Kurzbeschreibung
Die Wiederentdeckung der Tradition der Wüstenväter
- ein ganz besonderes Geschenkbuch von Anselm Grün
- Mit atemberaubenden Fotos des renommierten Fotografen Jürgen Hohmuth
Keine andere Landschaft der Erde bietet derart faszinierende Bilder wie die Wüste - ein karger Ort, an dem die Schätze der reichen spirituellen Tradition des Christentums verborgen sind.
Weisheit, die aus der Stille und Einfachheit eines verborgenen Lebens kommt, präsentiert Anselm Grün in diesem Geschenkbuch - die Weisheit der Wüstenväter. Die Worte und Bilder aus der Wüste werden jeden berühren, der sich auf den Weg der Selbsterkenntnis und der Ruhe begeben möchte.
- ein ganz besonderes Geschenkbuch von Anselm Grün
- Mit atemberaubenden Fotos des renommierten Fotografen Jürgen Hohmuth
Keine andere Landschaft der Erde bietet derart faszinierende Bilder wie die Wüste - ein karger Ort, an dem die Schätze der reichen spirituellen Tradition des Christentums verborgen sind.
Weisheit, die aus der Stille und Einfachheit eines verborgenen Lebens kommt, präsentiert Anselm Grün in diesem Geschenkbuch - die Weisheit der Wüstenväter. Die Worte und Bilder aus der Wüste werden jeden berühren, der sich auf den Weg der Selbsterkenntnis und der Ruhe begeben möchte.
Über den Autor
Pater Dr. theol. Anselm Grün, geb. 1945, ist Benediktinermönch und Cellerar der Abtei Münsterschwarzach. Er ist bekannt durch eine große Anzahl erfolgreicher Publikationen, hält Vorträge im In- und Ausland. Als Seelsorger begleitet er Menschen auf ihrer Suche nach Spiritualität.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
DIE WÜSTE ist ein spiritueller Ort, ein Ort, an dem uns Gott näher ist, an dem uns der Himmel nahe ist. Die Wüste ist beides: Ort der Versuchung und Ort der besonderen Nähe Gottes, Ort der Finsternis und des Lichtes, Ort, an dem die Dämonen hausen, und der Ort, an dem der Himmel sich über uns öffnet und wir das Geheimnis unseres Lebens feiern: dass Gott mit uns ist, ja dass der Himmel in uns ist, dass Gott in unserem Herzen Wohnung genommen hat. AM ENDE DES DRITTEN JAHRHUNDERTS zogen die ersten Männer in die Wüste, um dort allein zu sein und sich nur der Gottsuche zu widmen. Die Mönche hatten Sehnsucht nach einem authentischen christlichen Leben, das ganz und gar vom Geist Jesu geprägt ist und nicht von der Anpassung an den Zeitgeist. So entstand eine Bewegung, die für die Kirche und für die damalige Gesellschaft ein Segen war. Obwohl die Mönche ausgezogen sind aus der Welt, haben sie für die Welt doch eine wichtige Bedeutung bekommen. DIE SPIRITUALITÄT DER WÜSTENVÄTER ist ganz konkret und sie geht immer über die Übung. Wer auf dem Weg zu Gott und auf dem Weg der inneren Wandlung weiterkommen wollte, der musste sich ein ganz konkretes Trainingsprogramm auferlegen. Das Ziel dieser Übung war, ganz und gar vom Geist Jesu Christi erfüllt zu werden und in seiner Seele auf Gott ausgerichtet zu sein und schließlich mit ihm eins zu werden. Es war letztlich ein mystischer Weg, ein Weg des Einswerdens mit Gott. Aber der Weg zur mystischen Erfahrung ging sehr konkret über die Handarbeit, das Fasten, das Schweigen, den Verzicht, zu bewerten und andere zu belehren. IN DEN SCHRIFTEN DER MÖNCHSVÄTER steckt viel Menschenkenntnis. Sie haben sich selbst und ihre Mitbrüder genau beobachtet und Wege entwickelt, wie sie mit den eigenen Lebensmustern umgehen können. Dabei haben sie nichts verdrängt, sondern alles, was sie in ihrer Seele fanden, in das Licht Gottes gehalten. Die frühen Mönche waren die Therapeuten ihrer Zeit. Unzählige Menschen sind damals in die Wüste gezogen, um bei den Mönchen Rat zu suchen. Sie kamen mit ihren Anliegen. Und die Mönche haben oft in sehr kurzen und prägnanten Worten einen Weg gewiesen, wie sie weitergehen können. Dabei haben sie ihnen die Probleme nicht abgenommen, sondern ihnen eine Übung mit auf den Weg gegeben. Wenn sie diese Übung praktizieren, dann wird sich ihr Leben wandeln. Sie werden mit anderen Augen auf ihre Situation schauen und sie werden sich für Gott öffnen und im Licht Gottes erkennen, worum es eigentlich im Leben geht. Das wird manche Probleme relativieren. ES GING DEN WÜSTENVÄTERN darum, einen Weg zum gelingenden Leben aufzuzeigen. Sie vermochten das, weil sie selbst diesen Weg gegangen sind. Sie sprachen sehr nüchtern über den spirituellen Weg. Und so konnten sie auch den vielen Menschen helfen, die zu ihnen kamen, um in ihrer Orientierungslosigkeit einen gangbaren Weg zu finden. Sie führten diese Menschen behutsam zu Gott, in einer Sprache, die ihre Herzen berührte und sie für die barmherzige Liebe Gottes öffnete. EIN RAT, den die Mönche den Ratsuchenden immer wieder geben, lautet: "Bleib bei dir selbst. Schaue nicht auf die andern. Vergleiche dich nicht mit andern. Schaue vielmehr in deine eigene Seele hinein. Was kommen da für Gedanken und Gefühle hoch? Halte sie in das Licht Gottes hinein. Du sollst weder die andern verurteilen noch dich selbst. Doch entscheidend ist, dass du dich mit allem, was in dir ist, anschaust, dass du wahrnimmst, was in dir ist, und es Gott hinhältst." DIE ACHTSAMKEIT ist für alle Religionen ein wichtiger geistlicher Weg. Achtsam seinen Weg gehen, das heißt, ganz in dem sein, was ich gerade tue, ganz im Augenblick sein. Ich achte auf die Regungen meiner Seele bei allem, was ich tue. Das bedeutet nicht, dass ich mich ständig beobachte und beurteile. Vielmehr nehme ich wahr, was ich tue.