Es handelt sich hierbei um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans "
Die Wilby-Verschwörung" (Originaltitel: "The Wilby Conspiracy") von Peter Driscoll aus dem Jahr 1975. Der politische Gefangene Shack Twala (Sidney Poitier) wird nach zehnjähriger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. Doch bereits kurz danach versucht die Polizei bereits wieder, Twala zu verhaften. Durch die Hilfe ihres Freundes Jim Keogh (Michael Caine) gelingt Twala und seiner Anwältin jedoch die Flucht. Twala und Keogh müssen nun aus Südafrika fliehen, doch besteht Keogh darauf, die Route über das 900 Meilen entfernte Johannesburg zu nehmen. Die beiden Flüchtigen werden dabei von Major Horn (Nicol Williamson), einem Beamten der Staatssicherheit, mit gnadenloser Unerbittlichkeit verfolgt.
Der Film zeigt die Gegebenheiten der Apartheid in Südafrika während dieser Zeit, ohne aber (entgegen der Titelbildgestaltung) vordergründig auf Spannungseffekte oder Gewaltdarstellungen zu setzen. Vielmehr wird die Geschichte über weite Strecken faktisch, unaufgeregt und mitunter auch mit trockener Lakonie erzählt, was zur Glaubwürdigkeit beiträgt, ohne das dabei auf Unterhaltungsaspekte verzichtet wird. Der Film variiert das bereit aus dem Film "
Flucht in Ketten" bekannte Thema eines Schwarzen mit einem Weißen auf der Flucht, die aufeinander angewiesen sind. Hier ist der Weiße allerdings kein Gegenspieler des Schwarzen, was dem Thema aber nichts an Spannung nimmt, sondern diese nur anderweitig verlagert.
Aussagekräftig sind in diesem Zusammenhang einige Zitate aus Besprechungen, die in pointierter Weise die Eigenheiten dieses Films vermitteln (Quelle Wikipedia):
"Harte Anklage der südafrikanischen Rassenpolitik im Gewand eines Abenteuerfilms." - Lexikon des internationalen Films, 1995
"Zu Beginn des Films, als die Ursachen für die Flucht und Verfolgung dargestellt werden, die den größten Teil der Handlung ausmachen, scheint es, dass Die Wilby-Verschwörung sich selbst ernst nehmen wird und einer der ersten amerikanischen Spielfilme werden könnte, der sich eindeutig gegen die Apartheid positioniert. Er nimmt sich auch tatsächlich ernst, an den Stellen, an denen es die Handlung verlangt, aber nie zu bedeutungsschwanger, denn Die Wilby-Verschwörung ist letztendlich eine gute konventionelle Verfolgungsjagd im neuen Gewand und eine Abkehr von den üblichen Rassenklischees. Das Beste an diesem Film, der überwiegend in Kenia gedreht wurde, sind jedoch die Leistungen seiner Darsteller, cool und selbstbewusst ..." Vincent Canby, New York Times, 1975
"Die Wilby-Verschwörung ist ein gutes actionreiches Melodram über die Apartheid in Südafrika. Der Film wurde in Kenia gedreht. Die Darsteller Sidney Poitier und Michael Caine werden unermüdlich von Nicol Williamson verfolgt, der großartig ist in der Rolle des kalten, beharrlichen und brutalen Polizisten." - Variety, 1975
Die Geschichte erweist sich dabei als ein glaubwürdiges, für die Zeit der Entstehung dramaturgisch außergewöhnliches Drama, das hinsichtlich seiner ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema Apartheid durchaus in eine Reihe gestellt werden kann mit Filmen wie "
Weiße Zeit der Dürre" oder "
Endgame" u.a.