In Afrika ist Morel (Trevor Howard) eine eher aussergewöhnliche Erscheinung, denn sein auffälligster Begleiter ist keine Waffe, sondern eine kleine Aktentasche. In dieser trägt er seine Petition herum, mit er sich für die Abschaffung der Elefantenjagd stark macht. Auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist, lässt er sich nicht entmutigen, denn er tritt für seine Überzeugungen ein. Ab und zu schnappt er persönlich einen Elefantenjäger, zertrümmert dessen Gewehr und lässt ihn laufen. Trotz Widerstand der korrupten Behörden gelingt es Morel, einen kleinen Trupp auf die Beine zustellen, die ihn bei seiner Sache unterstützen: die mittlerweile etwas gelangweilte Bardame Minna (Juliette Gréco) und ihr bester Kunde, der trinkfreudige Ex-Major Forsythe (Errol Flynn). Als die mediale Aufmerksamkeit, angestachelt durch einen amerikanischen Journalisten (Orson Welles) endlich zunimmt, gesellt sich auch ein ortsansässiger Unabhängigkeitskämpfer dazu. Aber Morels mächtige Gegner erhöhen immer mehr den Druck, sodass die Tierschützer schliesslich per Haftbefehl gesucht werden. Damit muss der Trupp auch um das eigene Überleben kämpfen, und manch einer wechselt die Seite.
Während der Dreharbeiten zu seinem früheren Film "African Queen" handelte sich Regisseur John Huston selber den zweifelhaften Ruf ein, ein Elefantenjäger zu sein. Wie viel davon Legende ist, lässt sich nur mutmassen. Immerhin war es genug, um Jahrzehnte später Clint Eastwood zu seinem Film "Weisser Jäger, schwarzes Herz" zu inspirieren (einer der wenigen Eastwood-Filme, die uns Warner noch nicht auf Blu-ray gegönnt hat - und die DVD leider nicht mehr nachliefert!). Die Vermutung liegt jedenfalls nahe, dass sich Huston mit "The Roots of Heaven" (Twentieth Century Fox, 1958) um Rehabilitation bemühte. Vor allem aber lieferte er einen bemerkenswerten und spannenden Film ab, dessen Thematik immer noch traurige Gültigkeit hat. Die Darsteller spielen ihre Rollen gut, die Geschichte ist spannend und wirkt überzeugend. Auffällig an dem Film ist die Titelmusik, die einem vorkommt, als würde sie die unverwechselbaren Melodien von John Williams vorwegnehmen.
Der Film dauert auf der DVD 121 Minuten. Die DVD aus dem Hause KSM gibt den Film selber in überzeugender Qualität wieder. Der Ton (Deutsch und Englisch) und das Bild im Format 2,35:1 (16:9) kommen gut überarbeitet daher. Untertitel gibt es leider nur auf deutsch, wahlweise durchgehend oder in Form von kaum eingesetzten deutschen Inserts". Als Bonusmaterial gibt es den Filmtrailer, einige Texttafeln und etwas Programmvorschau, also wenig Überraschendes. Kurzbewertung: toller Film, magere DVD. Das gibt drei von fünf Lokalrunden und eine Tierkunde-Lektion in der freien Wildbahn.