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Die Wut der arabischen Welt: Warum der jahrhundertelange Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen weiter eskaliert
 
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Die Wut der arabischen Welt: Warum der jahrhundertelange Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen weiter eskaliert [Gebundene Ausgabe]

Bernard Lewis , Thomas Pfeiffer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wo liegen die Wurzeln von Bin Ladens Terrorismus? Bernard Lewis -- emeritierter Professor für Near Eastern Studies an der Princeton University -- gibt auf diese Frage keine einfachen Antworten à la Huntington (Kampf der Kulturen). Um zu erklären, woher der Hass muslimischer Fundamentalisten auf den Westen kommt, geht er bis zu den Anfängen des Islams vor 1.400 Jahren zurück.

Den Hauptgrund des Konflikts zwischen Islam und Christentum sieht Lewis in den Gemeinsamkeiten beider Religionen: Beide betrachten sich als auserkoren, die einzig wahre Offenbarung zu besitzen -- und halten es für ihre Pflicht, den Rest der Welt zur eigenen Lehre zu bekehren. Anders als im Christentum hat es im Islam aber keine Trennung von Kirche und Staat, von Religion und Politik gegeben. Während die Kreuzzüge im Christentum eine vorübergehende Episode blieben, gilt der Dschihad im Islam deshalb bis heute als legitimes Mittel der Mission.

Die Selbstmordattentate des 11. Septembers sind damit aber noch lange nicht erklärt. Um die Entstehung des militanten islamischen Fundamentalismus nachzuzeichnen, weitet Lewis die Analyse auf eine ganze Reihe weiterer Faktoren aus -- vom napoleonischen Ägypten-Feldzug über die saudischen Petrodollars bis zur Nahostpolitik der USA. Dabei ist es dem Autor hervorragend gelungen, die Dinge differenziert und trotzdem gut verständlich darzustellen. Schade nur, dass der Verlag es nicht beim Titel des englischen Originals -- The Crisis of Islam -- belassen hat. Denn den reißerischen Titel, den es im Deutschen trägt, hat das Buch nicht verdient. --Bernhard Wörrle

Pressestimmen

23.08.2003 / Die Welt: Was ist bloß mit den Moslems los? "Wie von einem Spezialisten nicht anders zu erwarten, atmet das Buch Ruhe und Übersicht. Kein Satz, aus dem nicht Lewis' überwältigendes Wissen spräche."

07.10.2003 / Neue Zürcher Zeitung: Blickwechsel "Bernard Lewis ist gewiss einer der gescheitesten, reichstdokumentierten, brillantesten Orientalisten unserer Zeit."

07.10.2003 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die große Demütigung "Tatsächlich ist der Ansatz des Buchs fairer, als dies bei zahlreichen anderen Publikationen der Fall ist [...] Der Leser bekommt eine Ahnung, was die islamische Welt so zornig macht."

10.10.2003 / VDI Nachrichten: Lesetipp "Mit großer Souveränität zeichnet Lewis Entstehung und Aufstieg des Islam, die in die Epoche des europäischen Mittelalters fallen."

06.11.2003 / Rheinischer Merkur: Als Bagdad noch vor Aachen lag "Bei Lewis wird der entscheidende und von nur ganz wenigen Autoren beachtete Unterschied herausgearbeitet, der für den Konflikt zwischen beiden Kulturen verantwortlich ist."

01.12.2003 / Das Parlament: Der 'große Satan' Amerika "Eine beachtenswerte und kenntnisreiche Arbeit."

09.12.2003 / 3sat Kulturzeit: Kampf der Religionen "Lewis findet Antworten jenseits von westlicher Überheblichkeit und Verschwörungs-Theorien islamischer Ideologen."

Die Welt, 23. August 2003

"Wie von einem Spezialisten nicht anders zu erwarten, atmet das Buch Ruhe und Übersicht. Kein Satz, aus dem nicht Lewis' überwältigendes Wissen spräche."

Neue Zürcher Zeitung, 7. Oktober 2003

"Bernard Lewis ist gewiss einer der gescheitesten, reichstdokumentierten, brillantesten Orientalisten unserer Zeit."

