- Unbekannter Einband
- Verlag: München , Zürich : Piper, (1. Januar 2005)
- ISBN-10: 3492240712
- ISBN-13: 978-3492240710
- ASIN: B002ENLLMC
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation
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Im Philosophieren der Vorsokratiker wie Thales, Xenophanes, Parmenides etc. sieht Karl Popper nicht nur den Ausgangspunkt seiner eigenen Philosophie des kritischen Rationalismus (er hat die vorsokratischen Philosophen mit 16 Jahren zum ersten Mal gelesen und sie haben sein Denken wesentlich beeinflusst), ihr Denken bildet für ihn auch den Keim und Ursprung unserer westlichen Zivilisation und Wissenschaft: er vermutet, dass die vorsokratischen Schulen als eine der ersten eine Tradition der kritischen Diskussion begründet haben (im Gegensatz zu Religionen oder anderen Schulen, in denen abweichende Auffassungen nicht toleriert, sondern negativ sanktioniert wurden, wie z.B. durch Ausschluß). Kritische Diskussion wurde nicht nur toleriert, sondern sogar ausdrücklich gefördert im Sinne der Zielsetzung, dadurch der Wahrheit näher zu kommen - worin nicht zuletzt auch eine der Wurzeln unseres Ideals der Toleranz zu sehen ist.
Aber nicht zuletzt deshalb bewundert Popper die Vorsokratiker - und das ist bekanntlich seine große Leidenschaft - weil sie kühne, unseren Erfahrungshorizont überschreitende Theorien über unseren Kosmos und seine Entstehung entworfen haben - Theorien, die die Basis für spätere wichtige wissenschaftliche Entdeckungen waren - wie z.B. die von Kopernikus, Newton, Galilei... Man merkt Popper an, dass gerade darin sein Herzblut liegt, und seine Begeisterung überträgt sich geradezu auf den Leser. Wie stark das Denken dieser Philosophen noch immer im modernen Denken nachwirkt, demonstriert Popper an bestimmten Grundannahmen, die den Theorien der modernen Physik zugrunde liegen.
Popper schreibt, wie man das von ihm gewohnt ist, in einer wunderbar klaren, gut verständlichen Sprache, in der man ihm auch als Nicht-Philosoph fast immer folgen kann. Er schildert die verschiedenen Kosmologien dieser Philosophen und macht anhand von diesen die weiterreichende Bedeutung ihres Denkens deutlich. In seiner Begeisterung ist ihm eine gewisse Detailverliebtheit eigen: oft geht er sehr ausführlich auf die diversen Interpretationen einzelner Fragmente ein, um seine Version abzusichern, was allerdings im Anhang geschieht und so den Lesefluss nicht weiter stört. - Schwieriger ist sein recht langer Aufsatz über die Nachwirkungen der Vorsokratiker in der modernen Physik: als Nicht-Physiker fehlen einem ganz einfach die Voraussetzungen zu tieferem Verständnis. Da es sich um eine Aufsatzsammlung über die Jahre handelt, wiederholen sich zudem die Themen: so finden sich gleich mehrere Essays über Parmenides, die zwar jeweils dasselbe zum Ausdruck bringen - andererseits aber wiederum auf jeweils eigene Art und Weise.
Ein Buch, das also - trotz der verständlichen Sprache - nicht immer ganz einfach zu lesen ist; für einen an Popper interessierten jedoch eine unverzichtbare Ergänzung seiner anderen Schriften, da hier die Wurzeln seines Denkens noch einmal ganz deutlich zu Tage treten. Daher - trotz gewisser Schwächen: vier Sterne !
Im Philosophieren der Vorsokratiker wie Thales, Xenophanes, Parmenides etc. sieht Karl Popper nicht nur den Ausgangspunkt seiner eigenen Philosophie des kritischen Rationalismus (er hat die vorsokratischen Philosophen mit 16 Jahren zum ersten Mal gelesen und sie haben sein Denken wesentlich beeinflusst), ihr Denken bildet für ihn auch den Keim und Ursprung unserer westlichen Zivilisation und Wissenschaft: er vermutet, dass die vorsokratischen Schulen als eine der ersten eine Tradition der kritischen Diskussion begründet haben (im Gegensatz zu Religionen oder anderen Schulen, in denen abweichende Auffassungen nicht toleriert, sondern negativ sanktioniert wurden, wie z.B. durch Ausschluß). Kritische Diskussion wurde nicht nur toleriert, sondern sogar ausdrücklich gefördert im Sinne der Zielsetzung, dadurch der Wahrheit näher zu kommen - worin nicht zuletzt auch eine der Wurzeln unseres Ideals der Toleranz zu sehen ist.
Aber nicht zuletzt deshalb bewundert Popper die Vorsokratiker - und das ist bekanntlich seine große Leidenschaft - weil sie kühne, unseren Erfahrungshorizont überschreitende Theorien über unseren Kosmos und seine Entstehung entworfen haben - Theorien, die die Basis für spätere wichtige wissenschaftliche Entdeckungen waren - wie z.B. die von Kopernikus, Newton, Galilei... Man merkt Popper an, dass gerade darin sein Herzblut liegt, und seine Begeisterung überträgt sich geradezu auf den Leser. Wie stark das Denken dieser Philosophen noch immer im modernen Denken nachwirkt, demonstriert Popper an bestimmten Grundannahmen, auf denen bestimmte Theorien der modernen Physik basieren, und die bei den Vorsokratikern bereits angelegt sind.
Popper schreibt, wie man das von ihm gewohnt ist, in einer wunderbar klaren, gut verständlichen Sprache, in der man ihm auch als Nicht-Philosoph fast immer folgen kann. Er schildert die verschiedenen Kosmologien dieser Philosophen und macht anhand von diesen die weiterreichende Bedeutung ihres Denkens deutlich. In seiner Begeisterung ist ihm eine gewisse Detailverliebtheit eigen: oft geht er sehr ausführlich auf die diversen Interpretationen einzelner Fragmente ein, um seine Version abzusichern, was allerdings im Anhang geschieht und so den Lesefluss nicht weiter stört. - Schwieriger ist sein recht langer Aufsatz über die Nachwirkungen der Vorsokratiker in der modernen Physik: als Nicht-Physiker fehlen einem ganz einfach die Voraussetzungen zu weiterem Verständnis. Da es sich um eine Aufsatzsammlung über die Jahre handelt, wiederholen sich zudem die Themen: so finden sich gleich mehrere Essays über Parmenides, die zwar jeweils dasselbe zum Ausdruck bringen - aber wiederum auf jeweils eigene Art und Weise.
Ein Buch, das also - trotz der verständlichen Sprache - nicht immer ganz einfach zu lesen ist; für einen an Popper interessierten - zu denen ich mich rechne - jedoch eine unverzichtbare Ergänzung seiner anderen Schriften, da hier die Wurzeln seines Denkens noch einmal ganz deutlich zu Tage treten. Daher - trotz gewisser Schwächen: vier Sterne !
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