Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 7,08

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Die Welt im Notizbuch
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Welt im Notizbuch [Taschenbuch]

Ryszard Kapuciski , Martin Pollack
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Lieben Sie Geschichten? Menschen, Ereignisse, Spannung? Oder halten Sie es mehr mit Essays, mutigen Gedankenflügen zu außergewöhnlichen Zielen? In beiden Fällen lesen Sie bitte etwas anderes. Zwar treten bei Kapuscinski durchaus Menschen auf, reale Menschen, meist Literaten. Aber all diese Mini-Portraits führen nicht über sich selbst hinaus, bleiben Anekdote. Auch Geschichten werden erzählt, so ist es nicht, aber nur Mikro-Dramen als Anschauungsmaterial für die konstatierte globale Misere. Und statt auf den Transkontinentalflug gedankenreicher Essayistik bittet der Autor die Leser lediglich zur Floßfahrt auf dem Strom privater Reflexionen. Ein Driften, das Zeit lässt für genaue Blicke auf die Welt entlang des Ufers, Blicke immerhin eines hochgebildeten Bewusstseins, eines weit gereisten Europäers. Aber die Passagiere müssen bereit sein zu einer Lektüre von über 300 Seiten. Da Kapuscinski den Gedankenstrom nicht durch Staumauern aus Kapitelüberschriften unterbricht, erschient das Buch tendenziell endlos. Warum gerade auf Seite 335 Schluss ist, bleibt unklar.

Es muss eine Leserschaft geben für dergleichen, denn dies ist bereits der zweite Band, den Eichborn herausgibt. Sie hören schon: Der Rezensent gehört nicht unbedingt zu dieser Gemeinde. Dabei: Ich habe viel angestrichen, wundervolle Funde lassen sich machen. Der Satz Werner Heisenbergs etwa: "... denn wo kein Inhalt mehr nach Gestaltung drängt, hilft es nichts, neue Formen zu erfinden." Vielleicht so etwas wie die Erklärung für Kapuscinskis Schreiben. Vermuteter Antrieb von Kapuscinski Lesern: Wir letzten gebildeten Europäer hören uns beim Denken zu und kein Franzose wird uns einreden, es handle sich auch bloß um weißes Rauschen. --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Manchmal ist Ryszard Kapuściński mehr als ein Reporter, sicher kein Soziologe, aber ein erzählender, reisender, phantasierender Geschichtsdenker.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung

Aus Gedankensplittern, Reportagen, Fragmenten und Essays vieler Jahre formt sich eine Welt, die wir zu kennen meinen - die wir so aber noch nie gesehen haben.
Ryszard Kapuscinski ist 1932 in der ostpolnischen Stadt Pinsk geboren, die heute zu Weißrußland gehört. (Das war damals, wie er selber sagt, "Dritte Welt").
1945 kam seine Familie nach Warschau, wo er studierte. In den fünfziger Jahren wurde er als Korrespondent nach Asien und in den Mittleren Osten, später auch nach Lateinamerika und nach Afrika entsandt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Ryszard Kapuscinski ist 1932 in der ostpolnischen Stadt Pinsk geboren, die heute zu Weißrußland gehört. (Das war damals, wie er selber sagt, "Dritte Welt").
1945 kam seine Familie nach Warschau, wo er studierte. In den fünfziger Jahren wurde er als Korrespondent nach Asien und in den Mittleren Osten, später auch nach Lateinamerika und nach Afrika entsandt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Die Welt im Notizbuch. von Ryszard Kapuscinski. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Abu Dhabi
Wie Kinder im Zoo einen Gorilla neckten (der Zoo ist neu und steht außerhalb der
Stadt, in der Wüste). Anfangs wurde der Gorilla wütend, rannte durch seine
Betonlandschaft und drohte den kleinen Quälgeistern. Schließlich setzte er sich
erschöpft in die Mitte des Käfigs und begann zu weinen. Und da - wirklich genau
in diesem Augenblick (was für ein außergewöhnlicher Zufall!) - brach ein
Sandsturm los. Ein plötzlicher, gewaltiger, machtvoller Sturm, der den Himmel
mit Wolken grauen Staubs bedeckte und uns heiße Sandkörner in die Augen trieb.
Alle wandten sich zur Flucht, die Kinder mit lautem Geschrei, hinter den Kindern
die Erwachsenen, der Wind zauste und riß an den Tschadors, in denen erschrockene
Frauen wie aufgescheuchte schwarze Vögel durch den geballten, glühenden Nebel
des Wüstensturms liefen.
Im Laufen blickte ich mich für einen Moment um: Durch den Staub, die Sandwolken,
das ringsum herrschende Halbdunkel sah ich den Gorilla, der vornübergebeugt auf
seinem Platz saß, wie in der Mitte abgeknickt, er saß da, schaute uns nach und
schluchzte.
Ich ließ eine kleine Katze in mein Arbeitszimmer. So eine Katze belebt die
Dinge, verleiht ihnen neuen Sinn und neue Bedeutung. Sie holte irgendwelche
Drähte und Kabel hervor, die seit Jahren reglos und vergessen herumgelegen
hatten, warf einen Stoß Bücher zu Boden (auf diese Weise fand ich ein Buch, das
ich seit langem gesucht und von dem ich geglaubt hatte, jemand habe es
mitgenommen). Durch ihre Streiche gewann der ganze Raum andere Ausmaße und
Proportionen.
Nieborów
Bei Sonnenaufgang (Sonne, endlich Sonne!) ging ich in den Urwald von Bolimów.
Hinter dem Palast geht man zuerst an liegenden, vom Tau schweren Getreidefeldern
vorbei, dann an feuchten, silbrigen Wiesen, schließlich kommt der Wald, sofort
hoch, alt, seit Urzeiten hier ansässig, majestätisch. Ich kam am Forsthaus
Siwice vorbei, dann am Forsthaus Polesie, an Schneisen und Gräben, bis ich
schließlich ins Herz des Urwalds vorstieß. Hier standen hundertjährige,
ausladende Eichen, an eine war ein Bildstock genagelt. Unter dem Bild standen in
Gläsern zwei Maiglöckchensträuße - aus Plastik. Ich begegnete einem Bauern aus
dem benachbarten Dorf Borowina. Er ist in diesem Wald geboren und hat hier sein
ganzes Leben verbracht: Er ist 67 Jahre alt. "Vor dem Krieg, mein lieber Herr,
herrschte hier tiefstes Elend, und jetzt, mit dieser ›Solidarno´s´c‹, steuern
wir wieder auf die Armut zu." Er beruhigt sich ein wenig, schaut mich
verunsichert an - "Aber vielleicht sind Sie ja auch von der ›Solidarno´s´c‹?
Aber ich sag's, wie es ist, mein Herr!"
Er erzählt, daß dieser Ort Rehschneise heißt und daß hier früher einmal das
Forsthaus Kaczew stand (weil in der Nähe ein Sumpf war, wo es Scharen von Enten
gab). Jetzt hat man "Melioration gemacht", aber trotzdem hat er vor gar nicht
langer Zeit hier zwei Elche gesehen. Große.
Er richtet etwas an seinem Rad und sagt:
"Wenn ich manchmal hier entlangfahre, kommen mir Gedanken, die gar nicht in
meinen Kopf wollen."
Aber was das für Gedanken sind, womit sie sich beschäftigen und vor allem: warum
sie nicht in seinen Kopf wollen - das sagte er schon nicht mehr.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de