Das Buch ist in drei 'Kreise' unterteilt.
Der 1. Kreis behandelt die (künstlichen) Gesellschaftsspiele (Spiele 'in vitro') und die klassische Spieltheorie. Neben bekannten Spielen werden auch klassische Glücksspiele wie Lotto, Roulette, Black Jack und Poker angeschnitten, mit ihren meistens negativen Erwartungen. Als ein 'unpopuläres' Spiel wird auch Mathematik und das Mathematisieren dargestellt ' das auch tatsächlich Eigenschaften wie das Scrabble-Spiel enthält.
Sodann behandelt der Autor im 2. Kreis 'Spiele in der Wirklichkeit', und die beginnen wieder mit den bekannten, aber real existierenden Glücksspielen (Lotto, Roulette, Black Jack, Poker), die nun dank der Nutzung spezieller Gegebenheiten überraschenderweise eine positive Gewinnerwartung haben können; hier schließen sich Sportwetten und Börsenspekulationen an ' wobei zahlreiche Vorurteile anhand praktischer Beispiele ausgeräumt werden.
Es folgt ein Kapitel über das intuitive und begrenzt rationale Verhalten des Menschen, der sich oft nicht an die theoretischen Eigenschaften des 'Homo rationalis oeconomicus' halten will ' so zum Beispiel beim Ultimatumspiel. Die Psychologie der Intuition mit ihren Bauchentscheidungen und Faustregeln werden durchleuchtet: wieder ein Gebiet, wo zahlreiche Vorurteile demaskiert werden. Und anschließend daran: die Prinzipien der deskriptiven, experimentellen Ökonomie ' im Gegensatz zur normativen, d.h. zur Soll-Ökonomie.
Das interessanteste und überraschendste Kapitel des 2. Kreises betrifft jedoch, was der Autor mit 'Spiele um Regelfindung' bezeichnet: Lebensregeln und Ethik; hierbei werden die religiösen und wirtschaftspolitischen Dogmen der Kritik eines Humanisten unterzogen.
Im 3. Kreis behandelt Basieux die 'Spiele um die Interpretation der Welt' ' die Grenzen des Rationalen, die Illusion des Absoluten, die Natur des Zufalls, die Unvollständigkeit der Mathematik nach Gödel, den Unmöglichkeitssatz von Arrow (betreffend Demokratie und Rationalität), sowie das Grundprinzip der Gerechtigkeit als Fairness nach Rawls. Auch dem Erkenntnisphilosophen Popper wird Respekt gezollt.
Eine erschöpfende Behandlung all dieser informativen und weitreichenden Themen war nicht beabsichtigt und ist in einem solchen Taschenbuch-Essay wohl auch nicht möglich, doch der Autor gibt zahlreiche Literaturhinweise, die es erlauben, jeden interessierenden Aspekt, der angesprochen wird, zu vertiefen.
Wohltuend ist die Vermeidung mathematischer Gleichungen und Kunststücke; die spieltheoretischen Grundmodelle werden im Plauderton erläutert - und auf zahlreiche bekannte Aspekte der Wirklichkeit konkret übertragen und erprobt.
Fazit: Ein gelungener Essay mit einer ungewöhnlichen Synthese der ganzen Welt als Spiel.