Meiner Meinung zu Welt und Setting habe ich schon in meiner Rezension zum ersten Teil kundgetan, daher werde ich sie hier nicht wiederholen.
Nun zum eigentlichen Buch. Dies ist die Fortsetzung von "Die Zauberer", macht aber definitiv einiges besser als der erste Teil, allerdings in meinen Augen auch erneut einige Fehler.
Was sich definitv gebessert hat ist der Schreibstil. Zwar gibt es auch hier wieder, teilweise sehr ungewohnte, Stilmittel im Text, die aber den Lesefluss im Vergleich zum ersten Teil deutlich weniger beeinträchtigen.
Die Geschichte ist auch deutlich packender als noch im ersten Teil. Man ist direkt nach den ersten paar Seiten wieder in der Welt drin und die Geschichte reißt einen direkt mit. Natürlich gibt es hier und da einige etwas langatmige Stellen, aber die sind relativ selten. Auch werden Charaktere, die im ersten Band nur eine sehr nebensächliche Rolle hatten, in die Geschichte eingebunden. Viele davon haben einen, meist leider recht kurzen, aber dafür für den Fortgang der Geschichte durchaus wichtigen Auftritt, welcher der Story eine interessante Wendung verleiht (SPOILER: Erinnert sich noch jemand an den Metall verformenden Novizen in Shakara? Ich muss gestehen, ich nicht, bis dieser plötzlich eine durchaus wichtige Rolle einnahm). Leider sind diese Rollen, wie gesagt, oft eher kurz und enden meistens mit dem Tod des Charakters.
Was mich ein wenig genervt hat war, dass einer der Kernpunkte der Story die Liebesbeziehungen zwischen Granock, Alannah und Aldur sind. Diese sind zwar wichtig für die Geschichte, da sie die allgemeine Beziehung unter den Charakteren sehr beeinflusst, aber nach dem x-ten Mal hat man dann eher so ein "Mh, schon wieder?"-Gefühl. Hier wäre etwas weniger wohl mehr gewesen.
Wiederum sehr positiv anzurechnen ist, dass die Geschichte einige Wendungen und Offenbarungen beinhaltet, die nicht oder kaum zu erwarten sind. Während ich im ersten Band mir den Großteil der Geschichte nach etwa der Hälfte des Buches denken konnte, ist die Story hier weit weniger vorraussehbar und überrascht, gerade im hinteren Drittel durchaus oft. Hier ein dickes Plus für die Story.
Die von mir bereits zum ersten Teil angemängelte, unübersichtliche Karte ist leider geblieben. Daher hier auch wieder der gleiche Kritikpunkt: Die Karte ist, meiner Meinung nach, teilweise wahnsinnig schwer zu lesen und sehr unübersichtlich.
Auch die elfische Sprache ist geblieben, auch wenn sie diesmal seltener kryptisch ist und neue Begriffe desöfteren auch direkt im Text erklärt werden. Die Kapiteltitel sind ebenfalls wieder auf elfisch, aber wie im ersten Band habe ich sie nicht übersetzt und auch nicht vermisst.
Fazit: Dieses Buch ist ein klares Muss für jeden, der "Die Zauberer" mochte. Für alle anderen, die "Die Zauberer" zu Ende gelesen haben lohnt sich vielleicht ein Blick, dieser Band macht vieles besser als der erste. Für die, die den ersten nicht oder nicht zu Ende gelesen haben empfehle ich diesen Band nicht, da die Geschichte nahtlos an den ersten Band anschließt und einem sonst viel Hintergrundwissen fehlt. Kurz: Dies ist eine wirkliche gute Fortsetzung des ersten Buches, ist ohne das Vorwissen aus diesem vermutlich nur schwer nachzuvollziehen.
Die 4 Sterne erhält das Buch für seine interessante Story, einen netten Spannungsbogen, der bis zum Ende hält und den ein oder anderen "Aha!"-Moment. Den 5. Stern kostet es vor allem die oben genannte "Love-Story", die gegen Ende von mir oft nur noch schnell überflogen wurde, damit die eigentliche Story endlich weitergehen kann.