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Die Wespenfabrik. [Broschiert]

Iain Banks , Iain M. Banks
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Broschiert --  

Kurzbeschreibung

1997
Protagonist Frank Cauldham, 16 Jahre alt, lebt mit seinem wahnsinnigen Vater in einem vereinsamten Haus im schottischen Hochland. Abseits familiärer Behütetheit entwickelt Frank seine eigene Fantasiewelt der Grausamkeiten und der Bestrafungen, eine von Ritualen und Totems bestimmte Gegenrealität. Als sein in eine geschlossene Anstalt abgeschobener Bruder ausbricht, um die Geheimnisse seiner Familie zu lüften, droht Franks Weltentwurf endgültig aus den Fugen zu geraten, hat er doch mittlerweile drei Morde begangen ...
Iain Banks Debütroman Die Wespenfabrik ist eine wilde, zornige Mischung aus der Blechtrommel und American Psycho. Teils psychopathologische Innenansicht eines jugendlichen Killers, teils schwarzhumorige schottische Familiengeschichte, wurde das Buch bei seinem Erscheinen 1984 gleichermaßen bejubelt und bekämpft. Wollten die konservativen Kritiker darin nur eine Gewaltorgie sehen, so erkannte ein sensibleres Publikum das erste Werk einer starken erzählerischen Stimme vom Schlage eines Alasdair Gray oder einer A. L. Kennedy.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Produktinformation

  • Broschiert: 268 Seiten
  • Verlag: Heyne (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453124383
  • ISBN-13: 978-3453124387
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 413.588 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Iain Banks Geb. 1954 in Schottland, studierte Philosophie, Englisch und Psychologie in Stirling. Nach dem College arbeitete Banks als Portier eines Krankenhauses, Angestellter, Gärtner und Techniker. Alle Berufe ließen ihm ausreichend Zeit, seine schriftstellerischen Ambitionen zu verfolgen. Danach trampte er durch Europa und arbeitete als Techniker für British Steel. 1980 schrieb Banks in London seinen ersten Roman Die Wespenfabrik, der 1984 veröffentlicht wurde und mit dem er auf einen Schlag weltberühmt wurde. Seither schreibt Banks regelmäßig Romane und gelegentlich Kurzgeschichten, die in Großbritannien fast alle Bestseller wurden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Eines Tages also, die Luft war schwül und voller Insekten, bewegt von einer schwachen Brise, die vom Meer heraufwehte, lagen wir alle im Gras auf der Fläche, die südlich ans Haus angrenzte. Paul und Blyth waren eingeschlafen, und Eric lag mit im Nacken verschränkten Händen da und blickte schläfrig in das Blau des Himmels hinauf. Blyth hatte sein hohles Holzbein abgeschnallt, und nun lag es umschlungen von den losen Riemen zwischen den hohen Grashalmen. Ich beobachtete, wie Eric allmählich einschlief, wobei sein Kopf sanft zu einer Seite nickte und seine Augen zufielen. Ich stand auf, um spazieren zu gehen, und landete schließlich beim Bunker. Er hatte noch nicht die volle Bedeutung gewonnen, die er später in meinem Leben haben würde, obwohl ich den Ort damals schon mochte und mich in seiner Kühle und Dunkelheit sehr zu Hause fühlte. Ich ging hinein und fand eine Schlange. Es war eine Natter. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

