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Die Welt als Wille und Vorstellung: Gesamtausgabe
 
 
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Die Welt als Wille und Vorstellung: Gesamtausgabe [Taschenbuch]

Arthur Schopenhauer , Ludger Lütkehaus
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1440 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Gesamtausgabe. (1. April 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423306718
  • ISBN-13: 978-3423306713
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,1 x 4,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Arthur Schopenhauer
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Welt als Wille und Vorstellung
EA 1819 Form Traktat Bereich Philosophie
In seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung erklärt Arthur Schopenhauer dem Menschen zu einem Triebwesen und den Intellekt zum bloßen Diener des Triebs. Sein pessimistisches Menschen- und Weltbild wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in Philosophie, Psychologie und Kunst lebhaft diskutiert.
Vorgeschichte: Schopenhauers Lehre ist nur vor dem Hintergrund der Aufklärung zu verstehen, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts das Denken im Abendland bestimmte. Die Aufklärungsphilosophen sahen den Menschen als durch Aberglauben und Autoritätshörigkeit verdorbenes Vernunftwesen. Sie wollten ihn anleiten, seine Vernunft frei und selbstständig zu gebrauchen. Dann werde, so hofften sie, ein menschenwürdiges, glückliches Zusammenleben in der Gesellschaft möglich. Höhepunkt der Aufklärungsphilosophie in Deutschland ist das Werk von Immanuel R Kant, der in seiner Kritik der reinen Vernunft (1781) das Erkenntnisvermögen untersucht: Erkenntnis komme durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Anschauung und Begriffen zustande. Der Mensch erkennt die Dinge nicht, wie sie an sich sind, sondern wie sie ihm aufgrund der Beschaffenheit seines Erkenntnisvermögens erscheinen.
Inhalt: Schopenhauer greift die Gedanken von Kant auf und vereinfacht sie zu der Formel: »Die Welt ist meine Vorstellung.« Sagt der Mensch »die Welt«, so spricht er von einem Bild, das er sich unbewusst selbst gemacht hat. Das »Ding an sich« ist vom »Schleier der Maya« – eine Metapher aus der altindischen Vedanta-Philosophie – verdeckt. Mit den Begriffen verhüllt der Mensch es noch mehr, denn sie sind nur Abbilder seines Bildes von der Welt.
Schopenhauer meint den »Schleier der Maya« lüften zu können. Der Weg zur Erkenntnis des »Dinges an sich« führt ihm zufolge durch den menschlichen Leib. Dieser ist Teil der Vorstellung von der Welt, verrät jedoch zugleich, was sich hinter der Vorstellung verbirgt. Blickt der Mensch in seinen Leib hinein, entdeckt er als treibende Kraft den Willen. Diesem sinnfreien Lebenstrieb ist alles unterworfen, auch das Erkenntnisvermögen – eine Auffassung, mit der Schopenhauer den aufklärerischen Glauben an das Vernunftwesen Mensch und den Fortschritt in der Geschichte erschüttert.
Doch Schopenhauer gibt die Autonomie des Intellekts nicht vollständig preis. Er hält es für möglich, dass sich der Intellekt vorübergehend aus seiner dienenden Funktion befreit oder gleichsam aus ihr herausfällt. So kommt eine »reine« Erkenntnis zustande, die das Wesentliche und Bleibende aller Erscheinungen, die ewigen Ideen, erfasst. Aus ihr geht die Kunst hervor, der Schopenhauer daher eine Sonderstellung gegenüber Wissenschaft und Philosophie einräumt: Sie bleiben der »unreinen« Erkenntnis verhaftet und gebrauchen die Begriffe, die bloßen Abbilder des Bildes von der Welt.
Doch nicht nur in der Kunst kann sich der Mensch zeitweise über seine Triebhaftigkeit erheben, sondern auch im Handeln aus Mitleid, das Schopenhauer als Fundament aller Moral betrachtet. Dauerhafte Erlösung vom Willen ist nur durch seine bewusste Verneinung, durch die Entscheidung für Entsagung und Askese möglich. In diesem Konzept der »Selbstabtötung« erweist sich die Nähe von Schopenhauers Lehre zum Buddhismus am deutlichsten.
Wirkung: In der Philosophie beeinflusste Schopenhauer vor allem Friedrich R Nietzsche und die Lebensphilosophie (Henri R Bergson). Nietzsche übernahm den Begriff des Willens, wendete ihn jedoch als »Willen zur Macht« ins Positive und lehnte jede moralische Beschränkung ab (Also sprach Zarathustra, 1883–85). Nach Bergson bringt eine schöpferische Kraft (»élan vital«) im Ringen mit der Materie die Vielfalt des Lebens hervor (Schöpferische Entwicklung, 1907).
Auch in der Psychologie fand das Werk große Resonanz, von Eduard von Hartmann (1842–1906) in seinem Werk Philosophie des Unbewussten (1869) bis hin zu Sigmund R Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Freud, der Triebenergien als Ursachen des psychischen Geschehens ansah (Das Ich und das Es, 1923), nannte Schopenhauer seinen Vorläufer. Die Kunsttheorie von Schopenhauer wurde zu einem wesentlichen Bestandteil des Anregungsfundus der modernen Literatur (Thomas R Mann), Malerei (Giorgio de Chirico, 1888–1978) und Musik (Richard Wagner, 1813–83). P. E.