Kurzbeschreibung

Bernard Lewis macht eindringlich klar, dass islamischer Terror keineswegs die Sache einer isolierten Minderheit ist. Die Ressentiments gegen den Westen sind verbreitet und reichen zurück in eine lange Geschichte der Erniedrigungen. Lewis erklärt die Befindlichkeit der Muslime einfach und einleuchtend. Objektiv und verständlich wie kein anderer zeichnet er die großen Linien der Geschichte nach und benennt die Ursachen für die wachsende Wut auf den Westen.

Der Verlag über das Buch

Die lange Geschichte des Konflikts zwischen Westen und Islam verständlich erklärt

Das Verhältnis von Westen und Islam ist das große außenpolitische Thema unserer Zeit. In seinem neuen Buch beleuchtet der renommierte Nahost- und Islamexperte Bernard Lewis die Wurzeln dieses Konflikts auf verständliche Weise.

George Bush und andere westliche Politiker betonen immer wieder, dass der von den westlichen Nationen geführte Krieg ein Krieg gegen den Terrorismus und nicht gegen Muslime ist. Aus islamischer Perspektive wird der Krieg jedoch als religiöser Krieg für den Islam und gegen die Ungläubigen und damit gegen die Vereinigten Staaten wahrgenommen. Diese gegensätzlichen Sichtweisen hängen nicht nur damit zusammen, dass für den Islam Politik und Religion nicht zu trennen sind. Zivilisatorische Unterschiede und divergierende historische Weltbilder erschweren ein tieferes Verständnis für die jeweils andere Kultur.

Bernard Lewis macht deutlich, dass die Befindlichkeit der Muslime nur im Kontext der subjektiven Identität der Menschen im Nahen Osten und vor dem Hintergrund der Geschichte der Region richtig verstanden und bewertet werden kann. So stellt Lewis den Konflikt zwischen der islamischen Welt und dem Westen im Licht der historischen Zusammenhänge dar. Er zeigt, dass der islamische Terrorismus keineswegs die Sache einer isolierten Minderheit ist, sondern dass die Ressentiments gegen den Westen verbreitet sind und eine lange Geschichte der Erniedrigungen haben.

Bernard Lewis verfügt über die herausragende Fähigkeit, die muslimische Befindlichkeit im historischen und kulturellen Kontext zu erklären. Er zeichnet nicht nur die großen Linien der Geschichte nach, die ursächlich sind für die wachsende islamische Wut auf den Westen. Gleichzeitig entwickelt er beim Leser eine Sensibilität für das historische Weltbild der Muslime, das verständlich macht, wie der »Kampf der Kulturen« eskalieren konnte. Denn um wirksame Methoden zur Bekämpfung des Terrorismus zu entwickeln, ist es unerlässlich, die Kräfte zu verstehen, die ihn nähren und antreiben.

Über den Autor

Bernard Lewis lehrte bis 1974 an der Universität London. Bis 1986 war er in Princeton, USA, Professor für Geschichte des Nahen Ostens. Seine Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt. The Crisis of Islam stand wochenlang auf der Bestsellerliste der New York Times.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

