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Die Wohlgesinnten, Studienausgabe (2 Bde.): Studienausgabe im Schuber
 
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Die Wohlgesinnten, Studienausgabe (2 Bde.): Studienausgabe im Schuber [Gebundene Ausgabe]

Jonathan Littell , Hainer Kober
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1485 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (28. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382700876X
  • ISBN-13: 978-3827008763
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 15,4 x 6,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 253.947 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jonathan Littell
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Kein anderer Roman polarisierte und provozierte in Deutschland so heftig wie das Buch des jüdischen Schriftstellers Jonathan Littell über den fiktiven SS-Mann Max Aue.« DER SPIEGEL, Rückblick 2008 Pro- und Contra-Stimmen schon vor Erscheinen der »Wohlgesinnten «, die FAZ inszenierte einen Reading Room im Internet, unvergessener Höhepunkt war die begeisterte Vorstellung des Buchs durch Claus Peymann und Elke Heidenreich in der Sendung LESEN! (ZDF).

Über den Autor

Jonathan Littell, 1967 in New York geboren in einer jüdischen Familie russischer Herkunft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika niedergelassen hat, ist in Frankreich aufgewachsen, wo er 1985 das Abitur machte, studierte in Yale (USA). Zwischen 1993 und 2001 arbeitete er für die humanitäre Organisation Aktion gegen den Hunger (ACF) in Bosnien und Afghanistan, im Kongo und in Tschetschenien. Littell lebt mit seiner Familie in Barcelona. Für seinen Roman erhielt er 2006 den Grand Prix du Roman der Académie Française und den Prix Goncourt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Vielschichtig, fesselnd, detailliert. Mit diesen drei Adjektiven lässt sich die Lektüre aus meiner Sicht gut auf (zugegebendermaßen) drei Punkte bringen.

Vielschichtig:

Der Autor versteht es auf nahezu brillante Weise, das Romangeschehen auf mehreren geistige Ebenen anzusiedeln. Zum einen die "normale" Handlung, bei der der Protagonist und ehemalige SS-Obersturmbannführer Maximilian Aue seine Handlungen und Karriere zwischen 1941 mit dem Beginn des Russlandfeldzugs und der Zerstörung Berlins im Frühjahr 1945 darlegt. Aue ist insbesondere mit der Organisation der "Endlösung" der Judenfrage beauftragt und der Leser bekommt die Geschehnisse aus der Täter-Perspektive mitgeteilt.
Doch der Autor lässt Aue nicht bloss die historischen Geschehnisse berichten und einschätzen, sondern ebenso auch seine eigene persönliche Geschichte erzählen, die mitunter von Inzest und Muttermord geprägt ist. Hier werden Verbindungen zur griechischen Tragödie sehr deutlich. Littell schafft es zudem, eine ständige Verbindung zwischen den historischen und persönlichen Ereignissen seines Protagonisten herzustellen, die den Roman als ein "Ganzes" erscheinen lassen.

Fessselnd:
Der Erfolg eines Romans steht und fällt mit dem Talent des Autors, den Leser zu fesseln. In diesem Fall lässt Littell den fiktiven Erzähler Aue immerhin knapp 1400 Seiten Bericht erstatten. Und dies gelingt mit Bravour: Sehr detailliert, mitunter sehr grausam und ekelerregend, mal eher philosophisch, dann wieder berichtend, später sehr emotional: Der Schreibstil des Autors steckt voller Facetten, die die jeweiligen Geschenisse umso authentischer und "lebhafter" gestalten. Der Roman ist wahrlich keine leichte Kost, weder auf intellektueller, noch auf sexueller oder gewalttätiger Ebene.

Detailliert:
Littell hat exzellente Recherche betrieben und so trumpft der Roman mit einer Vielzahl von Details mitunter zur damaligen Organisationsstruktur von Militär und Staat auf. Dies lässt die Beschreibungen des Protagonisten nochmals um einiges glaubwürdiger erscheinen. Seien es zeitliche Abläufe, die Aufgabenbereiche einzelner Abteilungen, Diskussionen über mögliche Problemlösungen etc. Auch hier wirkt der Roman wie aus einem Guß.

