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Die Witwe Couderc [Ungekürzte Ausgabe] [Taschenbuch]

Georges Simenon , Hanns Grössel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 9,00  
Taschenbuch, Ungekürzte Ausgabe, Februar 2008 --  

Kurzbeschreibung

Februar 2008
Fünf Jahre hat Jean, heruntergekommener Sohn aus besserem Hause, im Knast gesessen. Nun steht er auf der Straße. Die verwitwete Bäuerin Tati Couderc nimmt ihn in ihr Haus auf und schon bald mit in ihr Bett. Er ist 28, sie 45. Alles könnte gut sein, wäre da nicht die Familie Couderc mit ihrer Mißgunst und Verlogenheit und gäbe es nicht die fuchsrote Félicie, jung, lebenshungrig und amoralisch
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 6., Aufl. (Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257210027
  • ISBN-13: 978-3257210026
  • Originaltitel: La veuve Couderc
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 633.837 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Gelegentlich hat die Simenon-Leserei etwas Masochistisches -- als ob unsereins nicht selbst genug bekloppte Menschen kennen würde, nein, man tut sich noch die Dramen anderer Leute an. Für diesen gelegentlichen Vorwurf an die Adresse vor allem der Non-Maigrets ist Die Witwe Couderc ein passendes Beispiel. Warum muss Simenon wieder und wieder ein Idylle aufbauen, die bereits von Anfang an auf Messers Schneide steht und mit aller Konsequenz der Zerstörung entgegen geführt wird? "Geschichten, die das Leben schreibt" wäre hier eine mögliche Antwort, der man kaum widersprechen könnte.

Jean kommt eigentlich aus gutem Hause. Er ist jedoch der typische "Abgestürzte", und nach fünf Jahren Gefängnis verschlägt es ihn in eine einsame ländliche Gegend, wo er von der 45-jährigen (Jean ist 28) Tati Couderc aufgenommen wird. Zwischen den beiden entsteht ein Zweckbündnis, Haus und Bett werden zu beiderseitigem Nutzen geteilt.

Der Haken? Das Haus gehört nicht wirklich Tati, sondern wird von der Familie ihres verstorbenen Mannes beansprucht, die ihr nicht nur das Dach über dem Kopf missgönnt, sondern auch den jungen "Knecht". Die junge Félicie scheint innerhalb der abgründigen Logik dieses Romans eher überflüssig, aber auch sie trägt dazu bei, dass es Jean nicht gelingt, seine Chance wahrzunehmen.

Die Witwe Couderc hat ein paar Kanten zu viel, ist zu widerspenstig und zu voraussehbar. Frappierend ist allerdings die Darstellung der Witwe, geprägt einerseits durch ihre bis ins Kleinste geplante Lebensweise, andererseits durch ihren riesigen Lebenshunger -- eine eindrucksvolle Figur. --Hannes Riffel

Über den Autor

Georges Simenon (1903-1989) wurde in Lüttich geboren und lebte ab 1957 in der Schweiz. Er gilt als einer der besten französisch-sprachigen Kriminalautoren.

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5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte um Liebe und Macht und Schuld 30. Juli 2011
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Es gab sicher für viele Leser in ihrem Leseleben so etwas wie eine "Simenon-Zeit". Da wurden nicht nur die berühmten Maigret-Romane regelrecht verschlungen; auch die Non-Maigrets fanden große - und vor allem literarísche - Aufmerksamkeit.

Nicht ohne Grund "pflegt" daher der Diogenes Verlag seinen Autor Georges Simenon (1903-1989) mit sehr schönen Ausgaben. So jetzt mit einer wunderbaren neuen Übersetzung des Romans "Die Witwe Couderc" durch Hanns Grössel. Geschrieben hatte Georges Simenon diesen Roman bereits 1942. An Frische hat er bis heute jedoch nichts verloren. Und deshalb: Empfohlen zum Entdecken oder Wiederlesen.

Nein,"Die Witwe Couderc" hat es nicht leicht gehabt in ihrem Leben. Die Bäuerin Tati hat mit allen möglichen und unmöglichen Familienverhältnissen zu kämpfen, muss sich mit der Mißgunst der Verwandschaft auseinandersetzen, ihrem greisen Schwiegervater ab und an zu Willen sein und mit den sonstigen Unbilden des Lebens herumschlagen. Nein, leicht hatte sie es nicht.

Da begegnet ihr, der Fünfundvierzigjährigen, der entlassenen Sträfling Jean, 28 Jahre alt. Er hat fünf Jahre gesessen und ist mit seiner Tat und seiner Strafe immer noch nicht im Reinen. Er wird Tati nicht nur eine große Hilfe auf dem Hof und im Stall sein. Sie nimmt ihn auch in ihr Bett. Er wird ihre letzte Liebe sein, sie seine erste. Eine seltsame, eine stille Liebe, eine Liebe für ein neues Leben....?

Was sich hier erst einmal so unaufgeregt liest, ist ein hochkompliziertes Geflecht von seelischen und anderen Verstrickungen. Böse Gerüchte über Tati und Jean machen die Runde. Und bald lernt der attraktive Jean auch noch die leichtlebigen Félicie, lebenshungrig und amoralisch, kennen. Das wiederum führt zu Nachforschungen über sein Vorleben. Ein Spiel von Hoffnungen und Ängsten, von Nähe und Ferne und vielen Erniedrigungen sowohl für Tati als auch für Jean beginnt.

