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Die Zeit der Wunder
 
 
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Die Zeit der Wunder [Gebundene Ausgabe]

Anne-Laure Bondoux , Maja von Vogel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 3 (März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551582416
  • ISBN-13: 978-3551582416
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
  • Originaltitel: Le temps des miracles
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.743 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Leser erhält [...] ein authentisches, lange in Erinnnerung haftendes Bild vom Leid, vor allem aber den Wundern einer gelungenen Befreiung." (DIE ZEIT) "ein Leben auf der Flucht, geformt aus langen Rückblenden mit Zeitsprüngen, und das doch nachhallt als ein Bild intensiven Hoffens" (NZZ am Sonntag)

Kurzbeschreibung

"An dem Tag, als die Zollbeamten mich hinten im Lastwagen fanden, war ich zwölf Jahre alt. Ich roch so schlecht wie Abdelmaliks Müllhäuschen. Obwohl Monsieur Ha sich alle Mühe gegeben hatte, den offiziellen Stempel auf dem Foto in meinem Pass wiederherzustellen, glaubten die Zollbeamten nicht, dass ich ein echter kleiner Franzose war. Ich hätte ihnen gerne alles erklärt, aber dafür war mein Französisch zu schlecht. Also zogen sie mich am Kragen meines Pullovers aus dem Lastwagen und nahmen mich mit. So endete meine Kindheit: plötzlich und unerwartet, an der Autobahn A4, als mir klar wurde, dass ich allein im Land der Menschenrechte würde zurechtkommen müssen." Die Geschichte des Jungen Koumaïl, der aus den Kriegswirren des Kaukasus bis nach Frankreich flieht und nie den Mut und den Glauben an das Glück verliert. Und ein Buch darüber, wie weit Träume tragen.

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von RainLeser VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Als Gloria von der Arbeit kommt, frage ich sie, ob man während des Krieges glücklich sein darf. Sie schaut mich ernst an und wischt sich den Schmutz von den Wangen, bevor sie antwortet: Glücklich sein wird zu jeder Zeit empfohlen, Monsieur Blaise."

Blaise Fortune ist zwanzig Jahre alt und ausgestattet mit einem Pass, der ihn als französischen Staatsbürger ausweist, als er eines Morgens vom Flughafen Roissy nach Tiflis aufbricht um jene Gloria zu suchen, die ihm vor mehr als acht Jahren eben diesen Rat gab. Gut, dass Anne-Laure Bondoux diese Szene an den Anfang des Buches stellt. So weiß man, das es das Schicksal am Ende gut gemeint hat mit diesem Jungen, der versteckt in einem Viehtransporter nach Frankreich kam, nachdem er zuvor quer durch Georgien vor dem Bürgerkrieg geflüchtet war. Die ersten zwölf Jahre seines Lebens verbrachte Blaise noch als Kaoumail im Kaukasus. Die Zeitspanne in der er als Ich-Erzähler aus seinem Leben berichtet umfasst die Jahre 1990 bis 1995 in der Georgien erstmals das Zentrum von Unruhen und Bürgerkrieg war.

"Die Zeit der Wunder´" ist ein großes, kleines Buch. Mit knapp hundertachtzig Seiten ist das Werk vom Umfang her ein Leichtgewicht, die Größe liegt in der Kraft seiner Sprache. Die Autorin findet einfache Worte. Für großes Leid und großes Glück. Sie findet leicht verständliche Sätze die von Not und Elend aber auch von Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit erzählen. Fesselnd schildert sie, klar und verständlich ein Flüchtlingsschicksal aus dem Blickwinkel eines Kindes. Gerade diese unbedarfte Sicht macht vieles umso deutlicher.

Mit sieben lebt Kamouil mit Gloria, seiner Ziehmutter, bereits auf der Flucht. In Tiflis in einem "Großen Haus". Alle Flüchtlinge leben dort in ständiger Angst vor der Miliz. Aber auch in dem Bestreben den Alltag so normal wie möglich zu gestalten. So gibt es zum Beispiel die "Universität der Armen". Das Wohnzimmer von Madame Hanska, wo die Kinder von einigen Erwachsenen das lernen, was diese unterrichten können. Zum Beispiel die verschiedenen Rinderrassen vom Metzger Max. Oder die Kunst des Kämpfens von Abdelmalik, dem schwarzen Boxer, der im Müllhäuschen lebt, immer unerträglich stinkt und sich dafür unablässig entschuldigt.

