Selten hat ein Song einen Film so perfekt eingefangen, wie Bob Dylans oscarprämierter "Things Have Changed". Wer lange, geschwätzige Rezensionen nicht mag, möge einfach mal auf YouTube nach dem Song suchen, und kann dann aus dem Bauch heraus entscheiden, ob "Wonder Boys" etwas für einen ist oder nicht.
Zum Inhalt wurde bereits reichlich geschrieben. Lauter Wunderknaben, die in ihrem festgefahrenen Leben auf der Suche nach einem Sinn sind, oder zumindest einem erstrebenswerten Ziel, das ihr Dasein erträglicher macht. Hier ist die Midlife-Crisis keine momentane Phase, sondern durchzieht das ganze Leben. Wachgerüttelt werden sie durch eine Verkettung seltsamer Ereignisse, die für einige turbulente Tage sorgen. "Wonder Boys" vermittelt interessante Einblicke in den Literaturbetrieb, wobei auch manches Klischee nicht ausbleibt, im Grunde aber geht es wie so oft um die Irrungen und Wirrungen des Lebens und der Liebe.
Hochkarätig ist so ziemlich alles an diesem Film, im Mittelpunkt stehen aber die wunderbar verschrobenen Darstellungen von Michael Douglas als alternder, heruntergekommener Professor; Tobey Maguire als begnadeter, verwirrter Literaturstudent und nicht zuletzt Robert Downey Jr., der hier einen homosexuellen Literaturagenten mimt.
Inszeniert ist der Film eher betulich, ohne Krach und Krawall und schnellen Schnitten. Die Dialoge sind messerscharf, trotz vielen humorvollen Szenen durchzieht eine leise Melancholie die Story. Nicht witzig, sondern eher amüsant, nicht begeisternd, sondern charmant fällt die Zusammenstellung dieser einzelnen Komponenten aus.
Ein Film, der mit jedem erneuten Sehen noch gewinnt, eine herzerwärmende und unterhaltsame Perle.