Aus dem beinahe idyllischen Anfang einer - wenn auch etwas außergewöhnlichen - Liebesgeschichte entwickelt Georges Simenon eine Geschichte mit schrecklichem Ausgang. Dazu bedient sich der Autor in für ihn typischer Diktion einer sehr einfachen Sprache, die gerade deshalb höchst kunstvoll ist und die Meisterschaft von Simenon bestätigt.

Meisterlich auch die psychologische Darstellung seiner Personen. Hier die schlichte Bäuerin mit harter Schale und weichem Kern. Ein neuer Anfang soll es sein, wirtschaftlich und persönlich - mit Jean. Das Leben aber ist komplizierter. So ist es bald nicht nur die Eifersucht, die sie plagen wird, von allen Seiten scheint man ihr die Liebe und den Erfolg zu missgönnen.

Und Jean? Er hat einen Menschen erschlagen, ist dafür zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, nur zu fünf Jahre, obwohl auf seine Tat die Todesstrafe stand. Er also, der gar nicht mehr sein dürfte, ist immer noch irgendwie auf der Flucht vor seiner Schuld, versucht sich trotz der seelischen Belastungen in diesem neuen Leben einzurichten. Mit eben dieser Tati, die er in einer schweren Erkrankung aufopferungsvoll pflegt.

Aber gut kann das alles nicht gehen. Als die Polizei nach einer Reihe böser Verleumdungen hinter ihm her ist, weiß er, dass ihn seine Schuld eingeholt hat. Wie zum Beweis dessen wird Jean....

Mit dem Ende dieser Geschichte um das Spiel von Liebe und Macht, von Schuld und Tod möchte ich den Leser gern allein lassen. Spannung bei der Lektüre dieses kleinen literaischen Meisterwerks, dieses faszinierenden Psychodramas, ist allerdings gesichert - von der ersten bis zur letzten Zeile.

Für Cineasten der Hinweis, dass dieser wunderbare Roman 1971 unter dem Titel "La veuve Couderc" (Die Witwe und der Sträfling) als Film in die Kinos kam. Auch er ein psychologische Meisterwerk mit Simone Signoret und Alan Delon in den Hauptrollen.
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5.0 von 5 Sternen Die Witwe und der Sträfling 11. Juli 2011
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Sie begegnen sich in einem Landbus: die verwitwete Bäuerin Tati Couderc und der 28jährige Jean, der gerade nach fünf Jahren aus dem Knast entlassen wurde und jetzt Arbeit und eine Bleibe sucht. Die 45jährige Witwe, die ihren stocktauben Schwiegervater im Haus hat, nimmt ohne Bedenken den heruntergekommenen Sohn aus besserem Hause bei sich auf und bietet ihm freie Kost und Logis an, dazu ab und an ein wenig Geld.

Die beiden verstehen sich ohne große Worte und so entwickelt sich zwischen ihnen ein engeres Verhältnis. Jean geht Tati bei der Arbeit im Haus und im Stall zur Hand, er bedient die Schrotmühle oder füttert die Schweine. Zunächst schläft er in einer eisernen Bettstatt auf dem Speicher, doch bald landet er in Tatis Bett. Die Witwe, die im Dorf als Einzelgängerin einen schweren Stand hat, trägt zwar auf ihren Schultern die ganze Verantwortung für das Haus, aber sie hat auch ihre schwachen Stunden.

Tati hat aber noch ein anderes Problem: Haus und Hof gehören ihrem trottligen Schwiegervater, so hat sie sich dem alten Couderc gelegentlich hingegeben, Das Auftauchen von Jean ruft natürlich die gesamte Schwiegerfamilie Couderc mit all ihrer Missgunst und Verlogenheit auf den Plan.

Mit den meisten Familienmitgliedern will Tati schon fertig werden, sie sind zwar hinterhältig aber dumm. Nur die junge Felice ist eine Gefahr für sie, denn Jean hat ein Auge auf die lebenshungrige Enkelin des alten Gouderc geworfen.

Langsam trennen sich die Wege von Tati und Jean. Während die den Hof weiter ausbauen will, holt ihn seine Vergangenheit immer mehr ein. Der Unterschlupf auf dem Lande kommt ihm vor wie die Flucht vor der eigenen Schuld. Schließ ist er ein Mörder, der nur durch das Geschick seines Anwalts mit einer geringen Gefängnisstrafe davongekommen ist. Schließlich kommt es zur unausweichlichen Tragödie.

Der Roman ist einer der bekanntesten Non-Maigret-Romane und wurde 1971 erfolgreich mit Simone Signoret und Alain Delon in den Hauptrollen verfilmt ("Der Sträfling und die Witwe"). "Die Witwe Couderc" erschien 1942 unter dem Originaltitel "La veuve Couderc", während die deutsche Erstausgabe erst 1982 im Diogenes Verlag veröffentlicht wurde. Diese Übersetzung wurde jetzt für die neue Edition der "Ausgewählten Romane" noch einmal überarbeitet.

Manfred Orlick
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende, rau geschriebene Geschichte 9. April 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch, der Autor im Allgemeinen, ist all jenen Leuten zu empfehlen, die Literatur im Stil des Naturalismus gern haben. Denn die Sprache ist recht direkt, nichts wird beschönigt. Romantiker werden an daran sicher nicht so eine Freude haben, weil das Buch schonungslos die Abgründe im menschlichen Geist aufzeigt. Was man an diesem Buch auch noch bemerkt, ist, dass am Anfang eine schöne Idylle aufgebaut wird, die am Schluss brutal zerstört wird.
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