In den letzten Jahrzehnten wird im Nahen Osten immer häufiger ein neuer, schwerwiegender Vorwurf gegenüber der amerikanische Politik in der Region geäußert: Amerika wird nicht mehr nur der Komplizenschaft mit dem Imperialismus oder dem Zionismus bezichtigt, sondern auch der - die Menschen dort unmittelbarer betreffenden - Komplizenschaft mit den korrupten Diktatoren, die sie regieren. Aus naheliegenden Gründen wird dieser spezielle Vorwurf weder in der öffentlichen Diskussion noch in Gesprächen zwischen Mitarbeitern der Außenministerien und Diplomaten häufig vorgebracht. Regierungen im Nahen Osten wie die Regierung Syriens oder die Palästinensische Behörde verstehen es sehr gut, ihre eigenen Medien zu kontrollieren und die Medien in den westlichen Staaten zu beeinflussen. Aus ebenso naheliegenden Gründen wird dieser Vorwurf auch an den diplomatischen Verhandlungstischen niemals ausgesprochen. Immer lauter und dringlicher dagegen wird er in Diskussionen mit Leuten vorgebracht, denen man vertrauen kann, und in jüngster Zeit sogar in der Öffentlichkeit. Das gilt beileibe nicht nur für radikale Islamisten, für die dieser Vorwurf ein, um nicht zu sagen das zentrale Thema ist. Interessanterweise wurde in der iranischen Revolution von 1979 dieser Vorwurf jedoch öffentlich ausgesprochen. Neben dem Schah, dem vorgehalten wurde, die Vereinigten Staaten zu unterstützen, wurde Amerika dafür angegriffen, einen in den Augen der Revolutionäre gottlosen und diktatorischen Führer als Marionette installiert zu haben. In den folgenden Jahren mussten die Iraner feststellen, dass fromme Diktatoren ebenso schlimm oder noch schlimmer als gottlose Diktatoren sein können - und dass sie für diese besondere Spielart der Diktatur noch nicht einmal ausländische Mächte oder politische Modelle verantwortlich machen können. Doch ein Vorwurf, der häufig gegen die Vereinigten Staaten und gegen den Westen erhoben wird, hat eine gewisse Berechtigung: Die Menschen im Nahen und Mittleren Osten beklagen sich immer häufiger, dass der Westen sie hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Wohlstands sowie ihrer politischen Freiheit sowohl von dem her, was von ihnen erwartet wird, als auch von dem her, was sie erwarten dürfen, nach anderen, soll heißen niedrigeren Maßstäben beurteilt. Sie werfen westlichen Politikern vor, immer wieder politische Konzepte zu ignorieren oder gar zu verteidigen und Herrscher zu unterstützen, die sie in ihren eigenen Staaten nicht tolerieren würden. Heutzutage teilen im Westen vergleichsweise wenige Menschen die Auffassung, der Westen sei in eine Konfrontation mit dem Islam verstrickt. Dennoch ist die Sichtweise weit verbreitet, dass beträchtliche Unterschiede zwischen der hoch entwickelten, westlichen Zivilisation und dem Rest der Welt bestehen, namentlich den islamischen Völkern, und dass Letztere in mehrerlei Hinsicht anders sind, wobei das im Stillen mitgedachte "minderwertig" freilich nicht ausgesprochen wird. Selbst extreme Verstöße gegen die Bürgerrechte, die politischen Freiheiten oder die Menschenwürde werden ignoriert oder beschönigt, und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in einem europäischen Land oder in Nordamerika einen Sturm der Entrüstung entfachen würden, werden als normal oder gar akzeptabel hingenommen. Regime, die solche Verstöße begehen, werden nicht nur toleriert, sondern - wie beispielsweise Saudi-Arabien, Syrien, der Sudan und Libyen - sogar in die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen gewählt. Dahinter steht die unausgesprochene Annahme, dass die arabischen Völker unfähig sind, eine demokratische Gesellschaft zu bilden, und sie weder imstande noch auch nur willens sind, die Menschenwürde zu achten. Das heißt mit anderen Worten: Sie werden auch künftig von korrupten Despoten regiert werden. Es ist nicht Sache des Westens, sie zu bevormunden, geschweige denn, sie zu verändern. Sache des Westens ist es allein, dafür zu sorgen, dass die Despoten den westlichen Interessen nicht schaden. In dieser Weltsicht ist es gefährlich, den Status quo zu verändern, und diejenigen, die für sich selbst und ihre Landsleute ein besseres Leben wünschen, werden verurteilt und häufig aktiv unterdrückt. Es ist nun einmal einfacher, billiger und sicherer, einen unbequemen Diktator durch einen willfährigen Diktator zu ersetzen, als sich den unwägbaren Risiken eines Regimewandels auszusetzen, zumal wenn dieser Wandel durch den in freien Wahlen ausgedrückten Willen des Volkes vollzogen wird.

Auszug aus Die Wut der arabischen Welt. von Bernard Lewis. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

