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Die Wolken
 
 
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Die Wolken [Taschenbuch]

Aristophanes
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150064988
  • ISBN-13: 978-3150064986
  • Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 9,6 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 227.116 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Klappentext

»Vom Traum eines heilen und erfüllten Daseins ist die aristophanische Komödie im ganzen ein Teil, wie er froher und schöner kaum je geträumt wurde; und die Wolken - die Gestalten selber und das ganze Stück, das nach ihnen heißt! -, schwebend, nicht faßbar, nicht an die Kette von Logik und Konsequenz zu legen, über Stock und Stein und ohne Erdenschwere kommend, kurz verweilend und dann weiterziehend, sind ein Teil dieses attischen Traumes so gut wie der Parthenontempel oder wie auf einer weißgrundigen Lekythos die zarten und doch energischen Konturen eines Mädchenbildes.«

Otto Seel


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Antiker Moraltrompeter 1. März 2009
Format:Taschenbuch
In den Wolken geht es um eine satirische Abrechnung mit der neuen Philosophie, mit der Sophistik. Diese wird interessanterweise mit Sokrates identifiziert. Otto Seel zeigt in seinem Nachwort, dass Aristophanes damit mehr oder weniger, direkt oder indirekt an jenem Sokratesbild mitgezeichnet hat, das den Sokrates als Frevler und Leugner der Götter, als Verdreher von Recht und Unrecht und als Verführer der Jugend zeigt und das ihm schlussendlich Prozess und Verurteilung eingebracht hat. In der "Apologie" wird Aristophanes jedenfalls namentlich als einer der Verleumder genannt: "Denn solcherlei habt ihr selbst gesehen in des Aristophanes Komödie, wo ein Sokrates vorgestellt wird, der sich rühmt, in der Luft zu gehen, und viel andere Albernheiten vorbringt, wovon ich weder viel noch wenig verstehe." (Platon, Apologie)

Tatsächlich war es wohl das Anliegen des Aristophanes, die neue Philosophie zu demaskieren, zur Kenntlichkeit zu entstellen, als das zu präsentieren, was sie seiner Ansicht nach war: eine frevelhafte und lächerliche Methode der Naturerforschung und v.a. eine Kunst der Rechtsbeugung. Dazu erfindet er ein Szenario, wo sich der einfältige Bauer Strepsiades just in dem Moment für die Philosophie zu interessieren beginnt, wo er nach einer Möglichkeit sucht, sich vor dem Schuldenzahlen zu drücken. Er meint, bei Sokrates könne er die Kunst der zwei Reden lernen, insbesondere die Kunst, die schwächere (schlechtere) Sache zu stärkeren (besseren) zu machen.

Strepsiades erweist sich aber als allzu unbedarft für die neuen Lehren. Von der Naturphilosophie versteht er nur, dass nun nicht mehr Zeus regiere, sondern der "Wirbel". Er (miss-)versteht den Paradigmenwechsel vom theologischen zum kosmologischen Prinzip als Machtwechsel innerhalb der theologischen Paradigmas: Der neue Gott "Wirbel" hat den alten Gott Zeus entthront. Schlimm ist es, wenn man die neue Philosophie missversteht, Man macht sich lächerlich. Noch schlimmer, so suggeriert Aristophanes, ist es allerdings, wenn man die Lehren richtig versteht. Man setzt sich über Maß und Anstand hinweg und verprügelt z.B. den eigenen Vater. Das zeigt uns Aristophanes am Beispiel von Pheidippides, dem Sohn von Strepsiades.

Das klingt eigentlich eher nach konservativem Spott und Hohn denn nach befreiender Komik. Und das ist es auch. Friedell hat das besser in Worte gefasst, als ich es je könnte: "Ohne klassizistische Vorurteile betrachtet, ist Aristophanes ganz einfach der großartigste Revolverjournalist, von dem die Weltliteratur zu künden weiß. Wie so viele Satiriker, war er nichts weniger als ein freier Geist, sondern ein Philister mit umgekehrtem Vorzeichen, ein kleinherziger Denunziant und unter der Maske des Moraltrompeters eine ganz amoralische Größe." (Egon Friedell, Kulturgeschichte Griechenlands)

Trotzdem sind die Wolken in ihren besten Stellen unglaublich witzig. Der Unterricht des Strepsiades liest sich wie eine zweieinhalbtausendjährige Vorwegnahme der Doppelconferencen Farkas/Grünbaumscher Prägung. Vom parodistischen Spiel mit den Formen und Metren bleibt in einer Übersetzung naturgemäß am wenigsten übrig. Doch auch hier ist es Otto Seel gelungen, zumindest einen Eindruck vom sprachlichen Reichtum dieser Komödie zu geben.
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