Hans Bergel, als Kenner der südosteuropäischen Region Siebenbürgen (Transylvanien=das Land jenseits der Wälder), liefert mit diesem Werk ein ausgezeichnetes Bild dieses seit 800 Jahren von Deutschen besiedelten Gebiets und dem Strudel in den es, durch den Wahn der Nazis, ab 1940 hineingezogen wurde.
Aus der Sicht des 15jährigen Hauptakteurs wird ein Epos entflochten, deren Protagonisten und deren Wege sich auf fast magische Weise
immer wieder treffen, obwohl sie vordergründig keine Verbindung zueinander haben.
Auf der Suche nach der eigenen Identität und der eigenen Position gegenüber den von der Nazipropaganda vergifteten Freunden und Verwandten, findet dieser junge und mutig gegen den Strom Schwimmende nicht nur die Liebe, sondern auch seinen Weg zusammen mit den vielen Bekannten aus den vielen unterschiedlichen Kulturen, die diesen Landstrich bevölkern; Rumänen, Ungarn, Deutsche, Armenier, Zigeuner, Türken, Serben, Ukrainer.
Der Autor liefert nicht nur eine hervorragende Begründung für die Umstände, die Hitler zur Macht verhalfen, sondern auch eine mehr als anschauliche Beschreibung wie es zu dem fast vorbehaltlosen Folgen der deutschen Bevölkerung, egal auf welchem europäischen Landstrich, zu Stande kommen konnte.
Man stellt sich beim Lesen unweigerlich die Frage: Hätte ich der Hetze zu der Zeit widerstanden? Wäre ich stark und integer genug gewesen, die überall tönende Propaganda zu überhören, und der Herde der Lämmer, die sich brav zur Schlachtbank führen ließen, nicht zu folgen?
Fazit: Lesenswert. Nicht nur für Kenner der Region, sondern auch für Alle, die ein vielschichtiges Buch, das gleichzeitig Agententhriller, Liebesgeschichte, Geschichtsbuch und kurzweilige Unterhaltung bietet, mögen.