,,Was kann denn ich als Einzelner in der Welt schon bewirken? Wie werde ich ein entscheidender Akteur einer Gesellschaft, in der die Alarmstimmung zum Mainstream geworden ist?" Spannende Fragen, auf die David Bornstein Antworten gibt, indem er Menschen vorstellt, die dem ,,Clash of Civilizations", der ihnen in Form von widrigen Umständen, Sachzwängen oder stagnationsfördernden Strukturen widerfährt, entschlossen die Stirn bieten und Erstaunliches erreichen. Das Buch zeigt, wie Menschen in schwierigsten Umständen ihre Mitmenschlichkeit nicht aufgeben, sondern Liebe, Mut, und Glauben an das Gelingen ihrer Bemühungen heranbilden und das einzig Richtige tun: Sie werden zu Pionieren, die in zwangsläufiger Eigenregie Neues praktizieren, um so mildernde Umstände zum Wohle aller herbeizuführen.
Das Programm dieser Social Entrepreneurs lautet kurz und prägnant: (Gesellschaftliche) Probleme nicht lindern, sondern lösen. Dabei haben die Social Entrepreneurs vieles mit den erfolgreichsten Unternehmern der Welt gemeinsam: Eine innovative Idee, Kreativität, unbändigen Einsatz und Durchsetzungsvermögen. Beide beschreiten den gleichen Weg, jedoch bei divergierender Zielsetzung. Der Unternehmer wirtschaftet für sein eigenes Unternehmen, der Social Entrepreneur hilft durch eine Verbesserung gesellschaftlicher Zustände.
Im Laufe seiner fünfjährigen Unternehmung, deren Auswertung die Basis für dieses empfehlenswerte Buch bildet, suchte Bornstein in der ganzen Welt nach derartigen Menschen. Fündig wurde er zuhauf: Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch, der gegen den Widerstand mächtiger Banken seine Vision, Kleinstkredite an Arme zu geben, in die Tat umsetzte und für sein Lebenswerk 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde; Agraringenieur Fabio Rosa, der die Produktion günstigen Stroms für brasilianische Kleinbauern realisiert; Gloria de Souza, deren Lernkonzept zunächst belächelt wurde, dann aber von der indischen Regierung zur landesweit verbindlichen Unterrichtsnorm gemacht wurde.
Global betrachtet verzeichnet dieser Bürgersektor sehr starkes Wachstum, wohingegen er in Deutschland unterentwickelt bleibt, herrscht doch hierzulande noch die Meinung vor, die Lösung wichtiger Probleme bedürfe nicht des zielstrebigen Engagements eines jeden von uns. Doch angesichts der fortwährenden Debatte um die Zukunft des Sozialstaates gewinnen Bornsteins Ausführungen auch für unser Land an Bedeutung, machen sie doch deutlich, dass sich soziales Engagement und Wirtschaftlichkeit durchaus miteinander verbinden lassen.
Die Kräfte der Zivilgesellschaft sind stark: Gemeinsam mit dieser ,,Graswurzelbewegung" wird jeder einzelne von uns als ,,Seele des Ganzen" gebraucht, gibt es doch tausende Geschichten, in denen beispielsweise Graswurzler und Christen Hand in Hand gehen, fast jede ist ein Abenteuer der Menschlichkeit, auch wenn sie im Licht der Öffentlichkeit oft unbeholfen wirken. Trotzdem erklimmen diese Menschen jeden Tag neue Gipfel.