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Die Welt der Encyclopédie: Die Welt der Encyclopedie
 
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Die Welt der Encyclopédie: Die Welt der Encyclopedie [Gebundene Ausgabe]

Denis Diderot , Anette Selg , Rainer Wieland , Holger Fock , Theodor Lücke
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 484 Seiten
  • Verlag: Eichborn (September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821847115
  • ISBN-13: 978-3821847115
  • Größe und/oder Gewicht: 31,4 x 23,3 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.724 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer hätte gedacht, dass Kretin ursprünglich einen unter Schwachsinn leidenden "Menschenschlag bezeichnet, der recht zahlreich im Wallis zur Welt kommt und insbesondere in seiner Hauptstadt Sion"? Man erfährt solche Kuriositäten in einem Buch, das als Bibel der Aufklärung in die Kulturgeschichte der Moderne einging. Jetzt ist es in einer -- um es gleich zu sagen -- ausgesprochen gelungenen Ausgabe in repräsentativer Auswahl vom Eichborn-Verlag zugänglich gemacht.

Robert Darnton schreibt in seinem Nachwort, dass das Lesen der Encyclopédie sich in ein Spiel verwandeln konnte, "in eine Jagd nach Hinweisen zwischen den Zeilen und an entlegenen Plätzen, in eine Dechiffrier- und Detektivarbeit, die eine kritische Geisteshaltung förderte". Die Gefährlichkeit des Buchs, an dem die größten Geister des 18. Jahrhunderts mitwirkten, lag zudem in seinem Programm, das gesamte Wissen der Epoche nach allgemeinen Prinzipien zu strukturieren und die Grenzen zwischen dem, was gewusst werden kann und dem Unerforschlichen neu zu ziehen und damit das Christentum dem Bereich des Nicht-Wissen-Könnens überantworteten.

Worin besteht die Aktualität dieses historisch einmaligen Projekts? Vielleicht ist die Ankündigung der Herausgeber ein wenig angestrengt, dass es sich hier um ein Orakel auf dem Weg ins 21. Jahrhundert handelt. Das Buch bereitet vor allem ein außergewöhnliches Lesevergnügen in inhaltlicher und literarischer Hinsicht, das in der vorliegenden Ausgabe noch verstärkt wird durch eine Reihe von kommentierenden und Ausblicke bietenden Artikeln, die von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Intellektuellen eigens dafür verfasst wurden, sowie durch zahlreiche eingefügte philosophisch-literarische Zitate, die einen Kontrapunkt zum Haupttext bilden.

Nicht Aktualität also, sondern jene Jagd nach Hinweisen und die subtile Detektivarbeit zur Förderung kritischen, und wie man nach einer mehr als 200-jährigen Erfahrung wohl auch hinzufügen darf, selbstkritischen Geistes, von der Darnton spricht und die so manche Fragwürdigkeit und Kuriosität ans Licht fördert: Das ist es, was das Versinken in die singuläre Welt der Enzyklopädie dem heutigen Leser, vor allem in der auch äußerlich sehr schönen Präsentation in der Anderen Bibliothek, zu bieten hat. --Jens Kertscher

Kurzbeschreibung

Bei dieser Ausgabe handelt es sich um die Originalausgabe, gebunden in Leinen mit Silberprägung gebunden.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Erbe der Aufklärung 30. Januar 2003
„Tatsächlich zielt eine Enzyklopädie darauf ab, die auf der Erdoberfläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln, das allgemeine System dieser Kenntnisse den Menschen darzulegen, (...) damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei (...) & damit wir nicht sterben, ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben.“ – so zu lesen unter dem von Denis Diderot verfassten Stichwort „Encyclopedie“ der französischen „Encyclopedie ou Dictionnaire raisonne des sciences, des artes et des metiers“.

