks seiner unschuldigen Kindheit, tritt schweigend der Tod ein und Romain verstirbt mit einem Lächeln auf den Lippen am Meeresstrand liegend, die Sonne versinkt glutrot im Meer. Ein zweifellos brillianter Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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