Goethe, Napoleon und das Geheimnis um Kaspar Hauser miteinander zu verbinden und als Klammer die Gebrüder Grimm zu benutzen, das ganze garniert mit indischen und europäischen Geheimbünden, einer exotischen Prinzessin, einem Fakir und einem durchgedrehten Gynäkologen, der sich für einen Schmetterling hält, das ganze hört sich nach unglaublichem Blödsinn an oder einer fantasievollen und originellen Geschichte. Das zweite ist der Fall. Der Autor besitzt genug ironische Distanz und ein ordentliches Maß an Respektlosigkeit gegenüber solchen Größen wie Goethe, benutzt mit den Brüdern Grimm ein "Detektiv"-Gespann, dass nicht ohne Absicht an Holmes/Watson erinnert und baut daraus eine insgesamt ausgesprochen unterhaltsame Lektüre. Das war das erste Buch, dass ich von Kai Meyer gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht das letzte sein.