Selten wurden in einem Film Anzüge von Armani so wunderbar lässig getragen, wie es hier Sean Connery tut. Tatsächlich ist es neben dem Charisma dieses doch wohl unvergleichlichen Schauspielers nicht zuletzt dessen Kleidung, die den Reiz der Figur John Conner (der Name ist schon witzig, oder?) ausmacht. Dieser Conner steht für das Prinzip der Souveränität, eine Qualität, die in diesem Film weit wichtiger als Macht ist. Macht entsteht durch Hierarchien, während Souveränität etwas mit Freiheit zu tun hat, also gerade nicht in solchen Hierarchien entsteht. Denn auch an der Spitze einer Hierarchie gilt, dass man in einer solchen niemals wirklich frei ist. Und so ist gerade der Witz an der Aufklärung dieses Mordfalles, dass es bis ganz zum Ende nicht klar ist, wer unter den vielen so organisiert wirkenden Japanern hier wirklich etwas zu sagen hat, und wer wen hier wirklich kontrolliert.
Persönliche Integrität, Intelligenz, Witz und Erfahrung, das ist es, was hier die Wirkung des von Connery gespielten Ermittlers auszeichnet. Web Smith, gespielt von einem noch jungen Wesley Snipes, ist noch zu naiv, um das zu verstehen und sucht verzweifelt nach einer Erklärung für die so großartigen Kontakte des älteren Polizisten. Erst im Lauf der Handlung durchschaut er diese Figur und damit auch die Welt, in der beide leben. Und so ist neben der Geschichte der Aufklärung eines Mordes auch die Lernen eines jungen Manns von einem Älteren das Thema des Films.
Sieht man sich den Film heute an, ist er noch aus einer weiteren Perspektive spannend. Er zeigt ein Bild von Japan, wie es in den 80er Jahren aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs des Kaiserreiches in vielen Medien kolportiert wurde. Geheimnisvoll, erfolgreich, reich, hochorganisiert und gefährlich erschienen die Japaner den Amerikanern damals, und das nicht nur, wenn es darum ging, Autos und Computer erfolgreich zu verkaufen. Selbst die japanische Mafia ist hier weiter als deren amerikanisches Pendant. Und so sehen wir in diesem Film auch einen merkwürdigen Minderwertigkeitskomplex am Wirken, den wir vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse des Jahres 2011 kaum noch nachvollziehen können.
Oder sollte das mit den Hierarchien vielleicht doch genau die Schwäche sein, die heute nach der Naturkatastrophe zu einem weiteren, hausgemachten Desaster beiträgt? Wer weiß.