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Die Wende ging schief: oder warum Biografie mehr als nur eine rein persönliche Angelegenheit ist [Broschiert]

H. Johannes Wallmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

9. November 2009
Die Wende ging schief ist nicht nur der authentische Zwischenbericht von einem engagierten und spannungsvollen Künstlerleben (der Autor verließ mit seiner Familie nach einem kulturpolitisch begründeten Ausreiseantrag und jahrelangen Schikanen 1988 die DDR), ist nicht nur eine ernüchternde Diagnose deutscher Gegenwart, sondern formuliert eine Vision, die auf totalitär beeinflusste Mentalitäten und Zustände antwortet.
Wie schon in seinem ersten Buch »INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft« (2006) reflektiert Wallmann auch in seinem neuen Buch Grundfragen von Kunst, Kultur, Demokratie, »Ökolonomie« und Ethik. Angesichts sich erneut anbahnender Katastrophen der Moderne (oder auch nur z.B. angesichts von Hartz4 sowie eines neue Überwachungsterrors) zieht er nun aber die Schlussfolgerung, dass es an der Zeit ist, in Deutschland jene Selbstverständnisdebatte zu beginnen, die sowohl nach dem Ende des Nationalsozialismus als auch nach dem Ende des Realsozialismus ausblieb.

Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Broschiert: 360 Seiten
  • Verlag: Kulturverlag Kadmos (9. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865990959
  • ISBN-13: 978-3865990952
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 861.983 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

H. Johannes Wallmann, geb. 1952 in Leipzig, Kompositionsstudium in Weimar, Meisterschüler für Komposition an der AdK Berlin, 1975-1986 Initiator und künstlerischer Leiter der »gruppe neue musik weimar«; Kammer- und Orchestermusik, Realisierung umfangreicher INTEGRAL-ARTProjekte, Landschaftsklang- Kompositionen, musikalische Kombinationsspiele, Klangkunst; intensive kompositorische sowie kultur- und kunstphilosophische Arbeit für eine neue Einheit von Mensch und Natur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Kein Platz für Ostalgie - Sehr lesenswert! 23. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf
In diesem Buch ist kein Platz für Ostalgie. Schonungslos wird anhand der eigenen Biografie gezeigt, wie durchdringend die Herrschaft einschließlich des ausgeübten seelischen Terrors durch einen totalen Staat sein kann. Auch die Kirchenvertreter in der DDR waren aus seiner Sicht viel stärker Bestandteil dieses menschen- und freiheitsverachtenden Systems als vielfach angenommen. Der Verfasser zeigt, dass aus seiner Sicht auch die Wiedervereinigung nicht zu einer echten Erneuerung geführt hat. Das ist die eigentliche Provokation. Die Wende ging aus seiner Sicht schief. So konnten danach die noch bestehenden Netzwerke aus der DDR-Zeit weiterhin tief in die Gestaltung der Gesellschaft hineinwirken. So geriet H. Johannes Wallmann 1996 in die Berliner Falle", die auch durch systematisches Verdrängen der Vergangenheit geprägt war. Aber auch die Ignoranz und Toleranz der Wessis störte.

Dieses Buch ist aber nicht nur eine lesenswerte Biographie eines Künstlers mit einer ausführlichen Beschreibung seiner Kompositionen (vor allem Landschafts- und Raumklang), sondern ein Werk, in dem viele interdisziplinäre Fragen aufgeworfen werden. Wer sich dafür interessiert, sollte auch das bereits im Jahr 2006 erschienene Buch "Integrale Moderne - Vision und Philosophie der Zukunft" des gleichen Verfassers lesen.
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Ein ungewöhnlich starkes und zugleich spannendes Buch! Die künstlerische und politische Biografie eines "DDR-Komponisten". Nein, so ganz richtig ist dieser Satz eigentlich nicht, denn die Musikhochschule Weimar hat bis heute nicht den Makel ihrer DDR-Vergangenheit, ihrer ehemaligen SED-Hörigkeit und Willfährigkeit bereinigt: Das Diplom von Johannes Wallmann liegt noch dort, wo es auf Druck der ehemaligen Kulturpolitiker der DDR und des MfS hinwanderte: Im Archiv der Kunsthochschule in Weimar.
Wallmann, ein begabtes Kind, kommt aus einer Pfarrersfamilie - mit allen daraus resultierenden Hindernissen wie z.B. den Versuchen der Ausgrenzungen von Bildungsmöglichkeiten. Doch schon seine frühen musikalischen Leistungen und sein Wille sind so herausragend und ausgeprägt, dass er immer wieder einen Weg und Förderer findet, die den jungen Musiker im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördern - bei In-Kauf-Nahme persönlicher Risiken.
Es ist eine Abrechnung mit den kulturellen Instrumentarien der DDR, deren Protagonisten, Zuträgern, den vom MfS in den Freundeskreis eingeschleusten IM's. Und es gibt Einblick in bisher unbekannter Tiefe in das "Musikgeschehen" der DDR - wie man gleichschaltete oder, wenn dies nicht ging, versuchte die Nonkonformen zu behindern, zu isolieren, auszugrenzen, zu verleumden und ... Es überkommt einen das Grausen über diese DDR, wenn man in Wallmans MfS-Dokumenten liest: "Besteht die Möglichkeit, die Aussagekraft und Zielstellung der Kompositionen des Wallmann (so) zu deuten, ... der Verdacht des hetzerischen oder staatsfeindlichen Inhaltes....". Und die Täter von gestern? Auch hier wird man fündig! Die Seilschaften haben überlebt und sind gut versorgt.
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