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Die Welt des Parmenides: Der Ursprung des europäischen Denkens
 
 
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Die Welt des Parmenides: Der Ursprung des europäischen Denkens [Taschenbuch]

Karl R. Popper , Arne Friemuth Petersen , Sybille Wieland , Dieter Dunkel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Behauptung, die Philosophie des Vorsokratikers Parmenides markiere den "Ursprung des europäischen Denkens", wird manchen zum Widerspruch reizen. Sie kann aber -- obwohl mit Parmenides in der europäischen Philosophiegeschichte seit Aristoteles oft recht harsch ins Gericht gegangen wurde -- immerhin auch manchen Zeugen für sich in Anspruch nehmen, so etwa Martin Heidegger. Gerade den aber bei der Parteinahme für einen Denker mit dem kritischen Rationalisten Karl Raimund Popper auf der selben Seite zu sehen, das ist schon einigermaßen überraschend. Doch zur Beruhigung: Die Parmenides-Interpretationen Heideggers und Poppers unterscheiden sich gewaltig.

Wie entschieden Poppers Lesart von Beginn an alles andere als eine ontologische ist, wird deutlich in den wenigen Sätzen, die der Herausgeber Arne F. Petersen aus seiner Erinnerung an eine Diskussion Poppers mit dem Studenten Petersen zitiert: "Parmenides war weder ein Sprachanalytiker noch ein Ontologe, sondern ein Kosmologe. Sein 'Sein' hat nichts mit Ontologie zu tun. Der Satz 'es ist' oder die logische copula erscheint mir leer. Sie könnte höchstens Teil der formalen Logik sein, aus der nur Tautologien abgeleitet werden können. Ich halte deshalb Ontologie für ein leeres Wort (...) Wenn wir also darüber zu sprechen wünschen, welche Dinge existieren (...), dann schlage ich in Anlehnung an Parmenides vor, dass wir besser beraten wären, hier von Kosmologie zu sprechen."

Während Heidegger Parmenides als Seins-Philosophen verstanden wissen wollte und sein Denken so gründlich deutete, bis es ihm seine ontologische Substanz offenbarte, meint Popper -- darin ebenso fleißig --, in Parmenides einen frühen Vertreter des kritischen Rationalismus ausmachen zu können. Dem werden Popperianer bereitwillig folgen, Ontologen wird es die Haare sträuben. Wohl dem, der unbefangen an die Lektüre geht. Der nämlich wird belohnt nicht nur mit gewohnt logisch-präzisen Analysen, sondern auch -- und das ist nun wirklich überraschend -- geradezu poetischem Sprachverstand. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Ein Leben lang hat sich der aus Wien stammende Philosoph Karl R. Popper mit den Vorsokratikern Parmenides, Xenophanes, Heraklit und anderen auseinandergesetzt. Europa verdankt ihnen die Grundlegung seiner Philosophie, seiner Wissenschaft und seines Humanismus. In dieser einzigartigen Sammlung von Texten wird deutlich, wie die Urväter der Philosophie und Naturwissenschaft Probleme durchdacht haben. Popper zeigt in seiner klaren Sprache die erstaunliche Vielfalt und ungebrochene Aktualität frühgriechischen Denkens.
"Parmenides öffnete mir die Augen für die poetische Schönheit der Erde und des gestirnten Himmels. Er lehrte mich, sie mit neuem Forscherblick zu betrachten." (Karl R. Popper)

Über den Autor

Karl R. Popper, geboren am 28. Juli 1902 in Wien, gestorben am 17. September 1994 bei London. Er emigrierte 1937 nach Neuseeland, wo er am University College in Christchurch lehrte. Von 1946 bis 1969 war er Professor an der London School of Economics. 1965 wurde er von Königin Elizabeth II. geadelt. Von seinen zahlreichen Büchern liegen auf deutsch unter anderem vor: »Das Ich und sein Gehirn« (mit John C. Eccles), »Auf der Suche nach einer besseren Welt« und sein in Deutschland erfolgreichstes Buch »Alles Leben ist Problemlösen«. Zuletzt erschien »Die Welt des Parmenides. Der Ursprung des europäischen Denkens«.
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