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Die Welt als Supermarkt: Interventionen Taschenbuch – 1. Februar 2001


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 6 (1. Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228491
  • ISBN-13: 978-3499228490
  • Originaltitel: Interventions
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 182.122 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Depressive Dekadenz

Sänger des Ressentiments: Michel Houellebecq

Von Stefan Zweifel

Michel Houellebecqs skandalöser Sexroman «Elementarteilchen» entpuppt sich als reaktionäres Pamphlet gegen die Moderne und Postmoderne. Er führt unseren Untergang als Übergang in eine totalitäre Welt der genetischen Glücksdiktatur vor. Dazwischen erstreckt sich eine quälend gut gelungene Zone der Depression.

Jedes Jahrhundert hat das Fin de siècle, das es verdient. Michel Houellebecqs Erfolgsromane «Ausweitung der Kampfzone» und «Elementarteilchen» (vgl. auch NZZ 10./11. 4. 99) über die «vitale Erschöpfung» unserer Kultur entfalten eine Panikblüte des Ressentiments und des Selbstekels: Das Unbehagen nach der sexuellen Revolution von achtundsechzig entspringt nicht mehr dem Triebverzicht, sondern dem Triebzwang. Das neue Über-Ich skandiert laut Houellebecq den Slogan: «Du begehrst und bist begehrenswert.» Im 19. Jahrhundert lebten nur ein paar Auserwählte stets vor dem Spiegel und stilisierten sich zum Dandy und Kunstwerk. Heute wird uns in Film und Werbung ständig der Spiegel perfekter Wesen vorgehalten, die totale Sinnlichkeit signalisieren; wer diesem Ideal nicht entspricht, eilt ins Fitnesscenter oder sucht, wenn jegliche Hoffnung auf einen heroischen Body und sinnliche Erotik zerstört ist, in der Esoterik übersinnlichen Trost und trimmt statt der Muskeln die Seele.

So oder so: Der gnadenlose Narzissmus zerstört jegliche Liebesfähigkeit; aus den kleinen Familienmolekülen herausgesprengt, schweben die selbstsüchtigen Individuen als vereinzelte Atome durch den leeren Raum der globalen Marktwirtschaft und versuchen sich verzweifelt mit anderen Menschen oder (Luxus-)Produkten zu einem gesättigten Molekül zu verbinden. Da ein gesättigtes Molekül aber nichts konsumiert, werden sie sofort wieder auseinandergerissen und als «Elementarteilchen» schutzlos den zerstörerischen Mechanismen der schrecklich-schönen neuen Warenwelt ausgeliefert.

FUN & FASHION

Man kennt die Melodie. Nur dass Rousseau, dieser unübertroffene Sänger des Ressentiments, noch eine vergleichsweise heile Welt anklagte, ehe das «System Sade» seinen weltweiten Triumphzug antrat, das von Houellebecq für den Untergang des Abendlandes – und nicht nur des Abendlandes – verantwortlich gemacht wird: eine teuflische Mischung aus libertärer Wirtschaft und libertinistischer Ausschweifung. Die Körper in den geschilderten Orgien erinnern denn auch eher an tiefgefrorenes, vakuumverpacktes Fleisch aus dem Billigangebot als an die glamourösen Bilder aus den Pariser Endzeit-Klubs und Mode-Partys. Denn genau aus diesen Traumwelten sind Houellebecqs Helden ausgeschlossen und verkümmern zwischen namenlosen Vorstädten und unsäglichen Lust-Simulakren der Sexindustrie. Sie verfaulen in den hintersten Regalen der Supermarkt-Welt.

Klirr und kalt weht uns auf diesen Seiten die Verzweiflung und Verbitterung eines Zukurzgekommenen an, der unser Jahrhundertende mit dem kalten Blick des Insektenforschers beschreibt, die gestählten Ich-Panzer aufknackt und hinter den aalglatten Erfolgsmasken und Fratzen von Fun und Fashion die abgetriebenen Gefühle hervorkratzt und die ganze Schäbigkeit des Mittelstandes mit seinen Sehnsüchten blossstellt. Er seziert eine in wilder Ekstase zwischen Pop und Porno erstarrte Welt, in der jeder als Totgeburt seine Träume von Nähe und Sanftheit durchs Leben wie durch eine Salzwüste ungeweinter Tränen schleppt.