Als Kaoumail und Gloria aus Tiflis fliehen müssen, ist ihr nächster Zufluchtsort ein Dorf in den Bergen. Gebaut aus allem was die Menschen auf der Flucht gefunden haben. Bretter, Blech und Plastik. Als die beiden notdürftig eine Hütte zusammengeschustert haben, bittet Gloria Kaoumail hinter der Mauer ein Loch zu graben. Er weiß nicht wozu. Und als Gloria es ihm erklärt, denkt er sich dass sie im "Großen Haus" die Toiletten mit den Nachbarn teilen mussten und hier haben sie ihr eigenes Örtchen.

Zuhauf gibt es diese Momente im Buch. Stellen an denen man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll. Die einem vor Augen führen, was es heißt auf der Flucht zu sein. Sich durchzuschlagen, gegen Hunger, Kälte, Krankheit. Zu betteln oder die Mülltonnen nach etwas essbarem zu durchsuchen. Das die Geschichte dennoch zu keiner Zeit deprimiert sondern im Gegenteil fast so etwas wie ein hoffnungsvolles Strahlen aussendet, liegt an der Sprache der Autorin und an den hoffnungsvollen Bildern die sie zeichnet.

Anne-Laure Bondoux zählt in Frankreich bereits zu den anerkannten Kinder- und Jugendbuchautoren. Ihr Repertoire reicht von Sciene Fiction über Abenteuer- bis hin zu realistischen Jugendromanen, zu denen auch "Die Zeit der Wunder" zählt. In Deutschland sind Werk und Autorin bedauerlicherweise noch weitgehend unbekannt. Schade, denn eine berührendere Darstellung existenzieller Erkenntnisse habe ich selten gelesen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Regina Berger TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man von der Buchhändlerin ein Buch empfohlen bekommt, das von dem Kindheits-Schicksal eines kleinen Jungen erzählt, der den Kriegswirren des Kaukasus entkommt, und nach Frankreich flieht, ist man verleitet, das Buch nicht zu kaufen. Denn es liegt nahe zu vermuten, dass es sich um eine schwere, problembeladene Lektüre handelt. Doch bei dem im Carlsen-Verlag (einem Jugendbuchverlag) erschienenen Roman mit dem gelungenen Einband sollte man durchaus dem Urteil der Buchhändlerin vertrauen.

Blaise Fortune - oder Koumail, wie er im Kaukasus genannt wird - erzählt aus dem Blickwinkel eines Kindes die Geschichte seines Heranwachsens in einem Krisengebiet.
Hart und traurig und zugleich zart und herzenswarm ist dieses Buch, das nachhaltig berührt. Es sind die klaren Sätze, die kraftvolle Sprache und die kurzen Kapitel, welche anstelle großer Worte nachhallen.
Entwurzelt flüchten zahllose Vertriebene vor dem Krieg aus dem Land zwischen dem schwarzen und dem kaspischen Meer, in Armut, hungernd und voller Angst vor der Miliz nach Frankreich; dem Land, das für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit steht. Unter ihnen Koumail und seine Ziehmutter Gloria, die ihm täglich die Geschichte seines Lebens von Neuem erzählt. Als wichtigstes Utensil hat Koumail einen "Atlas voller Träume" in seinem Marschgepäck, in dem er die Seitenzahlen mit Menschen verbindet, die ihm unterwegs Menschlichkeit, Freundschaft und Wärme entgegenbringen. Seine kindliche Unbekümmertheit schützt ihn vor der Ungewissheit. Gloria steht ihm so gut es geht bei auf dem Weg "immer weiter voran, neuen Horizonten entgegen". Sie bringt ihm neben Liebe Geborgenheit entgegen, macht ihm Mut, und gibt ihm eine wesentliche Botschaft mit auf seinem Weg: dass das einzige wirksame Heilmittel gegen die Verzweiflung die Hoffnung ist.
Das ist gleichsam auch der Grund, warum einem beim Lesen dieses Buches nie bange wird.
Es offenbart sich eine hoffnungsvolle Geschichte, trotz des Elends und aller Widrigkeiten, mit denen Koumail zu kämpfen hat. Von der ersten Seite an ist die Handlung dynamisch, vermittelt Werte und lässt den Leser taumeln zwischen trauriger Ergriffenheit und beseeltem Glück.

