... es zerstört die Bilder im Kopf. Ich, die ich die Tintenwelt-Trilogie leidenschaftlich liebe und die Bilder und die Worte aus den Büchern in meinem Herzen trage, war ziemlich enttäuscht von diesem Buch.
Ja klar, es enthält jede Menge Gimmicks und Pop-ups, Goldprägungen und Filmfotos - und genau das ist das Problem: Ohne den Film gesehen zu haben - er läuft ja erst an - taucht man mit Hilfe dieses Buches in die Tintenherz-Hollywood-Welt ein.
Da gibt es eine hagere Ellinor - keine moppelige, ein bisschen ungelenke Frau.
Capricorn ist nicht blass und farblos, im Gegenteil: Dunkler Teint, fast kahlrasierter Schädel, grobknochig. Er kommt daher wie ein Türsteher vor einer etwas angegammelten Diskothek.
Die Elster sieht aus wie eine 80jährige, mumifizierte Nina Hagen.
Fenoglio wie ein schlapper britischer Landedelmann.
Sämtliche von Capricorns Männern sind lebende Karikaturen. Was in den Romanen noch wie eine Mafiabande daherkommt - und dadurch irgendwie glaubwürdig wirkt - ist jetzt ein Haufen Punks mit schwarzen Buchstaben im Gesicht. Wie sollen die sich unauffällig irgendwo unter normalen Menschen bewegen, wie Capricorns Männer das im Buch tun?
Meggie liest auch nicht Tinkerbell aus Peter Pan heraus, sondern Toto aus "Der Zauberer von Oz".
Ich hasse es, wenn man ohne Not an einer guten Geschichte herumbiegt und sie verändert. Dieses Buch ist der prunkvolle Beweis dafür.
Wer sich sein Kopfkino erhalten möchte: Nicht kaufen. Und vielleicht noch nicht einmal in den Film gehen.