3.5 von 5 Sternen
3.5 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Skuril, bizarr, erschreckend 31. März 2009
Von Manuela
Format:Broschiert
Francis Leslie Cauldham ist ein sechzehnjähriger Psychopath, der gemeinsam mit seinem Vater, von der übrigen Welt nahezu isoliert, auf einer kleinen Insel im Familienbesitz, irgendwo in Schottland lebt.
Nur durch eine schmale Hängebrücke ist sie mit dem Festland verbunden, für Autos unerreichbar.
Die ausgeflippte Hippie-Mutter hat ihre Familie unmittelbar nach Francis Geburt verlassen, sein älterer Bruder, Eric, sitzt im Sicherheitstrakt einer Irrenanstalt, nachdem er Hunde mit Benzin übergossen und angezündet hat und Kinder zwang, Würmer und Maden zu essen. Aber auch Francis hat es faustdick hinter den Ohren. Er ging nie zur Schule, offiziell existiert er gar nicht, hängt skurilen Tagträumen nach und gibt sich ungestört allen möglichen Grausamkeiten hin. Vorzugsweise tötet er Kleintiere und Vögel, zündet Kaninchen an und pflanzt deren Köpfe auf Pfähle, Totems gleich, rund um sein Lieblingsversteck, einen Betonbunker aus dem zweiten Weltkrieg. Am Dachboden des Elternhauses, unerreichbar für den gehbehinderten Vater, befindet sich die Wespenfabrik, eine Art lebendes Orakel, das von Francis mit Hilfe aufgespießter Wespen regelmäßig befragt wird. Um Kinder aus der nahegelegenen Kleinstadt abzuhalten in sein Inselreich einzudringen legt er heimtückische Fangschlingen aus. Täglich unternimmt er ausgedehnte Kontrollgänge, bewaffnet mit Steinschleuder, selbstgebastelten Benzinbomben und einem leistungsfähigen Luftdruckgewehr bewacht er sein Revier.
Aber er ist zu weit Schlimmerem fähig. Bereits im zarten Kindesalter brachte er drei Menschen auf grausamste Weise um, alles Kinder, eines davon sein jüngerer Bruder Paul. Niemand in Francis Umgebung ahnt etwas von seinem kleinen Geheimnis."
Lakonisch resümiert er dazu: Ich habe schon seit Jahren niemanden mehr umgebracht und habe auch nicht die Absicht, es je wieder zu tun. Es war lediglich eine Phase, die ich durchlaufen habe."
Eines Tages erhält sein Vater Besuch vom Dorfpolizisten Diggs und Francis Idylle bekommt Risse. Sein verrückter Bruder Eric ist ausgebrochen und befindet sich auf dem Weg nach Hause. Benzin- und Brandgeruch begleiten ihn, eine Katastrophe steuert auf die Insel zu ...