So wie Gloria zu ihrem kleinen Koumail immer sagt: "Schlaf mein kleines Wunder. Morgen sieht das Leben schon wieder anders aus." so sehr handelt das Buch davon, wie schön die Zukunft ist, und wie weit die Träume tragen können.

Ich stimme also jetzt meiner Buchhändlerin vollends zu, und mache es wie sie, ich empfehle >Die Zeit der Wunder< von Anne-Laure Bondoux zu lesen.
Denn dieses kleine, große Buch ist nicht nur voller Wunder, sondern einfach wundervoll!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Wunder des (Über)Lebens 26. Oktober 2011
Von A. Mueller VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wieder einmal stolperte ich auf einer von mir häufig besuchten Internetseite über die Ankündigung eines Buches, "Die Zeit der Wunder" von Anne-Laure Bondoux.

Die Kurzbeschreibung

"An dem Tag, als die Zollbeamten mich hinten im Lastwagen fanden, war ich zwölf Jahre alt. Ich roch so schlecht wie Abdelmaliks Müllhäuschen.
Obwohl Monsieur Ha sich alle Mühe gegeben hatte, den offiziellen Stempel auf dem Foto in meinem Pass wiederherzustellen, glaubten die Zollbeamten nicht, dass ich ein echter kleiner Franzose war. Ich hätte ihnen gerne alles erklärt, aber dafür war mein Französisch zu schlecht. Also zogen sie mich am Kragen meines Pullovers aus dem Lastwagen und nahmen mich mit.
So endete meine Kindheit: plötzlich und unerwartet, an der Autobahn A4, als mir klar wurde, dass ich allein im Land der Menschenrechte würde zurechtkommen müssen."

machte mich neugierig, die Leseprobe weckte den Wunsch, das Buch weiter zu lesen. Daher bewarb ich mich mit meinem Leseeindruck für eines der 30 ausgeschriebenen Testleseexemplare. Die Glücksfee hatte mich wieder lieb und nach der Verlosung bekam ich per Email die Nachricht, dass mein Wunsch bald in Erfüllung geht. Bevor das Buch bei mir eintraf, hatte ich noch genügend Zeit, mich erst mal im Netz über die Autorin zu informieren.

Anne-Laure Bondoux

Die 1971 in Bois-Colombes geborene Schriftstellerin, lebt heute mit ihren beiden Kindern in der Nähe von Paris. Sie gehört zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren Frankreichs. Sie absolvierte ein Literaturstudium, schrieb Chanson-Texte und arbeitete für einen Pariser Verlag. Inzwischen widmet sie sich jedoch ausschließlich der Schriftstellerei. Etliche ihrer Romane wurden ausgezeichnet und werden mittlerweile in bis zu 20 Sprachen übersetzt.

"Manchmal muss man Geschichten erfinden, um das Leben erträglich zu machen."

Der 20-jährige Blaise Fortune lässt seine Kindheit Revue passieren. Er lebt erst seit er 12 Jahre ist in Frankreich und wuchs im Kaukasus, also in einer Kriegs- bzw. Krisenregion, auf. Seine lebhafteste Erinnerung ist die an Gloria Bohéme. Gloria zog ihn auf und war der Mensch, der in seiner Kindheit immer für ihn da war. Sie lebten nie lange an einem Ort. Ständig auf der Flucht, vor der Miliz und dem Krieg. Ein Leben in größter Armut, mit ständigem Hunger und Freundschaften, die durch überstürzte Aufbrüche, immer wieder auseinander gingen. Ein Leben mit nur einem Ziel, nach Frankreich zu kommen.

