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Die Welt hinter Dukla: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Die Welt hinter Dukla: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Andrzej Stasiuk , Olaf Kühl
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (24. Juni 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518398911
  • ISBN-13: 978-3518398913
  • Originaltitel: Dukla
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 394.975 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Andrzej Stasiuk
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 19.10.2000
Katharina Döbler hat die Lektüre mit einem Besuch im Titelort in Begleitung des Autors verbunden und vergleicht nun ihre Impressionen von der polnischen Kleinstadt mit ausgewählten Passagen des Buchs. Sie ist begeistert von der `wunderbaren und dichten`, dabei handlungsarmen Erzählung, die hinter kleinstädtischem `Nichts` Welterfahrung vermittelt. Richtig ins Schwärmen gerät sie bei den `wunderschönen Prosaminiaturen` über Landschaft, Tiere und Naturschauspiele und empfiehlt gar das Auswendiglernen einzelner Stellen. Dennoch ist der Autor, der wegen Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis saß, der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit keineswegs gänzlich entrückt, bemerkt die Rezensentin anerkennend. Ihr erscheint das Buch als ein wichtiger Teil `kollektiver europäischer Biografie`, und sie kann das Bedauern von manchen Anhängern des Kultautors nicht teilen, die dem `brutalen Realismus` des Frühwerks nachtrauern.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Mit einem einzigen, wunderbar leichten Wurf hat die Literatur eine neue Hauptstadt erhalten: Es ist Dukla.« (Thomas Steinfeld Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wer nur einen Blick auf die Bewertung der Amazon-Rezensenten fuer dieses Buch wirft, erkennt auf Anhieb, dass Stasiuks Werk fuer das Publikum schwere Kost darstellt. Nicht, weil das Werk besonders schwierig oder lang waere, sondern weil der Autor am Beispiel des Karpatenortes Dukla eine Aert literaturwissenschaflticher Fingeruebung am Hochreck vorgenommen hat, die die einen geniessen, die anderen anoeden wird. Den Veraechtern Duklas, die ich durchaus verstehen kann, mus allerdings entgegengehalten werden, dass der Autor seinen Lesern gleich am Anfang reinen Wein einschenkt. "Es wird keine Geschichte geben" heisst es schon auf den ersten Seiten des Buches , und so ist es auch.
Statt einer Geschichte bietet der Auto reine Poesie - und zwar Poesie als eine magische Aura ueber einem Abgrund an Banalitaet. "Nichts los in Dukla" schrieb einer meiner unzufriedenen Vorrezensenten, das stimmt, wenn man die reinen Ereignisse betrachtet, aber mit der Zugabe von Stasiuks meisterhaften Reflexionen, mit seiner Metaphorik und Subjektivierung verwandelt sich das kleine Karpatennest unter der Feder des Autors in einen magischen Ort, in dem sich jeder wiederfinden kann. Schon die ersten beiden Seiten, in denen der Autor das Erwachen des Ortes beschreibt, die zahlreichen Miniaturen ueber die Sonntage in Dukla, den Busbahnhof, die Maerkte, den Grossvater und die Grossmutter, die Hitze, die Kaelte, die Jahreszeiten und vieles andere mehr, erreichen mitunter eine achetypische Quaklitaet, denen man ihre Herkunft aus den Niederungen des polnsich-slowakischen Grenzgebietes nicht mehr anmerkt.
Je weiter man liest, desto klarer wird: es handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um ein poetisches Konzentrat, das wie alle Konzentrate nicht in einem Rutsch konsumiert sondern langsam genossen werden will, zwanzig Seiten pro Tag, mehr sollten es nicht sein. Es ist uebrigens egal, wo und wie man in das Buch wiedeer einsteigt, ueberall ist Anfang und Ende zugleich, es gibt keinen Aufbau, keine Sequenz, nur den kuehnen Versuch, durch den Schorf der Alltaeglichkeit in die Grundstrukturen des Fuehlehns und Erlebens, der Zeitwahnehmung und Erinnerung vorzustossen. Allerdings bekommt man Konzentrate, auch in Intervallen genossen, irgendwann ueber, und so wird es gegen Ende des Buches etwas anstrengend. Ausserdem ist die Geige sehr hoch gestimmt, und man muesste lugen, wenn es nicht auch mal hier und da eine Stilbluete zu monieren gaebe (z.B.: "Wir spuerten eine Praesenz, aber sie hatte eine irgendwie verduennte Form"). Aber das sind seltene Ausrutscher in einem alles in allem erstaunlichen und ungemein lesenswerten Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nach der Lektüre kann ich verstehen, daß es so scheinbar widersprüchliche Rezensinen zu diesem Werk gibt.
Ich hatte mich schon sehr auf das Buch gefreut und als ich die negativen (und durchaus klug formulierten) Kritiken hier las, befürchtete ich, das Buch träfe nicht meinen Geschmack. Aber es ist genau das, was ich erhofft hatte.
Ja, das Buch hat keine Handlung und es beschreibt auch nicht auf dokumentarische Weise das Leben in der polnischen Provinz. Aber - der Autor/Erzähler schreibt es irgendwo selbst - man erhält eine sehr schöne Beschreibung vom Vergehen der Zeit. Und dafür scheint die Beschreibung von Licht (jetzt und in der Erinnerung) sehr gut geeignet. Das klingt womöglich alles hochgestochen - ist aber eigentlich sehr banal: Jedem fällt sicherlich bei einem ungewöhnlichen Geruch, einer Szene oder einem Geräusch eine längst vergessene Erinnerung ein. Und dann oft auch an damals etwas unwichtiges (Lichteinfall, Gegenstände, Kleidung...) und diese Erinnerungen spielen sich in diesem Werk sämtlich in Dukla und Umgebung ab.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts los hinter Dukla 4. November 2007
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Stasiuk, Andrzej, Die Welt hinter Dukla, 1997 (SZ-Bibliothek)