Unterschiedslos werden Michel Houellebecq, Jegor Gran und Virginie Despantes zum trio infernal der neuen Pariser Dekadenz stilisiert, wobei die entscheidenden Differenzen einfach überblendet werden. Nietzsche unterschied nämlich zwischen zwei Spielarten der Dekadenz: zum einen die prunksüchtig bös-heitere, in Opiumwolken schwelgende, natürlich sehr französisch angehauchte «décadence», die das Leben zumindest als Spiel rechtfertigt und den Verfall ästhetisch feiert – dafür stünde heute Jegor Gran (vgl. NZZ 22. 10. 98). Zum andern die sinnenfeindliche, trübsinnige Dekadenz eines Sokrates oder Jesus, die des Lebens müde sind und es deshalb im Namen höherer Werte entwerten – in diese Tradition könnte man Houellebecq reihen; auch er würde wohl dem Asklepios zum Dank für den Giftbecher, der ihn endlich von der Krankheit Leben befreit, einen Hahn opfern. Sein höchster Wert heisst «Liebe», und da sie unter den Menschen nicht mehr zu finden ist, muss das menschliche Leben nicht nur entwertet, sondern lieber gleich ganz abgeschafft werden. Zuvor aber labt sich der Mensch, ganz end- und zeitgeistmässig, an einem Ende in Schrecken ohne Ende.

«Alle Schwänze der Jahrhunderte gleichen sich», behauptete Huysmans, der Dichter der klassischen «décadence» – diesmal misst er, man muss es so krud zitieren, «nur 12 cm». Über diesen zu kurz geratenen Leisten wird die ganze Welt geschlagen. Die verzifferte Sade-Sexualität führt – so Houellebecqs eigensinnige Geschichtseschatologie – über den Wiener Aktionismus und die Hippies direkt – ?! – zu den serial killers und Snuff-Movies der Neunziger. Mit Genuss schildert der Autor die entsprechenden Szenen, erntet die Aufmerksamkeit einer schockierten Öffentlichkeit und wirft sogleich das Mäntelchen des empörten Moralisten über, der lediglich unserer Zeit einen (Zerr-)Spiegel vorhalten wolle. Ein unglaublich geschickt kalkuliertes Manöver.

SEIEN SIE WIDERWÄRTIG!

Das Erfolgsrezept zu den beiden Skandalbüchern «Ausweitung der Kampfzone» (1994) und «Elementarteilchen» (1998) hat Michel Houellebecq sehr früh schon in einem kleinen Manifest «Rester vivant» (1991) verraten, das leider nicht in die deutsche Aufsatzsammlung aufgenommen wurde: «Jede Gesellschaft hat ihre schwachen Punkte, ihre Wunden. Legen Sie Ihren Finger auf die Wunde und drücken Sie fest zu. Zeigen Sie die Schattenseite hinter dem Dekor. Insistieren Sie auf der Krankheit, der Agonie, der Hässlichkeit. Reden Sie vom Tod, vom Vergessen. Von Eifersucht, Indifferenz, Frustration, Liebesmangel. Seien Sie widerwärtig, dann werden Sie wahrhaft sein.»

Im neuen Roman erzählt er die trostlose Geschichte zweier Halbbrüder, die von ihrer eigensüchtigen Mutter im Stich gelassen wurden, da sie sich im Zeichen der Befreiung von achtundsechzig lieber selber sucht und sich in Kalifornien irgendwo zwischen fernöstlichen Heilslehren und Schönheitsoperationen findet. Bruno, hässlich wie wir alle und mittleres Lehrkader, flüchtet nach einer gescheiterten Ehe aus Verzweiflung in ein Camp namens «Ort der Wandlung», das aus dem Geist der Blumenkinder entstanden und mittlerweile in die heile Welt des New Age abgedriftet ist: Er lässt – eine meisterhafte Satire – Seminare in rebirthing und creative writing über sich ergehen, um wenigstens die Hoffnung auf einen half-night-stand mit einer «Tantra-Schlampe» nicht ganz aufgeben zu müssen. In der Tat lernt er im Whirlpool die abgehalfterte Christine kennen, die leider bald in einem Pärchenklub unter den harten Stössen eines anderen Mannes bei einem Schub fortschreitender Nekrose im Rückenmark zusammenbricht, ehe sie sich mit dem Rollstuhl in den Tod stürzt.

