Eigentlich mag ich Hunde lieber als Katzen, doch die Geschichte von Mufti, der Perserkatze, und seiner sympathischen Besitzerin Bea Best hat mich während einer Zugfahrt derart gefesselt, dass ich beinahe vergessen habe, rechtzeitig auszusteigen.
Um was geht es in der Werbekatze? - Bea Best ist eine Juniortexterin in den Anfängen und sitzt zu Beginn des Buches etwas ratlos am Schreibtisch. Eine Broschüre für Katzenfutter von Schatzikatz, einem bedeutenden Kunden der Agentur Wolf & Wolf, soll sie entwerfen. Beas ersten Entwurf hat ihre Chefin gerade gnadenlos niedergemacht. „Zu unpersönlich und nichts sagend“, so die Kritik. Doch Beas Kreativ-Tief ist nicht von langer Dauer – schließlich tritt Mufti in ihr Leben: Ihren großen bernsteinfarbenen Augen konnte sich die Juniortexterin einfach nicht entziehen und im Handumdrehen ist sie stolze Katzenmutter. Dank Mufti klappt es mit dem Texten. Nicht nur Schatzikatz ist zufrieden, auch andere Frankfurter Werbeagenturen finden plötzlich an Beas Werbe-Ideen Gefallen. In Beas Leben kommt Bewegung… Damit nicht genug: Mufti hat, so zeigt sich bald, sogar das Zeug zum Fernsehstar. Wie es dazu kommt, wird jedoch nicht verraten. Die Spannung soll erhalten bleiben.
Auch die Liebe und heiße Flirts kommen in der Werbekatze nicht zu kurz – schließlich kann Bea nicht den ganzen Tag bloß Werbetexte schreiben. Was Beas neue Bekanntschaft angeht, so knüpft auch hier der Vierbeine die Kontakte…
Frankfurter oder Ex-Frankfurter werden den einen oder anderen Ort, die eine oder andere Kneipe wieder erkennen. Der Roman ist auch eine Liebeserklärung der Autorin an die Finanzmetropole am Main. Für Werbe-Leute und Nicht-Werbe-Leute findet sich im Anhang des Buches ein Glossar, eine Art ABC der wichtigsten Werbebegriffe. Doch keine Angst: Von Fachchinesisch ist der Stil des Buches weit entfernt. Dass das Buch von kreativen Werbe-Entwürfen durchsetzt ist, macht u.a. seinen Reiz aus – die Autorin, die selbst die in Werberkreisen begehrte Auszeichnung „Effi“ gewonnen hat – versteht ihr Handwerk. Soe viel ist sicher. Der Leser, auch wenn er nicht viel mit Werbung am Hut hat, amüsiert sich köstlich über manche Werberidee. Genau das richtige Buch für trübe Wintertage.
Meine Empfehlung: Kaufen und in einen Zug setzen!