Dieses Buch befasst sich nach einer kurzen Erläuterung der Regeln beim französichen Roulette mit den gebräuchlichsten "Gewinnsystemen" beim Roulette und zeigt auf dass es solche Systeme natürlich gar nicht geben kann. Jedes System hat einen Fehler nur bei manchen muss man länger danach suchen, so der Autor. Und wenn 50mal hintereinander Rot gekommen ist, ist die Wahrscheinlichkeit dass beim 51. Mal wieder Rot kommt immer noch die gleiche wie bei den 50 Coups zuvor. "Die Kugel hat weder Gewissen noch Gedächtnis" (Dostojewski). Der Autor belächelt all jene die immer noch an solche Systeme glauben (zurecht). Anschließend wird näher auf Wahrscheinlichlkeiten eingegangen - teilweise recht detailliert. Aber auch wem "Varianz", "Standardabweichung" oder das sigma3-Kriterium nichts sagt kann die Überlegungen grösstenteils nachvollziehen. Der grösste Teil des Buches handelt aber vom NICHTklassischen Roulette, was heisst: Der Roulettekessel wurde von Menschen hergestellt und wird von Menschen bedient. Und Menschen machen Fehler bewusst (und gewollt) oder unbewusst. Durch diese Fehler - so der Autor - lässt sich mit sehr viel Übung eine positive Gewinnerwartung erzielen. Dieser Teil ist schön zu lesen, am Schluss wird es etwas langatmig. Allerdings bezweifle ich sehr, dass ein normal sterblicher (der nicht 8 oder mehr Stunden pro Tag in Casinos verbringt)aus diesen Tipps Kapital schlagen kann. Man kann beim Roulette nur dauerhaft gewinnen, wenn man Chips vom Spieltisch klaut - dieser Satz soll von Einstein stammen und ich stimme ihm auch noch nach der Lektüre dieses Buches zu. Alles in allem ein lesenswertes Buch, zumal auch der Preis im Vergleich zu ähnlichen Büchern äußerst human ist. Wer aber ein "System" erwartet mit dem man auf Dauer gewinnt, der sei noch einmal an das Zitat von Einstein zurückverwiesen!