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4.0 von 5 Sternen
Mitschwimmen oder abtauchen, 27. November 2011
Ein wichtiger Film. Eigentlich Pflichtprogramm für jeden. Dieses Projekt in der Schule zeigt nicht nur wie leicht junge Menschen manipuliert werden können, sondern auch wie leicht dies in Richtung Faschismus gehen kann. Also ein für uns Deutsche immer noch ganz wichtiges Thema.
Von der Werbung sind wir es ja gewohnt verführt zu werden, aber von Ideen?
Die Faszination, die von äußeren Emblemen, einer Uniform oder einem symbolischen Gruß ausgeht, die sich fortsetzt in Gruppenzwängen, Ausgrenzungen und neuen Machtstrukturen etc. Und dies geht bis in den ganz persönlichen Intimbereich. Erschreckend realistisch wird geschildert, wie dies Experiment aus dem Ruder laufen kann mit allen möglichen fatalen Konsequenzen. Auch die Beziehung des Lehrers (Jürgen Vogel), der hier den Ersatzführer gibt, hält das wohl nicht aus. Seine Persönlichkeit hat sich im Laufe dieser Woche anscheinend verändert - zuminderst kann man das glauben, wenn man seiner Frau (Christiane Paul) folgt. Aber auch Kritiker und Gegner kommen neben Mitläufern zu Wort, ebenso wie 100% linientreue Hirnis. Und selbst als am Ende angedeutet wird, dass der Lehrer zur Rechenschaft gezogen wird, ist das nicht ganz unwichtig, denn er hat wohl die Gefährlichkeit des Experiments unterschätzt. Nachahmen ist also nicht erwünscht. Es reicht dies als Gedankenspiel und eine Diskussion über dieses Phänomen, damit die Wachsamkeit bestehen bleibt. Kleiner Schönheitsfleck: warum ist die Welle rot?
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41 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Unglaubwürdige, naive Verfilmung ohne Botschaft -> Thema verfehlt!, 3. Dezember 2008
Es gibt diverse Probleme, die "Die Welle" zu einer Verfilmung ohne Wert machen.
1. Unglaubwürdig rasante Verselbstständigung der Welle-Bewegung. Im Film wird aus einer normalen Schulklasse mit den üblichen Cliquen innerhalb von zwei Unterrichtsstunden eine gut geschmierte Diktatur, die von keinem der Mitglieder hinterfragt wird. Als Zuschauer muss man sich darüber wundern, denn alles, was das ausgelöst hat, war das Tragen von "Uniformen" und ein Minimum an Disziplin in der Autokratiestunde. Es gibt, anders als in echten Diktaturen, keine Feindbilder, keine Ideologie und niemand hat am Anfang irgendwelche Erwartungen an die Bewegung! Wer ernsthaft glaubt, dass man so einfach eine Schulklasse in eine richtige Gemeinschaft (von einer totalitären Bewegung ganz zu schweigen) verwandeln könnte, hat wohl seit dem Krieg keine Schule mehr von innen gesehen. Genauso gut hätte Jürgen Vogel Feenstaub auf seine Schüler streuen können, es wäre genauso realistisch.
2. Die Welle wird gar nicht als problematisch dargestellt. Was tut Die Welle denn Schlimmes seit ihrer Gründung? Graffitis? Sich mit Punkern prügeln, die sowieso auf Streit aus waren? Am Strand feiern (oh diese teuflischen Beachnazis!)? Ihr Mitglieder beim Wasserhandball anfeuern? Sich beim Wasserhandball wehren, wenn man von einem Asi aus der gegnerischen Mannschaft fast umgebracht wird? - Das kann's nicht sein.
Schlimmstenfalls werden Leute ausgegrenzt, die nicht Mitglieder sind oder den Gruß zeigen. Aber das war es auch schon und geht eigentlich kaum über das Gruppenverhalten normaler Schüler hinaus. Statt Uniformen gibt es dort Markenklamotten und statt dem Welle-Gruß die übliche Jugendsprache.
Das EINZIGE wirklich gefährliche Element ist Timo mit seiner Gaspistole, der aber offensichtlich schon vorher psychisch labil ist und daher kein brauchbares Argument gegen Die Welle-Gruppierung sein kann.
3. Die Auflehnung von Karo (der rothaarigen Freundin von Schwimmer Marco) erscheint wegen Punkt 2 auch vollkommen unglaubwürdig. Sie ist von Anfang an gegen Die Welle, aber da sie bereits vorher als etwas egozentrisch dargestellt wird (Barcelonapläne, kommt zu Theaterproben wann SIE will), hat man nicht den Eindruck, dass sie Die Welle tatsächlich als Gefahr sieht, sondern tatsächlich nur eifersüchtig ist, nicht mehr der Mittelpunkt zu sein. Es wird im Film einfach nicht nachvollziehbar dargestellt, wieso Karo auf einmal zur "Widerstandskämpferin" wird.
