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Die Weisheit der Tuareg.
 
 
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Die Weisheit der Tuareg. [Taschenbuch]

Amenokal Alhavi
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 169 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: 1., Aufl. (1. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442216974
  • ISBN-13: 978-3442216970
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 649.837 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein alter Mann aus dem Volk der Tuareg erzählt vom Leben jenseits von Fernsehen, Supermärkten, künstlichen Düngemitteln und nackten Frauen auf den Titelbildern von Illustrierten. In der Wüste, so meint er, trete die Seele der Dinge zu Tage, die in der westlichen Welt längst verraten worden sei. Er erläutert jahrtausendealte Traditionen, die das Überleben seines Volkes sicherten. Seine schlichte Weisheit stellt die intellektuelle Klugheit und Gleichmacherei der westlichen Zivilisation in Frage.

Über den Autor

Amenokal Alhavi wurde als Wüstennomade geboren. Heute lebt der Bestsellerautor teils in der Sahara, teils in Frankreich. Er schreibt unter einem Pseudonym, um sein "zivilisationsfernes" Leben bewahren zu können.

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Format:Taschenbuch
Ein alter Weiser der Tuareg erzählt hier einem fiktivem Fremden aus der zivilisierten Welt gleichnishaft wie das Wüstenvolk entstanden ist, wie es gezwungen war von der Natur zu lernen und warum es in vielen Dingen viel zivilisierter ist als die Menschen in den Städten der modernen Welt. In der Wüste reduziert sich das Leben auf das Wesentliche und so kann man auch nur dort die Wesentlichen Dinge erkennen während man sich in der Überflussgesellschaft nur um überflüssiges kümmert.
Die Autorin hat sich das nicht alles ausgedacht. Sie wuchs in der Wüste auf und kehrt immer wieder der so genannten Zivilisation den Rücken. Der Aufenthalt und das Leben in der Natur hat auch sie geprägt. Dabei hat sie erstaunliches zu berichten. Keine Enthüllungen oder neue Entdeckungen, aber ein Blick von draußen, der Besorgnis erregt und nachdenklich machen sollte, denn man spürt, der alte Mann da draußen hat Recht.
Die Autorin hat die Auffassung, dass die fortschrittlichen Nationen mit den Gesetzen des Lebens und mit ihrem Gott gebrochen haben und ihre Zeit mit überwiegend nutzlosen Dingen verbringen. Das Wüstenvolk hat weder die Beziehung zu ihrem Schöpfer noch zu den Natur, mit der sie leben, verloren. Ihre tiefgründigen Erkenntnisse stellen die Errungenschaften der westlichen Welt nicht nur in Frage sondern entblößen die Welt, die sie hervorgebracht hat, als jämmerliche Verirrung gehetzter Menschen.
Die Erzählung beginnt damit, dass der alte Tuareg erzählt wie das Wüstenvolk entstanden ist. Es hat durch falsche Entscheidungen einst das grüne Land zur Wüste gemacht. "Sie haben die Gnade vergessen, die ihnen zuteil wurde. Stolz wurde zu Eitelkeit, der Rausch trübte ihren Blick. Und als sie wieder zur Vernunft gekommen waren, lag eine Wüste vor ihnen."
Und natürlich geschieht genau das mit der Welt heute insgesamt, die vom westlichen Denken beherrscht wird: immer mehr, immer schneller, höher, weiter, reicher...
Nichts was in der Wüste von Bedeutung ist, denn "sie mussten nun lernen, das jeder Schritt Anstrengung kostet, dass ein Schluck Tee ein Geschenk ist und dass sie dem Schöpfer aller Dinge verpflichtet sind." Und so erwies sich die Wüste immer mehr als Lehrmeisterin.
"Ihr und eure Landsleute," wirft der alte Tuareg dem fremden Besucher vor, "ihr werft die Hüllen der Dinge weg, ohne euch um ihre Seele zu kümmern."

