Das Buch "Die Wolke" von Gudrun Pausewang ist schon seit Jahren ein Beststeller und wird häufig im Unterricht als Schullektüre gelesen. Nun wurde das Werk verfilmt und dabei stimmig und eindrucksvoll umgesetzt.
Hannah (im Buch: Jana-Bertha) lebt zusammen mit ihrer allein erziehenden Mutter (im Buch mit beiden Eltern) und ihrem kleinen Bruder im Dorf Schlitz in der Nähe von Fulda. Auf der einen Seite die bodenständige Tochter, die sich des Öfteren um den kleinen Bruder kümmern muss, auf der anderen Seite die erwachsen werdende junge Frau, die davon träumt, nach dem Abitur endlich aus dem Kaff, in dem sie groß geworden ist, zu entkommen. Wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter ist sie gerne zusammen mit der Freundin am See zu sitzen oder geht auf Partys. In der Schule lernt sie den schüchternen Elmar kennen, später finden sich die beiden knutschend in dem Theaterraum der Schule ein...
Dann beginnen plötzlich die Sirenen zu heulen. Aus dem anfänglichen Gedanken an einen Probealarm wird helle Panik - es handelt sich um ABC-Alarm. Hannah muss nach Hause zu ihrem Bruder Uli, die Mutter ist auf einer Besprechung in Schweinfurt. Im Radio wird von einem Unfall in einem Kernreaktor berichtet, eine radioaktive Wolke treibt direkt auf Fulda zu...Hannah muss fliehen, zusammen mit dem kleinen Uli macht sie sich auf nach Bad Hersfeld, um dort in einen Zug zu gelangen. Doch der Weg dorthin erweist sich als ein Gang durch ein wahres Horrorszenario...
Wer das Buch gelesen hat und sich danach den Film ansieht, muss sich darüber im Klaren sein, dass man für eine filmische Adaption die Handlung straffen oder verändern muss. So wurde aus Jana-Bertha Hannah gemacht, eine Liebesgeschichte mit einem Außenseiter trat in den Vordergrund, die Figuren wurden moderner und der heutigen Zeit angepasst. Doch was dabei herauskam erweist sich als einer der besten Adaptionen eines Jugendbuches seit langem. In farblich akzentuierten Bildern, einer guten Kameraführung, eindrucksvollen Szenen angefangen bei der ausbrechenden Panik, Bildern von rennenden und hastenden Menschen, Ulis Unfalls und am Ende Hannahs Martyrium als Verstrahlte, sowie einer durchweg guten Besetzung aus unbekannten Jungschauspielern und altbekannten Gesichtern ist "Die Wolke" ein beeindruckender, qualitativer Film, für den man sich Zeit nehmen sollte. Nicht umsonst erhielt das Werk den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie "Bester Jugendfilm". Sehr zu empfehlen auch der Audio-Kommentar des Regisseurs.
Daher: 5 Sterne!