4. Die Eskalation der Entwicklung wirkt konstruiert und übertrieben dramatisch.
Zunächst folgende Szene: Marco kriegt nach einem Streit mit Karo von ihr einen Schlag ans Gesicht. Danach (!) ohrfeigt Marco sie und rennt, entsetzt über sich selbst, davon. Diese Szene soll, warum auch immer, seine Erkenntnis auslösen, dass Die Welle etwas Böses ist. Soll der Zuschauer ernsthaft glauben, die bloße Zugehörigkeit zu so einer Gruppe macht einen Menschen gewaltätig und böse, ohne irgendwas zu tun oder von irgendeiner Ideologie beinflusst zu werden? Wie soll das gehen, sind die weissen Hemden verflucht? Schwarze Magie? Warum ist Die Welle daran schuld, wenn Marco seine Freundin ohrfeigt (zumal, nachdem SIE ihn zuerst geschlagen hat!)? Karo ist außerdem vollkommen unsympathisch, weil sie nie auch nur ein bisschen einsieht, dass sie eine Mitschuld dafür trägt, dass Marco sich von ihr entfernt und Der Welle annähert.
- Das blutige Finale und das Ende der Bewegung wirkt übereilt und unglaubwürdig. Außerdem gibt es keinen Epilog, keine abschliessende Betrachtung, wo man erfahren könnte, wie es mit den Schülern weiterging, was sehr interessant gewesen wäre.
Den zweiten Stern verleihe ich wegen der guten Besetzung (und der netten Kameraarbeit). Alle Darsteller überzeugen, auch wenn die Schüler mitunter sehr klischeehaft charakterisiert wurden (a la US-High School-Komödien).
Ich rate Allen zur Buchvorlage oder zu anderen Verfilmungen. Von dieser hier lernt man leider Gottes NICHTS über die Gefahren des Totalitarismus. Hier lautet die Moral eigentlich nur: Solang man keine Psychopathen mit Pistolen Mitglied werden lässt, kann eine Diktatur eine wundervolle Sache sein, wo alle einander helfen.
- Und das ist nun mal nicht so.
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49 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Das war wirklich unnötig..., 26. Oktober 2008
Es wird nicht viele Schüler und mittlerweile auch Erwachsene geben, die noch nicht von dem Experiment des amerikanische Lehrers Ron Jones gehört haben. Nachdem seine Schüler ihm zu verstehen gaben, sie hätten sich gegen den Terror und die Herrschaft der Nazis aufgelehnt, startete er die Welle. Er wollte herausfinden, ob ein solches totalitäres System wirklich sofort durchschaut würde und es Widerstand gäbe. Das Experiment "Die Welle" scheiterte, da die meisten Schüler mitmachten ohne Fragen zu stellen, ja sogar selbst ein System der Angst und Unterdrückung entwickelten. Es bedurfte eines drastischen Schrittes, um alles zu beenden. Jones berief eine Versammlung in der Aula ein. Anstatt ihnen dort den Leiter der nationalen Bewegung "Die Welle" zu präsentieren - den sie erwartet hatten - zeigt er ein Bild Hitlers. So stellte er ihnen vor Augen, was aus ihnen geworden war.
Bereits 1981 entstand aufgrund dieses Experiments ein Film, der in vielen Schulen gezeigt wurde. In der deutschen Produktion, in der Jürgen Vogel den Lehrer verkörpert, wurde die Handlung von Amerika nach Deutschland, aus den 1960er Jahren in die Gegenwart verlegt. Um diese Begebenheit in das Bewusstsein heutiger Jungendlicher zu bringen, ist dagegen sicherlich nichts einzuwenden. Ebenso wenig an der schauspielerischen Leistung der jungen Darsteller, die durchweg überzeugend ist.
Der einzige Grund, warum dieser Film m.E. völlig danebengeht und wichtiger noch, die eindrucksvolle Botschaft aus dem Blick nimmt, ist das Ende. Dies wurde im Vergleich zur Verfilmung von 1981 völlig verändert. Dort wurde die Auflösung des Experiments eindrucksvoll durch das Abbild Hitlers dargestellt. Man hielt den Jugendlichen das vor Augen, was sie alle kannten, den Schrecken und die Grausamkeit der Nazi Regimes und gleichzeitig, dass sie sich auf dem gleichen Weg befunden hatten. In der neuen Verfilmung wird dieses bewegende Ende völlig verzerrt. Ohne verraten zu wollen, wie der Film endet, sei gesagt, dass Schüsse und Waffen in heutigen Filmen so normal sind, dass dieses Ende wohl nicht zum nachdenken führt. Sieht man doch letztlich nichts anderes, als in vielen anderen Filmen. Ohne diese Anbiederung an das moderne Kino, hätte man mehr erreichen können.
Es lässt sich sagen, dass die gute Absicht deutlich zu erkennen ist. Leider reicht diese nicht aus, um aus einem durchschnittlichen Film einen sehenswerten und wertvollen zu machen. Leider eine verschenkte Gelegenheit.
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