Kurzbeschreibung
Der Weltensammler trifft den Welterzähler »Mehr noch als ein großer Reisender und Reporter war Ryszard Kapuciski ein außergewöhnlicher Erzähler, seine Geschichten bieten nicht nur Fakten, sondern destillieren sie zu einer höheren Wahrheit.« Ilija Trojanow Schon früh war Ilija Trojanow von Ryszard Kapuciski fasziniert, seine Bücher verschlang er, lange war ihm der große Pole Leitstern und Idol - jetzt, nach dem Tod des großen Autors, zeigt er uns »seinen« Ryszard Kapuciski. Aus dem umfangreichen Gesamtwerk des polnischen Autors, Denkers und »Reporters des Jahrhunderts« hat er seine Lieblingsstücke ausgewählt und stellt sie - begleitet von eigenen Texten über Kapuciskis Welt - vor. Und da gibt es etwas vorzustellen: denn wer außer Kapu'sci'nski hat die Reden von Nasser und Nkrumah mit eigenen Ohren gehört, Salvador Allende, Idi Amin, Che Guevara und Patrice Lumumba persönlich getroffen? Asien, Afrika und Lateinamerika durchstreift und von innen heraus kennengelernt, den Zerfall des sowjetischen Reichs aus allen Blickwinkeln beobachtet, 30 Staatsstreiche und Revolutionen selbst miterlebt, dem Tod ins Auge geblickt und die Entwicklungen der globalisierten Welt weltweit beobachtet? In Die Welt des Ryszard Kapuciski entsteht ein Gesamtbild von Kapuciskis Schaffen - es ist die Hommage eines jungen Weltensammlers an einen Autor, der weltweit eine ganze Generation von Neugierigen, Reiseschriftstellern, Politikern, Abenteurern und Journalisten prägte.
Über den Autor
Ryszard Kapuscinski ist 1932 in der ostpolnischen Stadt Pinsk geboren, die heute zu Weißrußland gehört. (Das war damals, wie er selber sagt, "Dritte Welt").
1945 kam seine Familie nach Warschau, wo er studierte. In den fünfziger Jahren wurde er als Korrespondent nach Asien und in den Mittleren Osten, später auch nach Lateinamerika und nach Afrika entsandt.Ilija Trojanow, geb. 1965 in Bulgarien, aufgewachsen in Kenia, studierte und arbeitete viele Jahre in Deutschland. Seit 1998 lebt er in Bombay. Trojanow ist Autor, Herausgeber und Verleger. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit afrikanischer Geschichte, Kultur und Literatur. Der Autor erhielt zahlreiche Preise: 1995 den Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf sowie ein Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., 1996 den Marburger Literaturpreis, 1997 den Viktor-von-Scheffel-Preis und Thomas-Valentin-Preis der Stadt Lippstadt und 2000 den Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2009 wurde ihm der Preis der Literaturhäuser verliehen und 2010 wurde er als 'poetischer Chronist der großen Exil- und Migrationsphänomene der Moderne' mit dem Würth-Preis geehrt.