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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Verständliche, sehr knappe Übersicht ohne Illustrationen, 2. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Wikinger (Taschenbuch)
Wer bisher seine Kenntnisse übers skandinavische Frühmittelalter aus Hägar-Comics bezog, findet in Simeks Buch eine gute Einführung in den heutigen Wissensstand: Simek erzählt von den christlichen Chronisten, die von den ersten Überfallen der Wikinger berichteten, über die Schiffe der Nordländer, die Wikinger als Plünderer, Siedler, Entdecker, Händler und Reichsgründer, über den Alltag und die Feste der Wikinger, die Rolle der Frau, die Heldendichtung der Zeit und den Übergang von der nordischen zur christlichen Religion. Wer es genauer wissen will, kann dann der umfangreichen Literaturliste nachgehen. Und genauer wissen wird es so mancher wollen: Simek reißt nur ein paar wenige Kernpunkte der Kultur der Nordleute an. Details gibt es wenige, Illustrationen fehlen ganz, viel Raum nehmen die Diskussionen verschiedener Ansichten der Historiker ein. Das Buch liest sich entsprechend trocken und akademisch - es ist nicht unverständlich, aber auch nicht sonderlich „inspririerend". Wer des Englischen mächtig ist, hat mit „The Penguin Historical Atlas of the Vikings" von John Haywood eine erheblich schönere, anschaulichere und umfassendere Darstellung: Über 60 Karten und 80 Illustrationen, darunter eine von einem Wikingerschiff-Nachbau, machen das Buch ideal für alle, die sich im Wortsinne ein Bild der Zeit machen wollen. Dabei sind die Textbeiträge erstklassig und gehen in die Tiefe; die für Deutschland typische Wahl zwischen anschaulichem Kinderbuch à la „Was ist was?" und seriöser, aber trocken-bieder präsentierter Information braucht man hier nicht zu treffen. Aber auch auf Deutsch gibt es viele andere Bücher zum Thema. Wer mehr Wert darauf legt, die aktuellen Ergebnisse der Geschichtswissenschaft zu erfahren, als den Diskussionen um diese Ergebnisse nachzuspüren, wer mehr Wert auf die Einzelfakten als auf Interpretationsentwürfe legt, braucht daher nicht zu diesem Buch zu greifen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dem Mythos auf der Spur, 15. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Wikinger (Taschenbuch)
In den letzten 200-300 Jahre hat sich ein wahrer pool an Mythen von Kultur und Geschichte der Wikingerzeit entwickelt. Z.B., dass Wikinger trinkfest waren, gehörnte Helme trugen und mit ihren Drachenboten bis nach Amerika vorstießen. Dieses zahlreiche "mythische Material" ist nach Simek insb. der Quellenlage geschuldet, da einmal archäologische Daten und Fakten erst in den letzten 200 Jahren ans Tageslicht gebracht worden sind und andererseits "der Großteil unseres geläufigen Wissens über die Wikingerzeit aus Texten stammt, die ... von mittelalterlichen Historikern in den auf die Wikingerzeit folgenden Jahrhunderten geschaffen" wurde. Daher sind einige Quellentexte als unhistorisch und legendenhaft zu betrachten. Die Bedeutung des Wortes Wikinger muss mit Seeräuber wiedergegeben werden. D.h. eigentlich handelt es sich, so verstanden, nur bei einem kleinen Ausschnitt der Bevölkerung um Wikinger. Doch wird im vorliegenden Buch, wie im Allgemeinen auch, die Gesamtbevölkerung Skandinaviens vom Ende des 8. bis zum 11. Jahhrhundert so bezeichnet. Ziel des Autors ist es, die Geschichte und Kultur der Wikinger auf "knappem Raum" vorzustellen. Den Anfang der Wikingerzeit datiert Simek dabei auf den Überfall skandinavischer Krieger auf die englische Nordküste und Klosterinsel Lindisfarne im Jahr 793. Das Ende der Wikingerzeit 1066. "Die beiden daten 793 und 1066 sind deswegen brauchbar, weil ihre ereignisse symptomatisch für die entwicklung der Wikingerzeit waren. Der überfall von 793 war das für die Opfer überraschende Werk einer plündernden Seeräuberbande, die Schlachten von 1066 zeigen die wikingische Welt als durch politische, militärische und ökonomische Verbindungen eng vernetzt". Der Autor möchte insgesamt keine "Ehrenrettung" der für ihn z.T. überproportional verklärten Wikingerzeit leisten. Es geht ihm "um die viele Facetten nationaler, geographischer, ökonomischer und auch mentaler Art, die sich daraus ergeben, dass sich in den knapp 300 hier behandelten Jahren der Wikingerzeit die Skandinavier mit zahlreichen anderen Völkern, Wirtschafts- und Siedlungsräumen, Religionen und politischen Systemen messen mussten". Simeks Anliegen ist also eine sachliche Analyse. Einer vorschnellen Definition dieser Epoche hält er daher zwar nicht für angebracht. Als wesentliche Elemente der Wikingerzeit aber sind Okkupation, Kolonisation und ökonomische Infiltration auszumachen. Die Darstellung erfolgt insgesamt anhand von ausgewählten Quellen und ist nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet. Einige Karten erleichtern die Orientierung bei der geographischen Einordnung der Wikingerexpansion. Die Sprache ist sachlich, aber nicht überzogen anspruchsvoll für ein Übersichtswerk. Literaturhinweise ermöglichen allen Interessierten die weitere Lektüre.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Guter Überblick über die Hintergründe der Wikingerzeit, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Wikinger (Taschenbuch)
Dieses Buch wirft einmal einen anderen Blick auf die Winkingerzeit. Es zeigt deutliche Unterschiede zu dem uns bekannten Winkingermythos, verreißt die Wikinger aber nicht. Wissenschaftlich bezogen und doch immer mit einem Hauch von Humor erzählt R. Simek die Wikingerzeit und zeigt einem deutlich wie Vielfältig die Kultur der Wikinger war, wo sie sich ausbreitete und warum sie dieses getan hat. Das Buch bietet nur einen kurzen Überblick über die Wikingerzeit, gibt aber am Ende gute Referenzliteratur, wenn man sich eingehender mit dem Thema befassen möchte. Das Buch ist somit bestens geeignet für einen kurzen und sehr verständlichen Blick in die Wikingerzeit, besonders die Sprache muß einem gefallen.
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