Johnny Kimathi und Frank Burkell sind Ranger im kenianischen Tsavo-Nationalpark. Sie sollen Elefanten vor gnadenlosen Wilderern schützen, die sich auf der Pirsch nach dem kostbaren Elfenbein befinden. Dabei sind Johnny und Frank nicht zimperlich: Gleich zum Anfang gibt es eine heftige Schießerei mit vielen Toten. Doch ihre eigentliche Bewährungsprobe steht ihnen noch bevor.
Die Mafia macht sich breit in Kenia. Einer ihrer Köpfe ist Al Haji, ein Mann mit guten Kontakten zu Politik und Polizei. Unter dem Deckmantel einer Import-Export-Firma vertreibt er die Stoßzähne der Elefanten in alle Welt. Das Geschäft jedoch läuft schlecht, die Ranger kommen seinen Truppen in der Savanne immer wieder in die Quere. Schnell bekommt Al Haij den Druck seiner ausländischen Auftraggeber zu spüren.
Sie setzen ihm Ricardo vor die Nase, einen flüchtigen Mörder aus Miami, der zudem recht neugierig ist. Ricardo findet heraus, dass Al Haji noch in andere, schmutzige Geschäfte verstrickt ist. Und Ricardo wird klar: Die Ranger müssen einen Denkzettel bekommen.
Schnörkellos erzählt Meja Mwangi seine Geschichte. Gekonnt verkettet er seine beiden Erzählstränge - zum einen Al Haijs Verbrechen, zum anderen den Kampf von Johnny und Frank - zu einem spannenden Roman. Obwohl es um Mafia, Schmuggel und Schutzgelderpressung geht, ist „Die Wilderer" kein Krimi im klassischen Sinn, wohl aber eine Geschichte über kriminelle Machenschaften und organisiertes Verbrechen in Kenia.
Erschreckend ist seine oftmals nüchterne Beschreibung der alltäglichen Gewalt: Wilderer werden erschossen, Erpresserbanden plündern und brandschatzen Geschäfte, wenn die fällige Rate nicht gezahlt wird. Das Gesetz, die Polizei - es gibt sie nur am Rande. Auge um Auge, Zahn um Zahn - was bei den Tieren in der Savanne gilt, scheint auch für die Menschen zu gelten. „Ich will ihnen eine Dosis ihrer eigenen Medizin verpassen. Einen Hauch von Terror." sagt Johnny am Ende des Buches. Eine Aussage, die man als Leser beklemmenderweise nicht nur versteht, sondern unterstützt. Ein beunruhigendes Buch, das die Sinne schärft für das Leben in einem Land, in dem das organisierte Verbrechen herrscht und in dem die Hyänen sich lachend über die Kadaver stürzen.