In den letzten Jahrzehnten wird im Nahen Osten immer häufiger ein neuer, schwerwiegender Vorwurf gegenüber der amerikanische Politik in der Region geäußert: Amerika wird nicht mehr nur der Komplizenschaft mit dem Imperialismus oder dem Zionismus bezichtigt, sondern auch der – die Menschen dort unmittelbarer betreffenden – Komplizenschaft mit den korrupten Diktatoren, die sie regieren. Aus naheliegenden Gründen wird dieser spezielle Vorwurf weder in der öffentlichen Diskussion noch in Gesprächen zwischen Mitarbeitern der Außenministerien und Diplomaten häufig vorgebracht. Regierungen im Nahen Osten wie die Regierung Syriens oder die Palästinensische Behörde verstehen es sehr gut, ihre eigenen Medien zu kontrollieren und die Medien in den westlichen Staaten zu beeinflussen. Aus ebenso naheliegenden Gründen wird dieser Vorwurf auch an den diplomatischen Verhandlungstischen niemals ausgesprochen. Immer lauter und dringlicher dagegen wird er in Diskussionen mit Leuten vorgebracht, denen man vertrauen kann, und in jüngster Zeit sogar in der Öffentlichkeit. Das gilt beileibe nicht nur für radikale Islamisten, für die dieser Vorwurf ein, um nicht zu sagen das zentrale Thema ist. Interessanterweise wurde in der iranischen Revolution von 1979 dieser Vorwurf jedoch öffentlich ausgesprochen. Neben dem Schah, dem vorgehalten wurde, die Vereinigten Staaten zu unterstützen, wurde Amerika dafür angegriffen, einen in den Augen der Revolutionäre gottlosen und diktatorischen Führer als Marionette installiert zu haben. In den folgenden Jahren mussten die Iraner feststellen, dass fromme Diktatoren ebenso schlimm oder noch schlimmer als gottlose Diktatoren sein können – und dass sie für diese besondere Spielart der Diktatur noch nicht einmal ausländische Mächte oder politische Modelle verantwortlich machen können.
Doch ein Vorwurf, der häufig gegen die Vereinigten Staaten und gegen den Westen erhoben wird, hat eine gewisse Berechtigung: Die Menschen im Nahen und Mittleren Osten beklagen sich immer häufiger, dass der Westen sie hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Wohlstands sowie ihrer politischen Freiheit sowohl von dem her, was von ihnen erwartet wird, als auch von dem her, was sie erwarten dürfen, nach anderen, soll heißen niedrigeren Maßstäben beurteilt. Sie werfen westlichen Politikern vor, immer wieder politische Konzepte zu ignorieren oder gar zu verteidigen und Herrscher zu unterstützen, die sie in ihren eigenen Staaten nicht tolerieren würden.
Heutzutage teilen im Westen vergleichsweise wenige Menschen die Auffassung, der Westen sei in eine Konfrontation mit dem Islam verstrickt. Dennoch ist die Sichtweise weit verbreitet, dass beträchtliche Unterschiede zwischen der hoch entwickelten, westlichen Zivilisation und dem Rest der Welt bestehen, namentlich den islamischen Völkern, und dass Letztere in mehrerlei Hinsicht anders sind, wobei das im Stillen mitgedachte »minderwertig« freilich nicht ausgesprochen wird. Selbst extreme Verstöße gegen die Bürgerrechte, die politischen Freiheiten oder die Menschenwürde werden ignoriert oder beschönigt, und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in einem europäischen Land oder in Nordamerika einen Sturm der Entrüstung entfachen würden, werden als normal oder gar akzeptabel hingenommen. Regime, die solche Verstöße begehen, werden nicht nur toleriert, sondern – wie beispielsweise Saudi-Arabien, Syrien, der Sudan und Libyen – sogar in die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen gewählt.

Dahinter steht die unausgesprochene Annahme, dass die arabischen Völker unfähig sind, eine demokratische Gesellschaft zu bilden, und sie weder imstande noch auch nur willens sind, die Menschenwürde zu achten. Das heißt mit anderen Worten: Sie werden auch künftig von korrupten Despoten regiert werden. Es ist nicht Sache des Westens, sie zu bevormunden, geschweige denn, sie zu verändern. Sache des Westens ist es allein, dafür zu sorgen, dass die Despoten den westlichen Interessen nicht schaden. In dieser Weltsicht ist es gefährlich, den Status quo zu verändern, und diejenigen, die für sich selbst und ihre Landsleute ein besseres Leben wünschen, werden verurteilt und häufig aktiv unterdrückt. Es ist nun einmal einfacher, billiger und sicherer, einen unbequemen Diktator durch einen willfährigen Diktator zu ersetzen, als sich den unwägbaren Risiken eines Regimewandels auszusetzen, zumal wenn dieser Wandel durch den in freien Wahlen ausgedrückten Willen des Volkes vollzogen wird.

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