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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr empfehlenswert.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Wurzeln des Bösen: Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler (Gebundene Ausgabe)
Wenn man andere Autoren liest, dann gewinnt man manchmal den Eindruck, das „Böse" sei eine ureigene Eigenschaft bestimmter politischer Gruppierungen. Zumbini geht statt dessen von der Auffassung aus, daß Politik ein Rollenspiel ist, bei dem ein Teil der Spieler in den Part des Bösen hineinwächst. Sehr sorgfältig stellt der Verfasser in getrennten Abschnitten die demographische Entwicklung der jüdischen Minderheit dar, ihre Verteilung auf die einzelnen Städte und Stadtviertel, ihren wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg im Zweiten Kaiserreich, ihre Berufstruktur und ihr Bildungsniveau. Die Daten sind mit großer Sorgfalt und Belesenheit ausgewählt. Auf dieser Datengrundlage wird verständlich, warum die etwa 1% Juden, in Berlin mit einem Bevölkerungsanteil von 5%, im Berlin-Mitte mit 10% , bei den Millionären mit 20%, bei den Medizinstudenten mit 37% und bei den Anwälten mit 61% bei einem Teil des deutschen Bildungsbürgertums eine Gegenbewegung auslösten, die bereits um 1900 dazu führte, daß die deutsche akademische Jugend sich in fast allen gesellschaftlichen Institutionen von der jüdischen Minderheit abzugrenzen versuchte, anstatt sie zu assimilieren. Als bereits 36% der jüdischen Männer deutsche Frauen heirateten, wird schließlich mit den Nürnberger Gesetzen der absurde Schlußpunkt dieser Ausgrenzungspolitik gesetzt. - Die führenden Köpfe dieser antisemitischen Strömung und ihre Argumente werden charakterisiert. - Das ist zwar alles nicht neu, aber der Italiener Zumbini (das Buch ist die Übersetzung eines italienischen Originals) hat zweifellos eine sehr brauchbare Einführung in das schwierigste Kapitel der deutschen Gesellschaftsgeschichte geschrieben, die Studenten uneingeschränkt als Bildungshintergrund und Warnung vor Fehlentwicklungen empfohlen werden kann.
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