Nach dem gleichnamigen Roman von Barbara Noack ist unter der Regie von Helmut Käutner ein ganz entzückender Film entstanden, den ich unbedingt für sehenswert halte. Die deutsche Filmbranche der 50er Jahre wird hier auf sehr charmante Art durch den Kakao gezogen.
Regen in Hamburg, 1956. Juliane Thomas (Liselotte Pulver), eine fantasievolle und romantisch veranlagte Schriftstellerin, hat bisher das große Glück in der Liebe noch nicht gefunden. Frustriert reist sie zu ihrem Onkel Julius, der Zahnarzt ist, nach Berlin, um ihm in der Praxis auszuhelfen. Dort begegnet ihr der sehr gutaussehende Schweizer Arzt Dr. Jean Berner (Paul Hubschmid), mit dem sie sich augenblicklich eine romantische Liebesbeziehung, ja eine Verlobung in Zürich vorstellt. Er begleitet einen ungehobelten Klotz, genannt "Büffel" (Bernhard Wicki) wegen Zahnweh. Büffel und Julchen treffen sich schon bald wieder, denn Büffel arbeitet bei den "Famosa-Filmstudios", denen sie ihr neues Manuskript vorlegt.
Büffel ist ein wirklich unausstehlicher Kerl: ein Miesepeter, grob, rücksichtslos, unhöflich, rüpelhaft, ein amusischer Klotz und er macht sich einen Spaß daraus, die etwas naive und törichte Juliane zu foppen. Doch eigentlich mag er seine neue Drehbuchautorin sehr, sehr gerne ... Außerdem hat er einen etwa 10-jährigen Sohn Pips, der wiederum einen weißen Pudel hat, genannt Püppi. Sein Frau verstarb vor Jahren bei einem Unfall. Juliane wehrt Büffels ziemlich rüde Avancen erfolgreich ab, verstrickt sich aber durch eigene Lügen immer weiter in enorme Verwicklungen. Natürlich trifft sie den schönen Jean wieder und es kommt sogar zu einem romantischen Stelldichein in einer einsamen Alpen-Berghütte ...
Neben "Kohlhiesels Töchter" und "Eins, zwei drei" eine weitere Paraderolle für Lilo Pulver, die einfach einmalig spielt. Lilo im Negligé und kurzen Höschen - das ist so süß ... Doch auch Bernhard Wicki als Büffel und Roland Kaiser als Pips gefallen mir sehr gut. In Nebenrollen treten Sonja Ziemann und Rudolf Platte auf. Die Cha-Cha-Cha-Einlage der Drei-Mann-Band am Silvesterabend ist eine Schau, aber der absolute Knaller ist Jeans 86-jährige Tante Marie mit lila Haaren und lila Püdelchen, die mit Juliane diskutiert, ob Jean nun ein Heiliger, oder ein Trottel ist. Köstlich!!
Der Film ist keine Minute langweilig und muss ein wahrer Lichtblick im trüben Nachkriegsdeutschland gewesen sein. Ein heitere, unbeschwerte Komödie mit vielen witzigen Ideen, intelligenten Dialogen und ein klein wenig Tiefgang. Bild und Ton der DVD sind gut, die Farben sehr leuchtend (vermutlich nachgearbeitet) und es gibt noch den Original-Trailer und Starinfos auf der DVD.