Es wird schnell klar, dass die Autorin viel von den Traditionen der Nomaden hält und dass sie den Menschen vorwerfen will, dass sie sich Gott gegenüber verantworten müssen. Sie kleidet ihr frommes Anliegen in eine poetische Sprache, die nie laut wird, sondern stille Untertöne hat.
Dazu will die naive Darstellung von der Menschwerdung aus Affen jedenfalls nicht passen. Wenn sie dem Menschen einen so hohen Stellenwert gibt, dann widerspricht seine gleichnishafte Darstellung als bekleideten Affen diesem. Als ob der Unterschied allein in der Lernfähigkeit läge! Gebildete Menschen als wirklichen Menschen, ungebildeten Menschen als nur affenähnlich. Die Geschichtchen, die sie erfindet und in die Belehrungen des Tuareg einbaut sind teilweise bemüht! Sie müssen ja immer den Bogen schlagen zur Moral.
Das Buch fängt auch so an, dass mir schon der Gedanke von plumpen Weisheiten kam. Doch dann las ich: "Hier lernst du wie wichtig es ist, abwarten zu können, zu schweigen, damit dein Mund nicht austrocknet!" Und ich fragte mich: bekommt man von einer Wüstenbewohnerin noch ein paar Überlebenstipps für einen Aufenthalt in der Wüste? Das Weiterlesen erbrachte noch mehr als das. Noch mehr, das sich jeder merken sollte, jedoch nichts für diejenigen, die der Kritik an der westlichen Welt überdrüssig sind. Obwohl die Autorin ihre Weisheiten nicht aufdrängt.
"Ihr habt vergessen, dass der Mensch nicht Gott ist und dass er verloren ist, wenn er glaubt, er hätte göttliche Macht!"
Dort wo der Turm zu Babel stand, bildete sich ja der Überlieferung nach auch zunächst eine Wüste. Immer dort, wo man mit eigenen Mitteln in den "Himmel" bauen will, folgt eine Art Verwirrung (des Geistes), Zerstreuung (der Kräfte), Uneinigkeit (der Beteiligten) und Verwüstung (der Gesellschaft). Warum sollte das im 21. Jahrhundert anders geschehen? Und Anzeichen dafür gibt es ja schon, man denke nur an die fortschreitende Umweltzerstörung in Folge des Wohlstandanspruchs und Gewinnstrebens!
Dem Streben nach Macht und Glück und dem Immer-höher-hinaufwollen, setzt die Autorin in Gestalt des alten Mannes der Wüste die Frage entgegen: "Wie konntet ihr vergessen, dass Gott allein oben ist? Dass man zu ihm aufschauen und sich zugleich demütig beugen muss? Sich in sich selbst versenken, um sein eigens Wesen zu entdecken? Nur wer in seine eigenen Tiefen hinabgestiegen ist, kann sich erheben. Erst wenn man den Brunnen so tief wie möglich gräbt, sprudelt das Wasser am höchsten, frischesten und klarsten." Erzählen Sie mal einem Karrieremenschen und Profitjäger etwas von Demut! Und wie sieht es mit uns normalsterblichen Wohlstandsbürgern aus?
Die Frage nach Gott beantwortet der Tuareg so: "Wie kannst du den Anfang vom Anfang des Ursprungs aller Dinge und somit auch ihr Ende, also den Tod erfassen, wenn du Gott aus der Welt ausschließt? Wer nicht an ein Prinzip der Einheit glaubt, der ist einsam. Er sieht alle Dinge getrennt voneinander und beklagenswert."
Was bleibt einem auch übrig als zu klagen, wenn man keinen Gott hat, keine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod? Aber der Massenmensch hat keine Zeit überhaupt einmal über sich nachzudenken, wichtige Fragen verdrängt er sowieso. Gerade das macht ihn austauschbar und gewöhnlich. Was wäre zu tun? Der Nomade weiß es!

"Wer wagt es seine Handlungen wirklich zu hinterfragen? Wer den Mut dazu besitzt, der wird seinen Weg von einer Oase zur nächsten finden..."
Der Mensch soll nicht der Karawane nach irgendwo hinterherlaufen, sondern "Gehe dir selbst voran, wie das erste Kamel in der Karawane!"
In der Tat, die meisten Menschen wissen nichts über sich selbst. Wie sollten sie dann auch wissen, wohin sie wollen? "Wie wollt ihr wissen, wer ihr seid, wenn ihr nur immer andere nachahmt?" Der alte Tuareg vergleicht den modernen Menschen mit Schafen, "die sich gegeneinander drängen, die der Schäfer springen lässt und die nur ein gehorsames und furchtsames Blöken hervorbringen".

