Das Buch enthält im ersten Teil eine Anleitung zum Bau eines Puppenhauses, aber die Rede ist hier nicht von einem mehr oder weniger gelungenem kistenartigen und leicht lidschäftigen Etwas, die Rede ist hier von einer vollelektrifizierten, mit allen Schikanen wie Treppen, Glasfenstern, Tapeten, verschiebbaren Front- und Seitenteilen sowie abklappbaren Flügeln ausgestatteten Luxusbehausung. Wer Buckingham Palace in Miniatur herstellen will, kommt um dieses Buch so schnell nicht herum. Den verwendeten Materialien sind keine Grenzen gesetzt: der Vorschlag, Plastikpreisschilder als Dachziegel zu verwenden beispielsweise ist beeindruckend. Aber auch ein Strohdach steht zur Auswahl.
Nach dem Haus kommen die Möbel und am Ende die Puppen. Die Vorschläge hierfür sind genauso aufwendig wie die für das Haus.
Eines muß dabei klar sein: daß die Vorschläge des Autors ohne eine halbwegs professionell ausgestattete Schreinerwerkstatt umzusetzen sind, wäre eine Illusion. Ohne Fräswerkzeuge und Drehbank scheitert der Benutzer schon am ersten Biedermeiertischbein. Die Variante: "wie stelle ich mit einfachen Mitteln ein ordentliches Puppenhaus für den Hausgebrauch her" ist in dem Buch nicht enthalten.