Kurzbeschreibung
Am Brunnen vor dem Tore ...
Fragt man einen Freund deutschen Liedguts, welches denn wohl das berühmteste und schönste deutsche Volkslied sei, so antwortet er mit ziemlicher Sicherheit: der Lindenbaum. Zwei große Künstler - der Dichter Wilhelm Müller und der Komponist Franz Schubert - haben das in seiner Wehmut deutscheste aller Lieder für den Zyklus der Winterreise erschaffen.
Thomas Quasthoff, der wohl bekannteste Schubertlieder-Interpret, hat nicht nur die Einleitung zu diesem außergewöhnlichen Buch geschrieben, sondern zu allen 24 Liedern Notenbeispiele ausgewählt und kommentiert. Weiterhin haben 24 Schriftsteller und Musikwissenschaftler Kurzgeschichten geschrieben, die sich auf jeweils ein Lied beziehen, die dem Leben Müllers oder Schuberts folgen oder davon inspiriert sind. Und durch die düsteren Episoden der winterlichen Reise führen uns die sensiblen Illustrationen von Stefanie Roth.
Ein Liederbuch, ein Gedichtband, ein Kurzgeschichtenbuch und ein Bilderbuch.
Über den Autor
Martina Bick, geboren 1956, studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Germanistik.
Sie lebt und arbeitet in Hamburg und veröffentlichte bislang neben Kurzgeschichten, Anthologien und Sachbüchern zwei Romane und fünf Krimis.Franz Schubert gilt vielen Menschen als Inbegriff einer biedermeierlichen, beschaulichen Musikkultur. Seine berühmtesten Werke werden gern als Paradestücke für die Hausmusik des gehobenen Bürgertums angesehen. Doch das tradierte Bild des liebenswerten "Liederfürsten" verdient längst eine kritische Revision. Franz Schubert war eine höchst eigenwillige Persönlichkeit - und ein experimentierfreudiger, vielseitiger Künstler, in dessen Musik klassische Formprinzipien und romantische Ideen eine neue, unerhörte Synthese eingingen.Wilhelm Müller (auch: Griechen-Müller), 7. 10. 1794 Dessau - 30. 9. 1827 ebd. M. stammte aus einer Handwerkerfamilie. 1812 begann er mit einem Studium der Philologie und Geschichte in Berlin, nahm dann 1813- 1814 an den Freiheitskriegen teil und führte 1815-17 sein Studium zu Ende. 1817 wurde er von der Berliner Akademie der Wissenschaften beauftragt, einen preußischen Kammerherrn nach Ägypten zu begleiten. Die Reise endete jedoch bereits in Italien, wo sich M. selbständig machte (Neapel, Rom). Nach Dessau zurückgekehrt, unterrichtete er von 1819 an am Gymnasium Latein und Griechisch. Wenig später wurde er zusätzlich Bibliothekar der Hofbibliothek und fand, seit 1821 verheiratet mit einer Enkelin des Pädagogen Johann Bernhard Basedow und 1824 zum Hofrat ernannt, seinen Platz in der Gesellschaft. Er knüpfte Beziehungen u. a. zu L. Tieck und den schwäbischen Romantikern.