Da das Buch ein Thesenroman ist, darf es dem Halbbruder Michel nicht besser ergehen. Kein Glück. Nirgends.

Seine Wut hat Houellebecq der Welt wie Vitriol ins Gesicht geschmissen: Prompt wurde das ätzende Buch von Prozessen bedroht, von den einen boykottiert, von den anderen vehement verteidigt und mit Preisen ausgezeichnet. Noch immer beugt man sich in Paris über sein Werk, um vermittels Stilanalysen das Geheimnis des Erfolgs zu lüften («L'Atelier du Roman» Paris, Juni 1999). Ein müssiges Unterfangen: Gerade durch radikale Kunstverweigerung gelingt es dem Autor, dass der geschilderte Ekel am Leser klebenbleibt. Er legt alle möglichen Fallstricke der Depression, bis man vom Gefühl der Enge erwürgt wird und das Buch ebenso entgeistert wie begeistert weiterschenkt, um es ja nicht länger in der Wohnung rumliegen zu sehen. Anders als bei virtuosen Untergehern und Apokalyptikern wie Thomas Bernhard wird der Auslöschung kein ästhetischer Genuss abgerungen, an den man sich noch klammern könnte. Houellebecq hat bekannt, sich nicht um die Gestalt, sondern nur um den Gehalt zu kümmern und sich um die Kohärenz der Geschichte zu foutieren. Immer wieder stellt er die Frage, wie man es in einer Welt ohne Gott aushalten kann, wobei er sich davor hütet, durch literarische Brillanz den letzten Ausweg aus der abendländischen Sackgasse einzuschlagen: die Rechtfertigung der Welt als ästhetisches Kunstwerk. Houellebecqs Wahn hat somit durchaus Methode.

Ganz bewusst baut er etwa die Schilderung einer Bucht im ersten Kapitel des zweiten Teils von «Kampfzone» oder den Blick aus dem Flugzeug im fünften Kapitel des dritten Teils der «Elementarteilchen» ein, die nicht über das Niveau eines Mittelschulaufsatzes hinausreichen. Setzen sich in der «Kampfzone» sechs Personen an einen Tisch, wird nacheinander deren Biographie lustlos heruntergeschrieben, und die Gespräche zwischen den beiden desillusionierten Halbbrüdern in den «Elementarteilchen» erinnern nicht ans lebendige Wort, sondern höchstens ans Konversationslexikon. Doch der bewusst nachlässige Stil steigert die Tristesse, von der man beim Lesen erfasst wird, die Qualen der Sexualität werden durch die quälende Banalität der Sätze noch verstärkt. Die Wörter werden von diesem Autor so sorglos behandelt wie die einzelnen Menschen vom Kapital. Damit führte Houellebecq in Paris zusammen mit seinen Kollegen vom Szeneheft «Les Inrockuptibles» (vgl. «onze», Sammelband bei Grasset, 1999) einen Tonfall ein, der hierzulande aus den Zynismen der Zeitgeist-Schreibe sattsam bekannt ist und erklären mag, weshalb für einmal ein Kult-Buch so erfolgreich den Sprung über den Rhein schaffte.

ANTIMODERNES PAMPHLET

Sein Sex-Text, der das lustlose Treiben in Swingerklubs und Brutalo-Pornos in aller Härte zeigt und in manchen Lesern verständlicherweise Übelkeit erregt hat, ist indes hinter dieser skandalösen Oberfläche ein philosophisches Pamphlet gegen das Projekt der Moderne und noch mehr der Postmoderne. Unser «unterbelichteter Nietzscheaner» liefert Deleuze und Derrida dem «weltweiten Gespött» aus und rechnet mit den neunziger Jahren genauso ab wie mit achtundsechzig – und generell den letzten fünfhundert Jahren abendländischer (Geistes-)Geschichte. Ziel ist es, die Gegenwart als dumpf stampfende Techno-Welt zu zeichnen, deren lärmiges Treiben das entsetzliche Rauschen der Leere, den Pascalschen Schrecken angesichts der beklemmenden Stille der unendlichen Räume nicht übertönen kann. Da Pascals Gott genauso tot ist wie derjenige von Leibniz, wird das All als prästabilisierte Disharmonie ohne Sinn und Zweck vorgeführt; ein Vakuum, durch das die Welt, von Gott und der Sonne als letztem Sinngaranten losgekettet, seitwärts und rückwärts taumelt, genauso, wie die in ihrer Vereinzelung eingepanzerten Menschen als Monaden in wildem Wirbel dem Untergang entgegenrasen.

