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Die Züchtigung: Roman
 
 
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Die Züchtigung: Roman [Taschenbuch]

Anna Mitgutsch
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 1987)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423107987
  • ISBN-13: 978-3423107983
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 156.081 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine Mutter, die als Kind geschlagen und ausgebeutet wurde, kann ihre eigene Tochter nur durch Schläge zu dem erziehen, was sie für ein »besseres Leben« hält.

Autorenporträt

Anna Mitgutsch wurde 1948 in Linz geboren. Sie unterrichtete Germanistik und amerikanische Literatur an zahlreichen ausländischen Universitäten, lebte und arbeitete viele Jahre in den USA und hält sich regelmäßig in Boston auf. Von ihr sind zuletzt 'Die Ausgrenzung' (1989), 'In fremden Städten' (1992), 'Abschied von Jerusalem' (1996) und die Poetikvorlesungen 'Erinnern und Erfinden' (1999) erschienen.Anna Mitgutsch wurde 1948 in Oberösterreich geboren, studierte Germanistik und Anglistik, war einige Zeit Assistentin am Institut für Amerikanistik in Innsbruck. Längere Aufenthalte in Israel, England und Korea. Von 1979 bis 1985 unterrichtete sie in Boston deutsche Sprache und Literatur. Heute lebt sie in Linz.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von D.Marone
Format:Taschenbuch
"Die Züchtigung" ist eines der bestgeschriebenen Bücher, die mir je begegnet sind. Dieser Roman, der in verschiedenen Rückblenden (die den Lesefluss keineswegs holpern lassen) das Leben dreier Frauengenerationen, Tochter, Mutter, Großmutter - alle drei verstrickt in Gewalt, Hass, Selbsthass, Einsamkeit und der Unfähigkeit, sich aus diesen Verstrickungen zu lösen.

Der Roman beginnt auf einem österreichischen Bauernhof einige Jahre vor dem 2. Weltkrieg. Hier wächst Marie, die Mutter der Hauptperson auf, in einer ländlich-derben Umgebung: der Vater säuft, hurt und schlägt den Rest der Familie. Die Mutter verachtet die Tochter und behandelt sie mehr als Konkurrentin... Diese ersten Szenen sind sehr stark und atmosphärisch: Ein perfektes Sittengemälde - die derb-brutale Ehe der Eltern, die kuhwarmen Ställe, die kleinen Konkurrenzkämpfe der Geschwister, die weiten Wiesen, die von Hand gemäht werden, die halb ungebildet, halb selbstgerecht-schadenfrohe Bauerngesellschaft unter Nazi-Herrschaft. Mitten darin die häßliche, sich unverstanden fühlende Marie.

Dann ist Marie erwachsen, verheiratet mit einem sozial unterlegenen Mann, hat selbst ein Kind: Der eiserne Wille zum gesellschaftlichen Ausstieg macht sie zur Züchtigerin. Sie reicht die Gewalt weiter, aber anders - sie ist nicht jähzornig und unbeherrscht wie ihr Vater, sie ist kalt und gerecht, wie man sich die Direktorin eines engl. Internates vorstellt. Und die Tragik der Geschichte nimmt ihren Lauf: sie schlägt ihr Kind brutal, sie deformiert es, sie zerstört es und nimmt ihm jede Lebenstüchtigkeit.

Vielleicht reichen von der Handlung viele Biographien an dieses Buch heran, aber die Exzellenz dieses Buchs besteht in der Erzählweise: Zeitweise schreibt Mitgutsch sehr "authentisch", man hört den breiten österreichischen Dialekt, alltagssprachlichen Satzbau - und unvermittelt driften Passagen dann ins Lyrische, ins Surrealistische und sie wartet mi t starken Bildern auf, als wären die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt plötzlich aufgehoben. (Manchmal hätte man sich fast ein wenig mehr Zurückhaltung gewünscht.)

Auf jeden Fall eine Empfehlung wert: großartig geschrieben, keine Längen, authentisch und psychologisch glaubwürdig.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gänsehaut inklusive!!! 9. Februar 2007
Von Sina
Format:Taschenbuch
Marie opfert sich für ihre Familie auf. Allen voran für ihre einzige Tochter Vera. Daheim wird sogar gehungert, nur um Vera den Besuch einer teuren Privatschule zu ermöglichen. Sie soll es schließlich einmal besser haben als Marie.

Aber das Kind ist undankbar. Es weiß nicht zu schätzen was die Familie für sie tut. Und Undankbarkeit gehört bestraft. Gehorsam und gutes Betragen gehört erzwungen.

In 18 Jahren psychischer und physischer Misshandlung und Demütigung gibt Marie all den Schmerz den sie selbst während ihrer lieblosen Kindheit und Jugend erleiden musste an Vera weiter. Nichts kann diese ihr Recht machen und das geringste Zuwiderhandeln gegen ihre strengen Regeln wird unbarmherzig bestraft.

Vera ist mittlerweile erwachsen und selbst Mutter einer Tochter. Marie ist schon lange tot, doch sie bestimmt immer noch Veras Leben und Denken. Immer wieder ertappt sie sich dabei ihrer Mutter gefallen zu wollen, mit Ehrgeiz und Arbeitsamkeit um ihre Anerkennung und Liebe zu eifern.

Verzweifelt versucht sie ihrer Tochter eine glücklichere Kindheit zu geben als sie selbst hatte - den Kreislauf zu unterbrechen. Doch ihr endloser Kampf gegen den Schatten ihrer Mutter und ihre immer wiederkehrende Flucht vor der Vergangenheit machen sie blind für die Wurzellosigkeit und das Unglück ihres Kindes - nicht mit Schlägen, sondern durch Unnahbarkeit und Gefühlskälte verletzt sie es.

Ein Buch das bewegt, mitreisst, aufwühlt und einen lange nach Zuklappen nicht mehr losläßt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fühlbare Geschichte 11. Juli 2004
Format:Taschenbuch
Selten findet man ein Buch was so unter die Haut geht. Schon von der ersten Seite wird man in das Leben der Marie gezogen.

Marie hat ihr ganzes Leben nur einen Wunsch. Liebe und Anerkennung. Schon als Kind wird ihr das verwehrt. Mit Schlägen zeigen ihre Eltern, was eine "Erziehung" ist.

Unglücklich verheiratet, immer noch hoffend auf Liebe und Anerkennung wird sie Mutter. Die Kälte und Gewalt, die sie in sich hat, gibt sie weiter an ihre Tochter.

Man liest und könnte aufschreien "hör auf das Kind zu schlagen, gib ihm Liebe". Und am Ende kommen einen die Tränen vor Mitleid für Marie.

Anna Mitgutsch schreibt so intensiv, dass man nicht glauben mag, dass es eine erfundene Geschichte ist.

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