Es ist interessant zu sehen, dass der SWR in Sachen Reger-Klarinettensonaten bislang die Nase vorn hat. Die beiden im Gesamtvergleich dem Notentext am nächsten kommenden Einspielungen sind durch dasselbe Aufnahmeteam aufgenommen worden und offenbar scheint sich so auch dieselbe, die Werke bis in die kleinsten Verästelungen ernst nehmende Ästhetik zu finden. Die Interpreten spielen, was Reger vorschreibt (abgesehen davon, dass sie im Kopfsatz der letzten Sonate zu schnell sind), und entwickeln daraus ihren eigenen Zugang, der voller Farbe und Fantasie einen ganzen Kosmos an Stimmungen evoziert. Diese Einspielungen sollten kein Geheimtipp sein.