Die Autorin (1937-1992) ist eine tragische Figur. Tochter einer großbürgerlichen Familie - ihr Vater war Direktor bei Siemens verschreibt sie sich zunächst antibürgerlicher Literatur. Ihr erster Roman ist gleichzeitig ihr erfolgreichster. Sie wird Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei, tritt im Juni 1989 aus Angst vor einer Reformbewegung aus und ein Vierteljahr später wieder ein. Nach dem Untergang der DDR hält sie an ihren politischen Idealen fest. Persönliche Probleme, literarische Erfolglosigkeit und politische Perspektivlosigkeit führen zur totalen Isolation Elsners in ihrer schwabinger Wohnung. Sie wird depressiv und nimmt sich im Mai 1992 durch den Sprung aus einem Fenster im vierten Stock das Leben. Der Roman aus dem Jahr 1984 ist keine Überraschung. Es ist ein typisch feministischer Roman aus jener Zeit. Da ist Emanzipation nicht die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sondern die Beherrschung des Mannes durch die Frau. Alfred Giggenbacher ist die Hauptperson. Er und seine Frau Bettina führen eine distanzierte Ehe. Beide sind intellektuelle Kulturschaffende: Giggenbacher hat gerade ein wenig erfolgreiches Theaterstück verfasst, Bettina ist neidisch. Also beschließt sie, sich zu wehren: Sie nimmt sich einen Liebhaber, beginnt, einen Roman zu schreiben, und erringt einen Riesenerfolg damit. Giggenbacher beginnt zu kochen und zu putzen, wird fett, ihm wachsen Brüste, sein Glied schrumpft, er wird impotent und lässt sich mit einem Homosexuellen ein. Ein Ausbruchsversuch aus seiner Hausfrauenrolle geht gründlich in die Hose, und am Ende strickt er Kleidung für das Baby, das Bettina von ihrem Liebhaber bekommen hat... Ein böser, sehr weiblicher Roman, sehr böse, aber leider auch vergleichsweise unglaubwürdig. Der Roman bietet jedoch ein interessantes Bild der Emanzipationsbewegung der 80er Jahre, wie sie die modernen, intellektuellen Frauen sich wünscht.