Kurzbeschreibung

Mit dem berühmten Satz »Die Welt ist meine Vorstellung« beginnt Arthur Schopenhauers Hauptwerk, in dem er seine pessimistische Sinnsuche und Welterklärung, seinen »einzigen Gedanken« grundlegend ausführt. Diese Edition gibt wortgetreu den Text und die Abfolge der »Ausgabe letzter Hand« wieder - für den Leser zum erstenmal in einer einbändigen Gesamtausgabe.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
'Die Welt als Wille und Vorstellung' - ein Werk, das ich als Leser immer wieder beiseite legen musste. Manchmal, weil die Schnelligkeit und Stringenz mit der Schopenhauer vor allem in der Erkenntislehre Schlüsse zu ziehen und miteinander zu verknüpfen imstande ist, mich stellenweise bis heute überfodert. An anderen Stellen aber auch, weil das gerade Gelesene einfach eine zu große Wirkung auf mich hatte, als dass ich den Gedanken des Autors gleich hätte weiter folgen können.

Schopenhauer erklärt in diesem Buch die Welt - und dabei ist dieses Werk meines Erachtens das einzige, das diesen Anspruch auch aufrecht erhalten kann. Alle Thesen Schopenhauers sind aus der Anschauung der Wirklchkeit geschöpft. Nichts liegt ihm so fern wie die mit Begriffen und Begriffshülsen jonglierende 'Professorenphilosophie' (heute könnte man sie vielleicht noch viel eher 'Studentenphilosophie' nennen). Für ihn ist die Philosophie weder Broterwerb noch persönliche Lebenshilfe noch Bestätigungsinstrument bestehnder (Herrschafts)Verhältnisse.

Die 'Welt als Wille und Vorstellung' ist vielmehr die Perspektive eines Außenseiters, des etwas abseits stehenden Beobachters, der das Treiben von Mensch und Natur mit der nötigen Distanz analysieren und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen kann. Dass diese bis heute meines Erachtens viel zu wenig gewürdigt, dass Parallelen etwa zur Psychologie/Psychoanalyse oder den Erkenntissen der modernen (Evolutions)Biologie kaum gezogen werden, ist wohl leider ein notwendiger Nebeneffekt der unerbittlichen Kompromisslosigkeit, mit der Schopenhauer jedes Zugeständnis an die menschliche Eitelkeit verweigert.

Gerade das aber macht ihn für mich zu einem der wenigen 'echten' Philosophen und zu einem Autor, dessen Werk bis heute an Wahrheitsgehalt und Klarheit kaum zu überbieten ist, der auch heute noch jedem, der bereit ist, sich allen Ernstes und unbefangen auf die Welt einzulassen, ein wunderbarer Lehrmeister und Anreger zum Selberdenken sein kann.

