Mit Das Haus der Geister nimmt die neue Kinderhörspiel-Serie Die Wolf-Gäng ihren Anfang.
Die Geschichte dazu stimmt aus der Feder eines deutschen Meisters der Fantasy, von niemand Geringerem als Wolfgang Hohlbein.
Das Haus der Geister dient vornehmlich dazu, dem Hörer die Charaktere vorzustellen, aufzuzeigen wer und was sie sind, welche Gegenspieler sie haben und was in Vlads Haus -eben dem Haus der Geister- und auch in der Stadt Crailsfelden vor sich geht. Denn weder die Stadt, noch ihre Bewohner sind so normal, wie sie auf den ersten Blick wirken.
Und mit einigen dieser besonderen Bewohner bekommt es die Wolf-Gäng bereits in dieser ersten Folge zu tun, was sie in ein turbulentes und gefährliches Abenteuer führt.
Wer vorhin beim Lesen des Namens Wolfgang Hohlbein an dessen zahlreiche gruselige Bücher denken musste, hat angesichts der Kombination Hohlbein-Kinderhörspiel vielleicht skeptisch geguckt. Doch keine Sorge, denn Horror kann hier keine Rede sein. Das Haus der Geister ist ein absolut kindertauglicher Mix aus Fantasy, sachtem Grusel und einer -wenn auch ungewöhnlichen- Abenteuer- und Freundschaftsgeschichte, die einfach Spass macht.
Erwachsene Hörer, die schon das eine oder andere Hohlbein-Buch gelesen haben, werden gewisse Aspekte wiedererkennen. So wird die fiktive Stadt Crailsfelden in seinen Romane sehr oft erwähnt. Und auch gewisse hohlbein-typische Formulierungen und Beschreibungen tauchen bei der Wolf-Gäng gelegentlich auf.
In den Rollen von Vlad, Faye und Wolf sind Maximilian Artajo, Jodie Blank und Constantin Seidenstücker zu hören. Alle miteinander Sprecher, die auch in anderen, bekanten Hörspiel-Serien mitwirken wie z.B. Anne auf Green Gables, Hui Buh oder bei den Alster-Detektiven. Entsprechend gut fallen auch ihre Leistungen aus, da gibt es nichts zu bemängeln.
Für die Rollen der erwachsenen Charaktere hat man gar so prominente Sprecher wie beispielsweise David Nathan, Detlef Bierstedt, Gisela Fritsch und Klaus-Dieter Klebsch ans Mikrofon geholt.
Das Comic-Cover hatte in mir die Sorge geweckt, dass auch die Sprecher im überdrehten Cartoon-Style agieren. Umso mehr hat es mich gefreut, wie viel Sorgfalt man in der Auswahl und bei der Sprechweise hat walten lassen.
Das Titellied stammt von der berliner Pop-Band Eisblume, die bei der anvisierten Altersgruppe sicher bekannt sein dürfte. Es verpasst dem Hörspiel einen aktuellen Anstrich und der Text lässt erahnen, dass es in den Geschichten der Wolf-Gäng geheimnisvoll und ein wenig unheimlich zugeht.
Die übrige musikalische Untermalung präsentiert sich mit leichten, beschwingten Melodien, die mich an Filme wie Edward mit den Scherenhänden erinnert haben. Filme halt, in denen sich das Unerklärliche quasi in eine ganz normale Gegend verirrt.
An spannenden Stellen sind entsprechend düstere Musiken zu hören und gelegentlich erklingt sogar eine imposante Orgelmusik. Alles in allem eine schöne und gelungene Mischung.
Das Cover zeigt die drei von der Wolf-Gäng Vlad, Faye und Wolf, die Umgebung ist passend düster gehalten und mit den wabernden Schemen wird man auch dem Titel gerecht.
Für meinen Geschmack hätten die Figuren etwas weniger nach Cartoon aussehen dürfen, doch Kindern wird das so sicher gefallen. Das übrige Layout ist sehr detailreich gehalten, auch hier wird die Mühe deutlich, die man sich bei dieser neuen Serie damit gegeben hat. Im Booklet findet sich Werbung für Eisblumes Album und Hinweise auf die Bücher-Serie der Wolf-Gäng.
Fazit: Ein vielversprechender Start in die neue Serie, der neugierig auf weitere Abenteuer der Wolf-Gäng macht. Die Geschichte ist interessant und unterhaltsam und die Charaktere sind einerseits herrlich skurril, andererseits aber auch so normal, dass Kinder sich darin wiederfinden können. In Sachen Produktion wurde alles richtig gemacht und so hebt sich Die Wolf-Gäng deutlich von den vielen schrillen und überdrehten anderen, aktuellen Kinderhörspielen ab.