Maack nutzt die Perspektive von Kindern, aber nicht, um mit großen, naiven Augen die wundervolle Welt zu bestaunen. Es ist genau umgekehrt: Das passive, hilflos staunende, sich selbst für die eigene Passivität Gründe suchende Erleben des jungen Erzählers entlarvt die Passivität und Hinnahme von allem, die auch die Erwachsenenwelt bestimmt. Da kämpfen Igel auf der Terasse ums Überleben, finden sich regungslose Männer auf Raststätten, bei denen man nicht nachprüft, ob sie schlafen oder tot sind. Statt dessen ist man froh, selber ein Geheimnis zu haben. Da wird anderen fast routiniert unterstellt, sie wollten einen eh nur belästigen; da wird Satz für Satz deutlich, was für einen unnatürlichen, entfremdeten, vorgefertigten Blick auf die Welt wir haben, wobei der Junge hier stellvertretend für uns ist. Und das in präziser, knapper Sprache mit bitterem Humor und Tiefschlägen, aber dabei lesbar wie nichts. Maack ist ein ganz Großer, fehlt nur, dass das mal breiter bemerkt wird.