Nach dem Scheitern der ersten metaphysischen Revolution durch das Christentum wird uns nun das Scheitern der durch und durch dekadenten Welt des hedonistischen Materialismus vorgeführt und als – man muss es wohl so sagen: – Endlösung eine «dritte metaphysische Revolution» angekündigt, bei der alle Differenzen, unter denen der moderne Mensch leidet, dank Biogenetik und einer neuen Rasse rückgängig gemacht werden.

Während der eine Halbbruder an der unüberwindbaren Differenz zwischen den Geschlechtern zerbricht und freiwillig ins Irrenhaus flüchtet, dämmert der andere in einer jahrelangen Depression vor sich hin, ehe er zwischen 1999 und 2009 die Grundlagenforschung zur «vollständigen Replikation» leistet und die Utopie einer befriedeten Gesellschaft vorbereitet, in der dank Genforschung, Quantentheorie u. ä. eine verquaste Karikatur von Nietzsches Übermensch als Heil angepriesen wird. Der alte Mensch als zerstörerisches und zerstörtes Auslaufmodell wird abgelöst, die Zerrissenheit des modernen Individuums, das mit seiner Freiheit nicht umzugehen weiss, weicht einem verführerischen Sphärenklang des reinen Glücks einer genetisch gleichgeschalteten Rasse, in der die Individuen nicht nur alle gleich, sondern von der DNA her gesehen alle eins sind; Tod und Geschlechterdifferenz verschwinden als Ursache unseres Unglücks von der Erdoberfläche; der wissenschaftliche Holismus führt zu einer totalitären Diktatur der Glücks-Demokratie: «Es gibt keine ewige Stille der unendlichen Räume, (. . .) denn die Welt, die wir schaffen, die menschliche Welt ist rund, glatt und homogen und warm wie eine Frauenbrust.»

Fatalerweise überzeugt dieser Teil des Buches am wenigsten, er scheint der Kerngeschichte rund um die Depression von Bruno aufgesetzt; die aber frisst sich wie schon in der «Kampfzone» ins Gehirn der Leser, sie macht die authentische Faszination aus, der man sich allen Vorbehalten zum Trotz nicht entziehen kann. Diese immer mehr ins Formlose abgleitende Zustandsbeschreibung entspricht weit mehr folgender poetologischen Einsicht als der Versuch, darum herum eine komplexe Romanhandlung zu bauen: «Die Romanform ist nicht geschaffen, um die Indifferenz oder das Nichts zu beschreiben; man müsste eine plattere Ausdrucksweise erfinden, eine knappere, ödere Form.»

Mit seinem eben auf französisch erschienenen Gedichtband «Renaissance» indes beweist Houellebecq lediglich seine Einsicht, dass bei dieser Form «die Dinge noch weniger klar sind» als beim Roman. Auch hier sehnt er sich nach einer Wiedergeburt im Geist des Schönen, Guten und Wahren. Es dominiert die Endzeitstimmung: «Fin de soirée», «fin de jour» – solche Wendungen werden, Gebetsmühlen gleich, hinuntergeleiert, immer wieder variiert der Dichter die Klage Rimbauds: «Das wahre Leben ist abwesend» und sehnt sich nach der Kindheit und jener Frauenbrust zurück, die ihm einst den Eindruck von Geborgenheit gestiftet hat. Dem stehen flüchtige Augenblicke von Sonnenschein und Lichtspielen entgegen, die das Gefühl eines Neubeginns und Aufbruchs vermitteln sollen; doch das Unternehmen scheitert. Was bleibt, ist der traurige Trost, in unseren Zeiten des Überflusses auch als Omegatierchen in der Mittagspause ein Lachsbrötchen geniessen zu dürfen.

