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Die Zähmung
 
 
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Die Zähmung [Broschiert]

Gisela Elsner
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Broschiert, Mai 2002 --  

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Produktinformation

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: Verbrecher Verlag (Mai 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935843097
  • ISBN-13: 978-3935843096
  • Größe und/oder Gewicht: 17,1 x 12,1 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.049.270 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gisela Elsner
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Produktbeschreibungen

Context XXI (Jutta Sommerbauerl)

“Die Zähmung” ortet im Rollentausch weder ein subversives Potenzial, noch hat Elsner eine Geschlechterposse fabriziert. Was bleibt ist einzig Unbehagen. Dass in der Vergangenheit weder Frauenbewegung noch literaturwissenschaftliche Genderforschung die Schriftstellerin entdeckten, verwundert erst einmal. Doch angesichts des damaligen Wunsches nach erbaulich-authentischen Bildern ist es (dann doch) einsichtig. Elsner aber (zer)stört dieses Bedürfnis. Wäre es um die Zähmung einer Frau gegangen, hätte es sich also um ein Identifikationsangebot gehandelt, “das der Leser schon auf der ersten Seite anzunehmen gezwungen gewesen wäre”, schreibt Tjark Kunstreich im Nachwort zur im Berliner Verbrecher Verlag erschienenen Neuauflage. Dagegen verstößt der Roman nach allen Regeln Elsners Kunst. Denn der Schriftstellerin ging es mitnichten darum, Beziehungsalternativen zu dieser Gesellschaft zu konstruieren.

Kurzbeschreibung

Am 2. Mai 2002 wäre Gisela Elsner 65 Jahre alt geworden. Sie wird es nicht, da sie sich am 13. Mai vor zehn Jahren in München das Leben nahm. Aus Anlass des zehnten Todestages veröffentlicht der Verbrecher Verlag nun erneut Gisela Elsners Roman äDie Zähmung, einen Klassiker der realistischen Literatur. äDie Zähmung des Schriftstellers Alfred Giggenbacher durch seine Ehefrau, die Filmemacherin Bettina Begemann, galt 1984, als diese äChronik einer Ehe in Westdeutschland erschien, als Satire des Geschlechterrollentauschs. Achtzehn Jahre später ist von der ägalligen Komik, die der Verlag seinerzeit versprach, nichts, aber auch gar nichts mehr übrig. Vielmehr erinnert Gisela Elsner in der Radikalität ihrer Ablehnung der Errungenschaften von 1968 an Houellebecqs Beschreibungen des postmodernen Beziehungselends. (aus dem Nachwort von Tjark Kunstreich)

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Format:Broschiert
Die Autorin (1937-1992) ist eine tragische Figur. Tochter einer großbürgerlichen Familie - ihr Vater war Direktor bei Siemens verschreibt sie sich zunächst antibürgerlicher Literatur. Ihr erster Roman ist gleichzeitig ihr erfolgreichster. Sie wird Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei, tritt im Juni 1989 aus Angst vor einer Reformbewegung aus und ein Vierteljahr später wieder ein. Nach dem Untergang der DDR hält sie an ihren politischen Idealen fest. Persönliche Probleme, literarische Erfolglosigkeit und politische Perspektivlosigkeit führen zur totalen Isolation Elsners in ihrer schwabinger Wohnung. Sie wird depressiv und nimmt sich im Mai 1992 durch den Sprung aus einem Fenster im vierten Stock das Leben. Der Roman aus dem Jahr 1984 ist keine Überraschung. Es ist ein typisch feministischer Roman aus jener Zeit. Da ist Emanzipation nicht die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sondern die Beherrschung des Mannes durch die Frau. Alfred Giggenbacher ist die Hauptperson. Er und seine Frau Bettina führen eine distanzierte Ehe. Beide sind intellektuelle Kulturschaffende: Giggenbacher hat gerade ein wenig erfolgreiches Theaterstück verfasst, Bettina ist neidisch. Also beschließt sie, sich zu wehren: Sie nimmt sich einen Liebhaber, beginnt, einen Roman zu schreiben, und erringt einen Riesenerfolg damit. Giggenbacher beginnt zu kochen und zu putzen, wird fett, ihm wachsen Brüste, sein Glied schrumpft, er wird impotent und lässt sich mit einem Homosexuellen ein. Ein Ausbruchsversuch aus seiner Hausfrauenrolle geht gründlich in die Hose, und am Ende strickt er Kleidung für das Baby, das Bettina von ihrem Liebhaber bekommen hat... Ein böser, sehr weiblicher Roman, sehr böse, aber leider auch vergleichsweise unglaubwürdig. Der Roman bietet jedoch ein interessantes Bild der Emanzipationsbewegung der 80er Jahre, wie sie die modernen, intellektuellen Frauen sich wünscht.
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