In den einzelnen Kapiteln werden jeweils eigene Themenkomplexe angesprochen. Der alte Weise erzählt und der Fremde hört unwidersprochen zu. Was ist das Böse? Seine Nächsten zu verraten, die Familie im Stich zu lassen, sich selbst untreu zu werden, nicht gegen die Gedanken anderer, oftmals böse Mächte denen man ständig ausgesetzt ist, anzukämpfen.
"Wer dem Bösen dient, fällt ihm zum Opfer... Das Böse trennt, um zu herrschen." Die Mächtigen sind meistens böse. Wenn sie etwas Gutes tun, dann für sich selber. "Sie wollen, dass wir werden wie sie und ihnen dienen." Und:
"Wenn du nicht an die Existenz des Bösen glaubst, wirst du ihm zum Opfer fallen. Wenn du nicht weißt, dass das Böse alles Wasser aus deinem Brunnen entziehen will, wirst du eines Tages keinen einzigen Tropfen mehr vorfinden! Du wirst verdursten!"
Und so geht es fort mit Belehrungen und Warnungen, Lebensweisheiten, streitbar und unstrittig, beinahe teilnahmslos gesprochen, weil es doch unvermeidbar zu sein scheint, dass erst alles eine Wüste werden muss, ehe etwas Neues entsteht!

Was den alten Mann sehr verwundert , ist die Hast, mit der die Menschen der Städte nach nirgendwo rennen. "Glaubst du, man muss seinem Lebensende in großen Schritten entgegenrasen, anstatt den Verlauf seines Lebens in Ruhe zu betrachten?...
Wenn du hetzt, bist du ein Mensch auf der Flucht!"
Und er, alias die Autorin, hat natürlich auch eine Meinung zum Thema Frau. Eine Feministin ist die Autorin nicht. Aber sie hat eine hohe Meinung davon wie ein Mann sein muss, der eine Frau gewinnen soll: "Ein Mann, den die Frauen lieben, braucht nicht mehr viel vom Paradies." Also soll der Mann sich liebenswert machen, dann ist er auch für das Paradies geeignet. Doch Achtung! Die Tuaregfrau schaut nicht so sehr auf das Äußere, sie will Charakter!
Der alte Mann kritisiert wie respektlos man in der westlichen Welt mit der Frau umgeht. Man spricht von Gleichberechtigung, doch das sei nur eine Täuschung, denn mit der Gleichmacherei nehme man der Frau das Besondere, ihr die der Anfang allen Lebens sei. Die behauptete Befreiung der Frau sei nichts anderes als eine Versklavung und Vermännlichung der Frau. Sie wird ihrer Würde und Werte beraubt. Komisch, diese Gedanken sind mir auch schon gekommen! Aber das hier schreibt eine aufgeklärte Frau, die beide Welten, die der Überlieferung eines Nomadenvolkes und die der modernen Welt kennt! Sexismus und Nacktkultur prangert sie folgerichtig auch an.
"Kann man eine Frau lieben, wenn man nicht von ihr träumt, wenn man alles über ihren Körper, aber nichts von ihrer Seele weiß?"
"Die Bestimmung der Frau ist es, der Ursprung aller Dinge, die Quelle allen Lebens zu sein. Wenn du ihr diesen Sinn ihres Lebens entziehst, sie dafür nicht würdigst und verehrst und darin die Grundlage ihrer Macht siehst, was lässt du ihr dann? Lesen Sie weiter... ›
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von KbMUC
Format:Taschenbuch
Dieses Büchlein macht nachdenklich. Haben wir Westeuropäer den Blick für das Wesentliche im Leben schon verloren?

Mit einfachen Geschichten und Beispielen versucht ein alter Tuareg einem stillen Zuhörer unseres "Kulturkreises" seine Lebensphilosophie zu vermitteln - und vielleicht hat er sogar Recht. Ich selber muss darüber immer noch nachdenken.
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