Für mich das größte schriftlich fixierte Werk menschlichen (westlichen?) Denkens.
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
schrecklich-schön 6. März 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Welt als Wille und Vorstellung; ein schrecklich-schönes - oder wie Nietzsche sagt: entsetzlich großartiges -, Welt, Mensch und Selbst fassendes und be-greifendes Buch; eine unerschöpfliche Schatztruhe brillanter Gedanken und Weisheit. Schopenhauer ist faszinierend, der Leser wird gepackt von der Gewalt der (potentiellen) Wahrheit und im wahrsten Sinne des Wortes schwindelt ihm nach einer gewissen Zeit der Lektüre. Es ist zutiefst menschlich und kompromisslos ehrlich, was Schopenhauer uns da hinterlassen hat, und nicht nur das, mehr noch: Der Leser hat beständig das sichere Gefühl, der WAHRHEIT ganz dicht auf den Fersen zu sein - das Weltbild, die Welterklärung des großen Weisen, Universalgelehrten und Kosmopoliten könnte tatsächlich STIMMEN, oder es könnte sich doch zumindest, wennschon nicht genau so, wirklich ganz ähnlich verhalten. Schopenhauer vergleicht sich an einer Stelle seines Werks, ich weiß nicht mehr, ob in diesem Buch, mit dem Ödipus, der das berühmte Rätsel der Sphinx gelöst hat, und man kommt nicht umher, sich zu denken: Ja, vielleicht hat er tatsächlich Recht damit und trifft mit seinem Vergleich, wie er es doch so oft tut, ins Schwarze.

Der Eingang jedoch in Schopenhauers, in unser aller Welt, wird dem Leser allerdings nicht einfach gemacht; im Gegenteil ist zu Beginn, um zum Herzen der schopenhauerschen Philosophie zu gelangen, ein dornichter Pfad - die Erkenntnislehre - zu durchschreiten. Diesbezüglich äußert sich Schopenhauer in der Vorrede zur ersten Auflage (worin er darüber hinaus den Leser mit weiteren Voraussetzungen zum Verständnis seines Werkes konfrontiert) als auch im Manuskript seiner großen Berliner Vorlesung:

"Die Ordnung welche ich erwähle, weil sie die Verständlichkeit am meisten befördert, macht es nothwendig von der Untersuchung des Erkenntnißvermögens und der Theorie des Vorstellens und Erkennens auszugehen. Dieses ist aber bei weitem der trockenste Theil des ganzen Cursus: hingegen sind grade Aesthetik und Ethik welche ich zu allerletzt nehme das welches am meisten Interesse erregt und Unterhaltung gewährt. Wäre es mir bloß darum zu thun durch etwas Anziehendes Ihre Aufmerksamkeit zu fesseln und vor's Erste zu gewinnen, so müßte ich einen grade umgekehrten Gang nehmen. Da ich aber mich lieber bestrebe gründlich als anziehend zu seyn, so wünsche ich daß Sie durch den Ernst und das Trockene des ersten Theils unsrer Untersuchung nicht mögen die Ausdauer verlieren oder sich abschrecken lassen auszuharren, bis auch unmittelbar interessantere Dinge kommen."

Empfohlen sei die von Ludger Lütkehaus besorgte Gesamtausgabe; mit dieser erscheint 1988, rund 130 Jahre nach Schopenhauers Tod, erstmals eine Gesamtausgabe nach den Ausgaben letzter Hand, d. h. so, wie Schopenhauer seine Werke hinterlassen und autorisiert hat (alle anderen Ausgaben sind durch Eingriffe der Herausgeber mehr (Löhneysen) oder weniger (Hübscher) verfälscht).
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
das geniale hauptwerk 16. Oktober 2004
Von gerleim
Format:Taschenbuch
schopenhauer schrieb sein hauptwerk im zarten alter von 27, und band zwei mit ergänzungen im reiferen alter. seine philosophie ist eine der letzten die den mut hat sozusagen "gott und die welt" und alles was dazwischen ist liegt, erklären. religionsähnlich leiten sich aus schopenhauers philosophie alle antworten auf leben und tod, ab. schopenhauers leben mag dazu beigetragen haben, ändert aber nichts am genialen system selbst. (hierzu sei safrinskis buch "schopenhauer und die wilden jahre der philosophie" empfohlen)