Jeden Abend, an welch fürchterlichem Ort sie auch übernachten müssen, lässt sich Blaise - oder Koumaïl, wie er im Kaukasus genannt wird - von Gloria seine Geschichte erzählen. Sie fand ihn als Baby bei einem Zugunglück. Seine Mutter hätte sich das Rückgrat gebrochen und Gloria nahm ihn, auf deren Wunsch hin, an sich. Später habe sie seine Mutter Jeanne Fortune in den Krankenhäusern nicht mehr wieder gefunden. Deshalb kümmere sie sich um ihn, bis sie nach Frankreich kommen und seine Mutter finden.

Doch auf dem Weg dahin verliert er Gloria. Die französischen Zollbeamten finden ihn schlafend in einem Schweinetransport. Ganz allein...

Ein Kriegs-Kinderschicksal

Kaum angefangen war ich von der Lektüre gefesselt und konnte nicht aufhören, bis ich das Buch ausgelesen hatte. Ich las in einfacher, doch nachhaltig beeindruckender Sprache von größter Armut und wie die Menschen damit umgehen. Ich las von großer Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Leid und den Kampf ums nackte Überleben. Dabei dachte wesentlich mehr als einmal, wie gut es dagegen selbst den ärmsten Menschen in unserem Land geht! Dennoch ist die Geschichte eher wertfrei geschrieben und keinesfalls mitleidheischend. Die Dinge sind eben so, wie sie sind und daraus muss einfach das Beste gemacht werden. Nur mit Hoffnung im Herzen kann man überleben. Ein Blick über den Tellerrand hinaus!

Bei allem Elend schaffen es Kinder und Erwachsene immer wieder, sich über kleine Dinge zu freuen und träumen von einer besseren Zukunft. Diese möchte Gloria für Koumaïl-Blaise in jedem Fall. Statt sich von Rückschlägen ins Boxhorn jagen zu lassen, schafft sie es jedes Mal aufs Neue, für sich und das Kind eine Bleibe und etwas zu Beißen zu finden. Den Grund dafür ahnte ich schon bis zur von der Autorin gewollt preisgegebenen Auflösung einige Male. Allerdings minderte das in mir keinesfalls den Drang weiter zu lesen.

Als Blaise dann mutterseelenallein in Frankreich ist, sagt er nichts als die Wahrheit. Die Wahrheit, die er kennt, seit er sich erinnern kann. Anfangs hat er das Gefühl vor Sehnsucht nach Gloria sterben zu müssen. Durch die Kinderrechtskonvention, die besagt, dass ein verlassener Minderjähriger unter besonderem Schutz der Republik Frankreich steht, bekommt er in einem Heim so etwas wie ein Zuhause. Die Schule lenkt ihn von seiner größten Sehnsucht nach Gloria ab und mit seinen Klassenkameraden - verlassene Kinder aus allen möglichen Ländern unter dem gleichen Migrationshintergrund - bildet er so etwas wie eine verschworene Gemeinschaft.

Der Wunsch, seine Mutter zu finden, verblasst mit der Zeit, die Sehnsucht nach Gloria bleibt. Nun ist er französischer Staatsbürger mit echtem französischem Pass und auf dem Weg nach Tiflis, zu der Frau, die ihn mehr als die Hälfte seines Lebens begleitete. Auf dem Weg Antworten auf die Frage zu finden, was an jenem Tag, als seine "Kindheit" endete, passierte, warum sie auf einmal nicht mehr da war. All das wird er erfahren und noch viel mehr.

Ein Buch, welches meiner Meinung nach in den Schulunterricht aufgenommen werden sollte. Denn obwohl es vor allem im Kaukasus und in Frankreich spielt, ist die darin behandelte Problematik sehr wohl international und auch auf unser Land adaptierbar. Jüngere Geschichte aus der Krisenregion Kaukasus, stellvertretend für jedes andere Kriegs- und Krisengebiet, erzählt aus der ICH-Perspektive eines Kriegskindes. Leicht und flüssig zu lesen, nicht ganz so leicht verdaubar, aber hundertprozentig lesenswert!
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