Tu déjeuneras seul

D'un panini saumon

Dans la rue de Choiseul

Et tu trouveras ca bon.

Ders.: Interventions. Editions Flammarion, Paris 1998. 150 S., FF 70.–.

Ders.: Rester vivant. Editions Flammarion, Paris 1998. 93 S., FF 10.–.

Ders.: Renaissance. Editions Flammarion, Paris 1999. 120 S., FF 80.–. -- Neue Zürcher Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Der wohl bekannteste französische Autor der Gegenwart wurde 1958 in La Réunion geboren. Er ist Preisträger des angesehenen Grand Prix des Lettres, des Prix Novembre, des Impac-Preises und des Prix de Flore. Mit "Plattform" erregte er, wie bereits mit seinen früheren beiden Romanen, internationales Aufsehen. Michel Houellebecq lebt heute in Irland in der Grafschaft Cork.

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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 23. Juni 2001
Format: Taschenbuch
Wer H. aus seinen Romanen (seine Gedichte haben wahrscheinlich noch die wenigsten gelesen) kennt und liebt, sollte dieses Buch lesen. Hier erfährt man einiges über den "Skandalauthor", ein sehr persönliches Buch, in dem er seine Sicht der Welt mehr oder weniger ungeschminkt, soll heißen nicht nur in erzählerischer Verpackung, darstellt. Es bietet eine gute Möglichkeit, sich mit der Person H. kritisch zu beschäftigen.
Ein wenig mehr Bescheidenheit wäre an einigen Stellen angebracht. H. ist leider nicht ganz der Philosoph, der er in seinen Texten vorgibt zu sein - seine wiederholten Anlehnungen an die Quantenmechanik bieten eher populärwissenschaftliches Halbwissen über das Thema, seine Aussagen zur modernen Architektur sind schlicht überholt und scheinen auf einer Fehlinterpretation des (bereits aus dem Bauhaus stammenden) Dogmas "form follows function" zu stammen.
Besonders die Artikel aus "Les Inrockuptibles" sind witzig und geistreich, die Interviews fast schon intim. Der Beitrag "Tote Zeiten" macht H. in meinen Augen sehr sympathisch und zeigt, daß er selber trotz seiner angeblichen Kaltschnäuzigkeit und seiner Provokationen noch immer zu schockieren ist - selbst sein Zynismus kennt Grenzen. Von H. über H. die Worte zu lesen: "Ich gebe zu, daß ich darauf nicht gefaßt war", tut gut, zeigt aber auch, daß die Realität noch weitaus beschissener ist, als selbst ein Houllebecq sie darstellen kann.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Michael Leitner am 20. September 2004
Format: Taschenbuch
Ich bin ein Fan von Houellebecq und habe schon vieles von ihm gelesen, doch bis jetzt nur Romane keine Essays.
In dem schmalen Buch erklärt sich etliches, zb warum Houellebecq seine Protagonisten aus der Mittelschicht wählt, warum sie das tun was sie tun.
Seine Meinungen in diesem Buch runden die Romane ab, sie erklären manches des Autors und beschreit, wie er auf seine Geschichten kommt.
Es schafft sicherlich nicht den Eindruck von Houellebecqs Romanen , doch gibt es sehr gut Auskunft über Houellebecq selbst und seine Meinungen und Ansichten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von M. W. am 23. September 2012
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Der Autor betrachtet die negativen Entwicklungstendenzen in der Gesellschaft sehr tiefgründig. Die Lektüre lässt den Leser angeregt und nachdenklich zurück.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von whitetrash@web.de am 6. April 2001
Format: Taschenbuch
Ja, das tut Michel Houellebecq wirklich. Wer "Ausweitung der Kampfzone" gelesen hat, welches zwar einen sehr guten (aber auch sehr einfachen) Stil hatte, wird sich über einige Texte doch sehr wundern. Man erfährt alles über seine "Liebe zur Lyrik", seine politischen Ansichten, sowie auch allgemeine, (und zugegebenermaßen) recht humoristische "Alltagshilfen", wie z.B. der Text "Die Feier" belegt. Ein kleiner Mikrokosmos über die Ansichten DES französischen Autors der heutigen Zeit.
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