Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Wortwahl, die Syntax, der ganze Duktus dieser Anklage erhebenden "Predigt" (Fallaci) entwickeln eine suggestive Gewalt des Wortes, der man sich kaum entziehen kann. Das Ziel der Autorin ist es dabei nicht, wissenschaftlich zu analysieren, warum es zu den Terrorangriffen des 11. Septembers 2001 kam. Vielmehr rüttelt Fallaci auf, provoziert, prangert an. Bereits in der Einleitung "An den Leser", die auch viel über den Seelenzustand der an Krebs erkrankten "Exil-New-Yorkerin" aussagt, schafft es die gebürtige Florentinerin, den Leser zu packen -- und nicht wieder loszulassen.
Freilich gelingt der Autorin dies auch, indem sie gnadenlos pauschalisiert, zuspitzt, weglässt (zum Beispiel die gemäßigten Interpretationsrichtungen des Islam) und sich gegen Kritik immunisiert: "Ich weiß, dass ich nicht verstanden werde." So entsteht ein subjektiv gefärbtes Kulturkampf-Panorama, das sie aus vielen persönlichen Erlebnissplittern alltäglicher Erfahrungen und nicht alltäglicher Begebenheiten zusammensetzt. Die tagtägliche Unterdrückung der islamischen Frau wird darin genauso abgebildet wie Erkenntnisse über Söhne Allahs aus vielen Interviews, die Fallaci als Journalistin führte -- zum Beispiel mit Arafat.
Ihre Gleichsetzung des Gefahrenpotenzials, das von Bin Laden ausgeht, mit dem Hitlers oder Mussolinis sowie die attestierte Gefahr eines "umgekehrten Kreuzzugs" des Islam gegen die westliche Welt hat in Italien heftige Kontroversen ausgelöst (z.B. in Briefe gegen den Krieg). Da "die Wahrheit" in den Worten der langjährigen Kriegsberichterstatterin "nicht notwendig in der Mitte liegt", sondern "manchmal ganz auf einer Seite ist", verwundert dies nicht. Auch in Deutschland wird dieses heikle Buch eine heftige Kontroverse auslösen. --Dr. Manfred Schwarzmeier
Kurzbeschreibung
Ein Buch, das in Italien zum Mega-Bestseller wurde und auch hierzulande eine hitzige Debatte auslösen wird - weil es radikal ist, weil es polemisch ist und weil es dazu zwingt, auf neue Weise auch über die Identität des Westens nachzudenken.
Ein leidenschaftliches Plädoyer der streitbaren Journalistin und Autorin.
Der Verlag über das Buch
Klappentext
Zornig ist Fallaci über den terroristischen Wahn ebenso wie über den Terror des Alltags, in dem Frauen weniger wert seien als Kamele. »Steinigen, Enthaupten, Handabhacken bei Dieben - das scheint mir nicht sehr brüderlich zu sein.« Die islamische Welt, so der Tenor ihres Buches, befinde sich im heiligen Krieg gegen die Zivilisation: Das, was die westliche Welt mit vereinten Kräften erreicht habe, sei viel zu kostbar, als dass man es leichtfertig aufs Spiel setzen könne. Fallacis Abscheu gilt deshalb ebenso den Freudenfeiern in Palästina wie der »Idiotie« im Westen, die den USA eine Mitschuld am Unglück zuweisen.
Doch auch der Westen bleibt von Fallacis sezierendem Blick keineswegs verschont: Sie teilt nicht nur einige böse Seitenhiebe gegen Silvio Berlusconi aus, sondern beklagt vor allem den Mangel an nationaler Identität in Europa.
Kein Zweifel: Mit Die Wut und der Stolz ist es Oriana Fallaci - wie schon mit ihren früheren großen Erfolgsbüchern - gelungen, unbequeme Wahrheiten zu formulieren, die mitten ins Herz der gegenwärtigen Debatten um Terrorismus, kulturelle Identität und den erbitterten Krieg der Kulturen führen.
Über den Autor
Als Kriegsberichterstatterin aus Vietnam und dem Nahen Osten machte sie sich ebenso einen Namen wie durch respektlose Interviews mit den Mächtigen dieser Welt, von Khomeini bis Kissinger.
Seit zehn Jahren lebt die Autorin in New York, kämpft gegen eine Krebskrankheit an und schreibt zurückgezogen an einem großen Roman.