Fazit:
Ich habe bislang noch keinen Roman gelesen, der die Judenvernichtung des Dritten Reichs dermaßen vielschichtig, detailliert und umfassend thematisiert. Klare Kaufempfehlung!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von tim4812
Format:Gebundene Ausgabe
Jonathan Littells 1350 Seiten umfassende-, akribische- und in sich konsistente Sammlung historischer Fakten über das Vorgehen-, die Struktur- und das Beziehungsgeflecht der SS an der Ostfront, wird aus Sicht des fiktiven SS-Offiziers Aue zu einer Ich-Erzählung komprimiert.
Die SS als Staat im Staate wird durch die Charakterbeschreibung und die Handlungsweise einzelner Vertreter der unterschiedlichen Dienstgrade dem Leser als hierarchisch straff organisierter "Ameisenhaufen" vorgestellt.
Die Tatsachen über die Stagnation des deutschen Vorstoßes nach anfänglichen Überraschungserfolgen und dessen sukzessive Zurückdrängung durch die sowjetische Abwehr filtert die SS-Propaganda und erhält somit die Kluft zwischen der eigentlichen Front und den nachrückenden Einheiten von SS, SD und Gestapo bis kurz vor Kriegsende aufrecht.
Der Krieg an der Front beansprucht den größten Teil der Schilderungen - z.B. der Kessel von Stalingrad. Der Autor läßt Aue auf Grund von Genesungsurlauben und neuen Aufgaben aber auch die Krim und ihren noch aus der Zarenzeit schwach erhaltenen- und nun dahinschwindenden Zauber- und Berlin mit seiner zunächst noch funktionierenden- aber sich schließlich durch die Zunahme von Luftangriffen auflösenden Bonzengesellschaft erleben.
Littell wirft die Frage nach der Motivation der Täter auf, den verbrecherischen Vorgaben von oben bedenkenlos zu folgen. Bei den vielen in ihrer Funktion und Aufgabenstellung unterschiedlichen Tätern fällt auf, daß der fanatische Anhänger der Rassenideologie kaum vorkommt. Von den Massenerschießungen in der Ukraine bis hin zu dem fabrikmäßigen Genozid in den Konzentrationslagern - die Charaktere der dafür Verantwortlichen werden hier in ihrer ganzen Vielschichtigkeit präsentiert:
z.B. der Pedant am Schreibtisch, der nur die zahlenmäßige Erfüllung der angesetzten Transporte von Juden vor Augen hat; der in einem Rechtsstaat unerkannte Sadist, dem ein verbrecherisches Regime den organisatorischen Rahmen schafft, um seinen Trieben einen legalisierten Raum zu geben; der Karrierist, der für und mit den jeweils amtierenden Mächtigen schreit.
Aue selbst drängen ganz besondere Triebfedern in die Arme der Nazis. Er repräsentiert den vielschichtigen Typus des Nazisympathisanten, welcher später als Davongekommenener, das Mittragen dieser babarischen Epoche in Gedanken und Taten gegenüber der Schuldfrage mit seinem Intellekt zu relativieren weiss: "Luft, Essen, Trinken, Verdauung und die Suche nach Wahrheit", sind für ihn die wenigen unentbehrlichen Dinge im Leben. "Der Rest ist Beiwerk".
Aue verlebt eine unglückliche Kindheit und Jugend in Frankreich; er verwünscht den Moment seiner Geburt, wo ihm der Schutz durch den Mutterleib abhanden kam. Den Hass auf seine Mutter und später auf den französischen Stiefvater begründet er mit der Trennung seines leiblichen Vaters von der Mutter. Wahre Liebe empfindet er nur für seine Zwillingsschwester, mit der ihn später eine unerwiderte erotische Obsession verbindet, die ihn in depressiven Phasen zu sexuellen Exzessen treibt - er-, der sich immer danach sehnte, eine Frau zu sein, übernimmt die weibliche Rolle nach flüchtigen Staßenbekanntschaften mit Minderjährigen.
Der Hass auf die Familie, die sexuelle Unerreichbarkeit der Schwester sowie die scheinbare Ausweglosigkeit des einerseits zerrissenen-, aber dennoch zur ständigen Selbstbespiegelung neigenden jungen Mannes - all das spornt ihn letztlich an, sein Glück im Dritten Reich zu suchen, welches ihm mit seinem Ordnungsrahmen für vereinsamte Herzen vielfältige Aufstiegschancen bietet.
Bei seinen ersten Einsätzen hinter der Front wird der Massenmord an Männern, Frauen und Kindern durch Erschießungskommandos der SS und der Wehrmacht durch ihn zeitgleich als Ich-Erzähler in allen Einzelheiten aber ohne jede Emotion wiedergegeben. Sein erster Einsatz als Obersturmführer bei "Fangschußaktivitäten" nach nur "mangelhaft" erfolgten Erschießungen lässt ihn mehr körperlich als seelisch erschüttern.
Seine spätere Aufgabe besteht darin, arbeitsfähige Juden von den Kranken, Alten und Jungen abzusondern. Diese deckt sich vorzüglich mit seinem Lebensmotto, nach welchem Mitgefühl entbehrlich ist. So können die ihm im Grunde gleichgültigen Juden bedenkenlos geopfert werden und wenn dies noch irgendeinem politischen Ziel dient - "Der germanische Lebensraum ist judenfrei zu halten." - aus seiner Sicht hervorragend.
An der Front, auf der Flucht, in Frankreich und in Berlin begeht er einige Morde, die er entweder in rauschartigen Wachträumen-, von Perversionen gekennzeichneten Fieberträumen-, aus einem Impuls heraus- oder im Kalkül begeht.
Die Romanfigur Aue verbindet einerseits Charakterzüge der uns bekannten Vertreter aus der SS-Hierarchie: absoluter Gehorsam, Anerkennung und Verteidigung eines inhumanen Systems, gezielte Brutalität, Elitebewusstsein; andererseits individuelle-,durch das Regime z.T. gedeckte Veranlagungen; denn ohne das schützende Dach der SS-Organisation hätte sich der besessene Irre Aue gemäß seinem bürgerlichen Leben mit entsprechenden Traumbildern begnügen müssen.
Mit seiner Wahrheitsliebe, die nüchtern und früh den katastrophalen Kriegsausgang antizipiert, entspricht er formal nicht dem Ideal eines SS-Mannes. Da er aber für sein eigenes Handeln und Verhalten aus seinen richtigen Erkenntnissen keinerlei Konsequenzen zieht, kommt er diesem zumindest nahe.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Wohlgesinnten 20. August 2011
Von G.S.
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Roman, beim dem man sich fragt, warum der erst jetzt geschrieben wurde. Erschreckend fand auch ich die Darstellung des "inneren" Zusammenwirkens der Machtapparate des Dritten Reiches, die Beschreibung der handelnden Personen und Umstände. Littell ist hier ein Werk gelungen, das ohne zu übertreiben als epochal bezeichnet werden muss.
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