Ein Buch, das ich mit einiger Ungeduld gelesen habe, mehr oder weniger gründlich.

Es gibt keine Handlung, außer dass dem Ich-Erzähler gelegentlich Ereignisse aus seiner Kindheit einfallen (z.B. eine hoffnungslose Liebe als 13Jähriger zu einer schönen Touristin) oder mal besondere Anlässe, z.B. Feier des Heiligen Jan in Dukla. Sonst: Landschaften, Farbe des Himmels, Beschaffenheit des Lichts, das Rätsel der Zeit, Gebäude, nichtige Situationen, Alltag, verlorene, vergessene Orte..

Der Sprecher ist immer gleich mitten drin in seinen Beschreibungen, die Atmosphäre, das Bild beherrscht die Situation, man weiß kaum, ist es Gegenwart oder Vergangenheit; obwohl die Gegenwart mit Eindringen des Kapitalismus unzweideutig ist. Er kehrt also immer wieder in dieses Nest zurück und rätselt unablässig über die Beschaffenheit des Lebens, der Dinge in der vergehenden Zeit. Dabei erscheinen die Menschen und Dinge meist rätselhaft, oft bewegungslos in brütender Stille, schemenhaft, aufgelöst ins Surrealistische, Fantastische, Durchsichtige. Die Sprache wird lyrisch und philosophisch, der Alltag in Dukla wird genommen als Beispiel für die Vergänglichkeit und Winzigkeit des Menschen in der unverständlichen Zeit.

Einerseits gelingt es Stasiuk, das Unscheinbarste mit unendlichen Vergleichen in seiner Bedeutung zu visualisieren, andererseits ist dieses Vorgehen erschöpfend. Es mag die Sinne schärfen für die Flüchtigkeit der eigenen Existenz und die Augen öffnen für das kleine Leben, das einen umgibt. Andererseits sind die Vergleiche manchmal doch sehr abstrakt und schwer nachvollziehbar, die andauernde, angestrengte Produktion von Atmosphäre und Verdichtung von Welt ist ziemlich anstrengend zu lesen, besonders wenn man Polen, geschweige denn Dukla, nicht kennt. Oft werden die Dinge auch nur litaneihaft benannt, wie sie halt jemand ins Gedächtnis zurückruft, für den sie das Leben waren. Das Buch erinnert ein bisschen an Under Milkwood" von Dylan Thomas, nur eben weniger märchenhaft und prall, sondern dürftig, armselig. Am Schluss erfolgt eine Variante, indem nicht mehr übergangslos Eindrücke von Dukla entstehen, sondern jetzt einzelne Aspekte beschrieben werden: ein armer Kuhhirt, der dreimal sein zusammengekratztes Geld verlor , oder Tiere - Frösche, Schwalben... Damit wird es gegen Ende etwas trivialer.
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