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Die Frage, wer ich eigentlich im Grunde meines Bewusstseins, wenn ich alle Äußerlichkeiten abziehe, bin, und das stete Vergegenwärtigen dieses Aspektes machen den Kern dieser Philosophie aus. Aus dieser Perspektive wird die Wirklichkeit in zwei ihrem Wesen nach völlig verschiedene Instanzen unterschieden, nämlich die des „Sehenden", das ist diejenige Instanz in uns, die letztendlich sieht, hört, fühlt etc., und die des „Gesehenen", also all dessen, was außerhalb des Bewusstseins liegt und stets nur Objekt der ersteren ist.
So wie die Physik alles auf die Wirkung von nur wenigen fundamentalen Kräften zurückführt, so offenbart die Analyse der Bewusstseinsvorgänge ebenfalls drei grundlegende Kräfte bzw. Qualitäten, die alle realen Objekte in mehr oder weniger starken Maße ausmachen: Aktivität, Ruhe und das Leuchten. Diese korrespondieren u.A.. mit Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, und entfalten ihre Bedeutung bei der meditativen Einstimmung und Vervollkommnung des Zustands der Gedankenleere. Die messbare Zeit und der messbare Raum sind die Illusionen eines Geistes, der in vergangenen Eindrücken gefangen ist, die von der Erinnerung lebendig erhalten werden.
Zwar ist auch das Bewusstsein Ergebnis der Naturkräfte, allerdings besitzt es die einzigartige Fähigkeit, dem Menschen, dem „Sehenden", Erfahrungen der objektiven Welt zu vermitteln. Daher muss man die Wirkungen des Bewusstseins erforschen und gründlich verstehen, bevor man irgend etwas anderes richtig verstehen kann. Dies tut Patanjali in den Sutren.
Erstaunlich für die Zeit, in der er lebte (zwischen dem ersten vor und dem zweiten Jh. nach Chr.) ist der Reichtum an Wegen und Mittel, die die Sutren dem Leser zum Praktizieren des Yoga eröffnen: Meditation, Hingabe an Gott, Mitgefühl und Liebe.
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