metaphysik, erkenntnistheorie, ethik, ästhetik. so liesse sich das werk einteilen. alle vom grundgedanken des "blinden, raum und zeitlosen willens" als zurgundeliegendem prinzip hinter den lebewesen und dingen, getragen. den willen muss man sich hier als eine art kraft vorstellen, die sich selbst verwirklichen will und dies anhand von menschen und auch dingen oder planetenlaufbahnen(!) tut. (schopenhauer kann das besser erklären ;-)

warum diese kraft das tut, wozu der wille, "wozu das ganze endlose treiben...gemetzel...leid...ewiges widergebären von lebewesen" und gerade in der form des menschen, darauf weiss auch schopenhauer keine antwort.

und das unterscheidet ihn von religionen, die viel mehr auf glauben oder nicht-glauben aufgebaut sind. schopenhauer gibt für seine "wille" theorie beispiele aus allen möglichen bereichen, erklärt damit physiologien, verhaltensweisen, etc., aber alles irdisch, sinnlich und vernunftsmässig nachvollziehbar. und dieser wille bietet tatsächlich antworten auf immer wiederkehrende fragen, zb. was ist der tod? warum lieben sich menschen? warum handeln menschen "so" und nicht anders?

aber wie gesagt, es gibt keine antwort auf den grund des treibens des willens. denn was schafft er: menschen, die geboren werden, die er quasi zu seiner selbstverwirklichung benutzt, darum den menschen alles daran liegt sich zu vermehren (daher sexuelle anziehung), und die dann wieder sterben (arterhaltung vor individuenerhaltung, lässt sich im tierreich wunderbar beobachten).

schopenhauers schluss daraus wurde immer als sein schwachpunkt gesehen und gab ihm den ruf des alten grantlers und pessimisten (wo er wohlgemerkt sein hauptwerk mit 27 schrieb). er meint es wäre besser, wenn es das alles nicht gäbe. der mensch, nur als instrument des willens, sollte besser nicht sein. das vorziehen des nichtseins kennt man aus der fernöstlichen religion (buddhismus etc.), und schopenhauer sympatisierte auch mit dem buddhismus, und mit den upanischaden. er beschreibt sodann wie man den willen unschädlich machen sollte, ihm widerstreben (zb. in form interesseloser kunstbetrachtung).

in vielerlei hinsicht führt das erkennen des blinden willens und dessen eingehalt (askese) tatsächlich zu ethischen verbesserungen zwischen den menschen und kann auch für einen selbst, in form von gewisser bescheidenheit(!!), sich selbst oder auch anderen gegenüber, von grossem vorteil sein. so sollte man schopenhauers (pessimistische) philosophie deuten und sich zu nutzen machen.

in seinem späteren werk, den "aphorismen zur lebensweisheit" erklärt schopenhauer sehr ausführlich wie man denn mit dem blinden willen umzugehen hat, und wie man trotz der "verurteilung" zum unglücklichsein, da man nur der spielball des willens ist, grosses leid vermeiden kann.

FAZIT:
es ist ein faszinierendes erlebnis sich in die welt von schopenhauer zu begeben. man braucht dafür zeit, philosophisches allgemeinwissen und interesse. der profit den man aus dem werk ziehen kann ist in vielerlei hinsicht beachtlich. schopenhauer wurde und wird unterschätzt. über seine conclusio (verneinung des willens, pessimismus) lässt sich streiten, aber über die einmaligkeit seiner raffinierten beobachtungs und denkgabe, die zu seinem system führt, dürften sich die leserinnen und leser dieses buches einig sein.

PS: es gäbe noch VIEL interessantes zu dem buch zu schreiben, aber bitte, lesen sie selbst....es begeistert immer wieder.

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