Dieser Folge gegenüber war ich sehr skeptisch. Zum Ersten erinnert mich das Cover sehr an verschiedene Manga-Serien, zum Zweiten ist das Thema "Drachen" für mich angesichts der aktuellen Fantasy-Schwemme schon ausgeschlachtet bis zum Gehtnichtmehr.
Und so bekomme ich für Draci auch keine Begeisterungsstürme hin. Aber ich sehe ein, ohne ihn würde die Geschichte nicht funktionieren. Da es im weiteren Verlauf eine wunderbare Szene mit Wolf und einem ausgewachsenen Drachen gibt, kann ich mit dem Drachenbaby als Aufhänger trotzdem ganz gut leben.
Die Freunde von der Wolf-Gäng bekommen es hier erstmals mit einem "Problem" zu tun, das nicht nur Auswirkungen auf eine oder eine Hand voll Leute haben wird, sondern eine Bedrohung für die ganze Stadt Crailsfelden darstellt. Entsprechend spannend fällt die Geschichte auch aus. Sie hat zudem die unverzichtbaren humorvollen Szenen und außerdem wird ein weiterer, interessanter Charakter vorgestellt, nämlich Mauritius Spinnenbein, der 127. Insgesamt also die bereits aus den vorigen Folgen bekannte gelungene Mischung, die diese Reihe so sehr auszeichnet.
Die Sprecherliste fällt im Vergleich zu den drei vorigen Folgen ungewohnt kurz aus. Neben den Sprechern der Wolf-Gäng, der Schweinebande und dem Direktor, wirkt nur ein einziger weiterer Sprecher mit, nämlich Stefan Kaminski. Er spricht einerseits besagten Mauritius Spinnenbein, den 127. , aber auch den Drachen, dem Wolf in einer Höhle begegnet. Hier beweist er wieder eindrucksvoll zu welch verschiedenen Stimmen er fähig ist. Ruhig, gebildet, etwas altmodisch angehaucht als Mauritius Spinnenbein, auf der anderen Seite dunkel und grollend in der Rolle des Drachen, in der er mich am stärksten beeindruckt hat. Man möchte kaum glauben, dass beide Rollen vom gleichen Sprecher gesprochen werden.
Musikalisch bleibt man sich treu, einen entsprechend hohen Widererkennungswert haben die Melodien. Gleichzeitig verstehen die Musiken sich sehr gut darauf, die passende Atmosphäre für die Geschichten heraufzubeschwören: eine Mischung aus (ungewöhnlicher) Kleinstadt-Geschichte und Fantasy. Die Geräusche sind weiterhin sehr gut eingesetzt und wissen so zu überzeugen.
Ein schönes helles, buntes Cover mit dem Titel gebenden Drachenbaby im Mittelpunkt. Gerade Draci wird bei den jungen Hörern für Begeisterung sorgen, denn er ist ja wirklich sehr niedlich dargestellt.
Fazit: Diese Folge sattelt mit dem Thema Drachen klar vom sachten Grusel auf Fantasy um. Ansonsten bleibt es beim bekannten und unterhaltsamen Stil, mit dem schon die drei ersten Folgen überzeugen konnten.