***
Selten habe ich einen derart ausgeflippten, zugleich enorm spannenden Plot gelesen wie den der Wespenfabrik ... wenn da nicht ... aber dazu komme ich später.
Eins vorweg: Der Ekelfaktor dieses Romans ist stellenweise sehr hoch, manchmal geradezu abstoßend. Oft entstand bei mir allerdings der Eindruck, der Autor würde damit bewusst spielen, den Schockeffekt seiner unappetitlichen Beschreibungen nur als Lockfutter für den Leser verwenden, stellenweise sogar über das sprachlich Notwendige erheben.
Zunächst die Pluspunkte: Der Autor bedient sich einer anspruchsvollen, bildhaft atmosphärischen Sprache, sein Hauptprotagonist, der Psychopath Francis Cauldham ist derart lebendig gezeichnet, dass man glauben könnte, er würde jeden Moment mit seiner Steinschleuder aus den Buchseiten herausschießen. Es gibt wunderschöne, stimmungsvolle Landschaftsbeschreibungen, alle Figuren sind individuelle Persönlichkeiten, selbst Nebenfiguren werden sorgfältig gezeichnet, wie der Liliputaner Jamie, die skurile Haushälterin Mrs. Clamp oder die hoffnungslos überdrehte Hippie-Mutter von Francis.
Immer wieder macht Banks dezent versteckte Andeutungen betreffend das frühere Schicksal seines Hauptprots, führt den Leser damit bewusst in die Irre, holt ihn wieder heraus, nur, um ihn erneut zu verwirren. Auch gelingt es ihm, die Spannung und Ungewissheit über den Ausgang der Story bis zur letzten Seite aufrecht zu halten, bis sich alles, schlussendlich, zu einem verständlichen Ganzen abrundet. Und damit komme ich zum negativen Teil.
Verständlich ist der Plot dieses Romans, gewiss, aber nicht realistisch.
Einige der Geschehnisse erschienen mir schlecht recherchiert, bzw. auf mangelndes Wissen der Leserschaft vertrauend, geschrieben zu sein. Ich denke dabei an die Durchführung der ersten beiden Morde des kindlichen Hauptprots, deren Ablauf mir nicht plausibel wurde; und an das geradezu bizarre Ende der Geschichte. Auch hier vermisste ich gewissenhafte Recherche in der Darstellung.
Speziell beim Schluss des Romans wäre mir lieber gewesen, wenn Banks die bittere Konsequenz seines Plots - ein menschliches Inferno - durchgezogen hätte. Explizit darauf einzugehen verwehre ich mir, ich möchte nicht die Pointe verraten.
Die ersten beiden Drittel des Romans gefielen mir ausgezeichnet. Dann fiel mein Interesse etwas ab. Verantwortlich dafür waren vor allem oben genannte Ungereimtheiten in der Handlung und die für mich nicht ganz nachvollziehbare Entwicklung von Eric, dem verrückt gewordenen Bruder Francis. Auch wandelt sich der Hauptprot gegen Ende des Buchs immer mehr zu einem vernünftigen Normalbürger, der sogar Mitgefühl für Mensch und Tier empfindet, eine Veränderung, die aus dem Handlungsablauf nicht ganz schlüssig wird.
Dennoch ein empfehlenswertes Buch, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich habe diesen ehemaligen Bestseller trotz aller genannten Vorbehalte recht gerne gelesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgefahren! 6. Dezember 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Wie erfreulich das dieses schräge Buch wieder veröffentlicht wurde, ich habe mir noch die 91'er Ausgabe gebraucht besorgen müssen. Es ist das erste Buch das ich bisher von diesem Autor gelesen habe und ich finde es hat in der Tat alles Zeug zum Kultbuch. Die Welt in der die Titelfigur lebt bzw. die sie sich auch selbst geschaffen hat ist bizarr, teilweise ekelhaft und lässt einen staunen. Trotzdem fand ich den Protagonisten durchaus sympathisch. Das der eigene Bruder sich als noch durchgeknallter herausstellt als die Hauptfigur gibt dem ganzen einen zusätzlichen Kick. Man hat von Anfang an das Gefühl, hier läuft alles auf ein ziemlich unangenehmes Ende zu, keine Hoffnung auf Friede, Freude, Eierkuchen. Und damit kommen wir auch genau zu meinem einzigen Problem mit der "Wespenfabrik" - ich finde das Ende konstruiert und an den Haaren herbeigezogen, das kostet den fünften Punkt. Alles in allem aber unbedingt lesenswert, Francis wird mir noch länger in Erinnerung bleiben!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schrecken ohne Ende 3. September 2005
Von marielan VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Der 16jährige Frank lebt mit seinem Vater auf einer Halbinsel an Schottlands Küste. Er tötet Tiere mit Steinschleuder, Benzinbomben und Gewehr und hat sich ein ausgeklügeltes System an Schutzmaßnahmen und Gefahrenwarnungen ausgedacht, basierend auf merkwürdigen Zeichen und Symbolen, die nur er allein versteht. Dass er schon drei Menschen getötet hat, weiss niemand. Franks älterer Bruder Erik, der in der Psychiatrie sitzt, weil er Hunde angezündet hat, bricht aus und ist auf dem Weg nach Hause.
Der Ekelfaktor des Buches ist extrem hoch, wobei Franks Tötungen nur Vorgeplänkel sind zu der Schilderung des absolut grässlichen Vorfalls in der Klinik, durch den der damalige Medizinstudent Erik durchdrehte.
Obwohl Frank als Protagonist die Geschichte in der Ich-Form erzählt, ist es schwierig, ihm zu folgen, denn die Rituale, die er vollführt, und die Schlüsse, die er daraus zieht, bleiben fremd und unsinnig. In seine komplizierten Denk- und Handlungsmechanismen einzudringen, ist beinah unmöglich, ebenso das Nachvollziehen der Mordmotive.
Ganz unerwartet ist die Erklärung nicht, passagenweise hat sie sich schon abgezeichnet. Neben dem Entsetzen, was Frank wirklich angetan wurde, bleiben allerdings mehrere Fragen offen, und der Versuch, einen familienbedingten psychischen Defekt zu diagnostizieren, befriedigt auch nicht.
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