Eigentlich eine nette Idee, aus der man viel mehr hätte machen können: Durch eine unbekannte Macht wird die Erde in verschiedene Zeitzonen getrennt und wieder zusammengesetzt, sodass nun Menschen aus den unterschiedlichsten Epochen aufeinander treffen. Was ganz nett beginnt versandet irgendwie, weil man das Gefühl hat, dass alles nur auf die Konfrontation zwischen Alexander dem Großen und Dschingis Khan hinauslaufen soll - nur warum - das habe ich irgendwie nicht verstanden.
Wie so oft bei Clarke und Baxter sind die Charaktere sehr dünn, leblos, oberflächlich und unglaubwürdig gezeichnet, was es wirklich schwer macht den beiden die Story abzunehmen (besonders deutlich wird das für mich in der Fortsetzung, als die Protagonistin nicht einen Gedanken an Ihren Liebhaber aus der Vergangenheit vergeudet und es ihr scheinbar egal ist, was aus ihm wurde).
Als reine Geschäftemacherei würde ich den Versuch werten, diese Story als "Anknüpfung" an Clarkes' Odyssee zu verkaufen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass eine höhere Macht auftritt und in Form ein seltsames geometrisches Objekt (bei der Odyssee die Quader - hier sind es Kugeln) eine Art Wächter-Rolle zu spielen scheint, konnte ich noch nicht mal Parallelen - geschweige denn Fortsetzungen oder Anknüpfungspunkte entdecken. Ich fand allerdings schon Motive auch aus anderen Werken wieder - die neue Zusammensetzung der Erde und das Aufeinandertreffen von Menschen aus unterschiedlichen Zeitaltern erinnerte mich z.B. an Baxters Multiversums-Trilogie (in dem Fall war es glaube ich der 3. Band, in dem etwas ähnliches auf dem Mond passierte). Oder, wenn man die Fortsetzung "Sonnensturm" direkt mit einbezieht Clarkes' "Fahrstuhl zu den Sternen".
Da auch nach dem "Sonnensturm" der negative Eindruck bestehen blieb, muss ich alles in allem enttäuscht feststellen, dass eine eigentlich gute Geschichte schlecht erzählt wurde und viel erzählerisches Potenzial ausgelassen wurde. Und sollte es doch noch eine Fortsetzung geben (woran ich mittlerweile nicht mehr glaube) - die spare ich mir lieber... Freunden guter Science Fiction lege ich da eher Dan Simmons, Alastair Reynolds oder auch ältere Werke dieser beider Autoren (z.B. Clarkes' Odyssee, die Rama-Romane, "Die letze Generation" oder Baxters Meisterwerk "Zeitschiffe") ans Herz legen.