Ich bin leider auch völlig ohne Vorwarnung in dieses Buch hineingestolpert, weil der Einband eine weihnachtliche Geschichte vermuten lässt - und war dementsprechend "abgetörnt". Nicht, weil ich prüde wäre - ich kann mich ziemlich genau an meine Gedankenwelt zwischen 16 und 24 erinnern, da ist dieses Buch keineswegs "abwegig". Aber die Kälte der Wortwahl und entsprechend die monotone, kalte Stimme des Vorlesers lassen einen schaudern bei einer Erzählung, die einen doch berühren soll. Sprachlich eindeutige Doppeldeutigkeiten, vor denen der Vorleser auch jeweils ganz bewusst eine kleine Pause setzt, sind es, die diesem Buch jegliche Unschuld rauben. Dass summa summarum die sexuell aktive und selbstbestimmte Alba letztendlich "in der Gosse" gelandet ist, kennzeichnet diese Erzählung auch nur als Griff in eine der unteren Schubladen tradierter Männerphantasien. Dieses Buch ist absolut nicht frei von Machismo - auf jeden Fall ist es nichts, was einem auch nur ein Fünkchen Positives hinterlässt.