Hundertsechzig Männer und eine (sic) Frau arbeiteten von 1751 bis 1772 daran, das gesamte Wissen ihrer Zeit aufzuzeichnen und die Wissenschaften in ein System zu bringen. In der Überzeugung, der Mensch könne durch Vernunft aus seiner „selbst verschuldeten Unmündigkeit“ (Kant) ausgehen, setzten sich die Encyclopedisten zum Ziel, alle Gebiete menschlichen Handelns und Forschens unter rationalen Gesichtspunkten zu beleuchten. Allein die zahlreichen Verbote durch Staat und Kirche zeigen das Konfliktpotential dieses Werkes, dessen Geist maßgebend für die französische Revolution war.

Wovon geht jedoch heute die Anziehungskraft dieses nun schon 230 Jahre alten Werkes aus ?
Zum einen ist es sicher der Geist, in dem dieses Werk entstand. Die Aufbruchstimmung, die Europa zur Zeit der Aufklärung erfasst hatte, die neue Dynamik der Wissenschaft und Philosophie. Jedoch ist die Encyclopedie auch geistesgeschichtlich ein Meilenstein – denn der Versuch, Wissenschaften in einem System zu ordnen steht ganz in der Tradition von Aristoteles, Bacon, später Hegel und Humboldt. Die Idee einer umfassenden Bildung, eines humanistischen Wissens, ist eng mit der europäischen Geistesgeschichte verknüpft und die Encyclopedie bildet einen wichtigen Teil dieser Bewegung.

Doch auch die Arbeitsweise, die Terminologie der Encyclopedisten hat ob ihres Alters noch Aktualität. Interessant ist es, immer wieder aufs neue zu sehen, wie sich die Aufklärer einem Thema nähern und es entwickeln, wie sie versuchen rationale Argumente und Erklärungen aufzufinden. Auch wenn angesichts des Zeitalters der Postmoderne der Anspruch, Menschen durch Wissen „tugendhafter & glücklicher“ zu machen obsolet erscheint, so hat zumindestens der konsequente Wille zur Vernunft und zur humanistischen Grundwerten immer noch seine Berechtigung.

Schließlich bleibt noch das Vergnügen, wenn der Leser zum Beispiel im Artikel „Runzeln“ waghalsige Theorien zur Entstehung derselben liest, wenn Jaucourt eine Laus auf seinem Handrücken beschreibt, oder wenn immer wieder subtile Sticheleien gegen die Arbeitsweise von Kollegen fallen und die im Elfenbeinturm gefangenen Aufklärer plötzlich ganz menschlich erscheinen.

Sicherlich ist die im Eichborn Verlag erschienene und von Enzensberger herausgegebene Neuausgabe ausgewählter Artikel der Encyclopedie hervorragend gelungen, nicht nur die Edition (Selg und Wieland) lässt nichts zu wünschen übrig, sondern auch die Ausstattung ist dem Verlag gut gelungen. Überdies sind 25 Essays zeitgenössischer Intellektueller zu Themen wie „Krieg“ oder „Heiliger Stuhl“ enthalten. Besonders interessant sind die zahlreichen literarischen Zitate, die von den Editoren sorgfältig ausgewählt und den Artikeln beigegeben wurden. Diese ermöglichen es dem Leser noch mehr Gesichtspunkte des Themas aufzufinden und stellen ein spannungsgeladenes Reflexionsfeld her, insofern kann man auch diese Neuausgabe in der Tradition der Aufklärer sehen – denn auch sie lädt zum Nachdenken ein.

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2 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schön, aber wofür? 10. Februar 2011
Das Buch ist zwar sehr schön aufgemacht, aber ich frage mich trotzdem, wozu man dieses Buch eigentlich braucht. Es hilft einem nicht für das 21. Jahrhundert oder so. Es gibt einen Eintrag, der "Neger" heißt, wo geschrieben steht, dass Neger kaum als Mensch wahrzunehmen sind und manche Schwarzen besonders hässlich sind und eine schwarze Frau neben einer weißen wohl kaum als Frau gelten würde. Viele andere Artikel sind ebenfalls dermaßen überholt, dass ich mich frage, wozu so etwas sein soll, was mir das bringt und ob so etwas wirklich weiterhin in Büchern stehen bleiben sollte, wenn man wirklich solche bornierten, konservativen und überholten Gedankengüter hinter sich lassen will. (Mit Aufklärung hat das Buch meiner Meinung nach im Grunde nichts zu tun...)
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